Drachen Wiki
Advertisement
Wurmälpeli

Wurmälpeli und Erstfelder Tal

Das Wurmälpeli (auch Wuränälpeli) ist eine Alm im Kanton Uri, die ihren Namen von dem dort lebenden Drachen haben soll. Sie liegt am obersten Hang des Schwarz Grat.

Sage[]

Vor langer Zeit hat sich im Wurmälpeli ein feuriger Drache niedergelassen. Sein glühender Körper verbrannte weit und breit die Bäume zu Asche, während sein giftiger Drachenatem eine tödliche, ansteckende Krankheit verbreitete. Noch im 19. Jahrhundert soll man im Wurmälpeli verkohlte Baumstämme gefunden haben[1].

Stadler-Hänsi, der Sohn eines angeblichen Augenzeugen des Drachen, berichtet, wie sein Vater das Tier vom Gitschen her durch das Tal in Richtung Schwarzgrat fliegen sah. Josef Müller sieht hier in seiner Sammlung Sagen aus Uri Parallelen zu einer Erscheinung, von der Landamman Bünti in seiner Chronik des Jahres 1704 (erschienen im Historischen Neujahrsblatt von Uri 1914) berichtet[1].

Auch ein Lindwurm, den ein Jäger laut einer Magdalena Lusser aus Erstfeld einst erschossen haben soll, könnte mit dem beschriebenen Feuerdrachen identisch sein. Die Rippen des toten Lindwurms sollen so groß gewesen sein wie die einer großen Kuh[1].

Laut einer Version von Josef Zieri aus Erstfeld ging einst ein Jüngling aufgrund einer Wette los, den Drachen zu töten. Er lockte ihn aus seiner Höhle hervor und rammte ihm eine mit Dornen umwundene Lanze in den Rachen. Dann schleppte er den Leichnam nach Hause, doch er selbst starb dabei, vermutlich an giftigem Drachenblut, das ihm ins Gesicht gespritzt war[2].

Zieri erzählt auch, dass er selbst einst einen Drachen gesehen hat, der vom Wannelistock zum Bälmeten flog wie ein "feuriger Grotzen" (schweizerdeutsch für eine junge Tanne), woraufhin in Schattdorf eine Nervenkrankheit ausbrach. Auch sein Vetter soll in den 1870er Jahren einen "Wurä" (Wurm, laut ihm nicht identisch mit einem Drachen) geschossen haben[2].

Einer Sage nach sollen sich einst die Männer von Erstfeld zusammengetan haben, um das Wurmälpeli von Schlangen zu befreien. Doch die Schlangen rotteten sich zusammen und riefen ihnen zu: "Fort von hier! Die Alp ist unser! Wenn ihr nicht innert einer Viertelstunde diese Stätte verlassen habt, seid ihr alle des Todes!" So mussten die Männer unverrichteter Dinge abziehen[3].

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 Von Drachen in Josef Müller (1926), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 171-172
  2. 2,0 2,1 Der Drachenkampf in Josef Müller (1926), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 176
  3. Die Schlange im Wurmälpeli in Josef Müller (1926), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 182-183
Advertisement