Drachen Wiki
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Wie der arme Schäfer des Kaisers Tochter gewonnen hat ist ein ungarisches Märchen.

Handlung[]

Die drei Drachen[]

Das Märchen erzählt von einem alten Schäfer, der einst ein Baby im Maisfeld gefunden hatte. Er zog den Jungen als seinen Sohn auf, und als dieser alt genug war, zog er in die weite Welt hinaus, in der Hoffnung, irgendwo ein Gehöft für sich zu kriegen. Auf der Reise kam er zu einem König, und dieser bat ihn, sein silbernes Schaf drei Tage lang zu hüten. Im Gegenzug würde er ihm die jüngste von seinen drei Töchtern, oder welche davon er sich aussuchte, zur Frau geben.

Was der Kaiser nicht wusste, der Schäfer hatte einen Esel und eine Flöte, deren Musik sogar Äste zum tanzen bringen konnte. An den drei Tagen schickte der Kaiser den Schäfer zunächst in den Silberwald, dann den Goldwald und schließlich in den Diamantwald. In jedem der Wälder begegnete dem Schäfer ein Drache, der seinen Bart und das Schaf ansengte. Der erste hatte zwölf Köpfe, der zweite 24 Köpfe und der dritte 32 Köpfe. Jeden der Drachen ließ der Schäfer mit der Flöte bis zur Erschöpfung tanzen, und sie alle flehten ihn danach an, ihm das Flötenspiel zu lehren. Im Gegenzug boten sie ihm ihr jeweiliges Schloss, Pferd, kaiserliches Gewand und ein Jagdhorn an, das alles Wild aus dem Wald anlocken würde.

Doch alle Drachen hatten zu große Finger für die Flöte, und so hieb der Schäfer jeweils seine Axt in einen Baum, ließ den Drachen die Finger in den Spalt stecken um sie abzuflachen, und klemmte die Hände der Drachen dann ein. So außer Gefecht gesetzt konnte er allen Drachen ihre vielen Köpfe abhacken und ihnen die Schlüssel für die Paläste abnehmen. An jedem Abend traf er sich mit der jüngsten Kaisertochter, die ihn lieb gewonnen hatte.

Am zweiten Tag wunderte er sich, dass die Köchin ihm nur ein Ei als Proviant mitgegeben hatte. Kaum war die Prinzessin am zweiten Abend nicht mehr bei ihm, kam die Köchin zu dem Schäfer. Er fragte sie, warum sie ihm nur ein Ei mitgegeben hatte. Sie erwiederte, dass es daran läge, dass er ihr niemals Fleisch gegeben hat. Der Schäfer verstand, was sie von ihm wollte, und ging nachts zu ihr. Daraufhin gab sie ihm am dritten Tag Fleisch als Proviant mit.

Sonne, Mond und Sterne[]

Am Morgen des vierten Tages ging er zum Kaiser, um seinen Lohn zu erhalten. Doch der Kaiser gab ihm noch eine weitere Aufgabe, bevor er die Tochter erhalten würde. Er solle den Mond, die Sonne und die Sterne vom Himmel holen und in einen Rucksack stecken, den der Kaiser ihm gab.

Der Schäfer wanderte los, und traf drei große Männer. Der erste war am Verdursten, obwohl er ständig aus einem Teich trank, der zweite war am Verhungern, obwohl er aus 32 Öfen ständig mit Brot versorgt wurde, und der dritte war am Erfrieren, obwohl er in 34 Schaffelle gekleidet zwischen 12 Lagerfeuern saß. Er versprach den drei Männern, ihnen genügend Essen, Trinken und Wärme zu geben, und verlangte im Gegenzug, dass sie für ihn die Himmelskörper herunterholen. Sie bestiegen den höchsten Berg und pflückten Sonne, Mond und Sterne aus dem Himmel. Sie gaben den Ranzen dem Schäfer und nach drei Wochen waren sie zurück am Schloss des Kaisers.

Der Kaiser bat ihn, die drei Dinge aus dem Ranzen zu holen, da die Leute auf dem Feld nicht arbeiten können, da es seit drei Wochen dunkel war. Doch selbst danach gab ihm der Kaiser noch weitere Aufgaben. In der ersten Nacht solle er aus 330 Ochsen, 330 Pferden, 330 Schafen und 330 Lämmern Gulasch machen und dieses bis zum Morgen aufessen, in der zweiten Nacht solle er 9 Millionen Liter verdorbenen Wein leertrinken. Der Hungrige und Durstige erledigten die Aufgaben für ihn, bevor es jeweils Mitternacht war.

Als nächstes veranstaltete der Kaiser ein großes Fest und ließ seine Töchter Äpfel werfen. Wer diese fängt, darf die jeweilige Tochter heiraten. Die beiden ältesten Töchter warfen sie zwei Kaisersöhnen zu, doch die Jüngste warf ihren Apfel dem Schäfer zu. Der Kaiser war wütend und gab dem Paar nur den Hühnerstall als Heim. Außerdem wurden sie nicht zur Hochzeit der beiden älteren Töchter eingeladen. Aus Rache ließ der Schäfer die Hochzeitsgäste mit seiner Flöte tanzen, so dass sie das ganze Essen und Trinken umwarfen.

Die Jagd[]

An den nächsten drei Tagen gingen die drei Ehemänner der Kaisertöchter zunächst im Silberwald, dann im Goldwald und schließlich im Diamantwald jagen. An jedem Tag scheute der Esel des Schäfers vor einer Brücke und blieb im Morast stecken. Während die Schwäger den Esel herauszogen, schoss der Schäfer jeweils einen Vogel. Am ersten Tag war es eine Elster, am zweiten eine Lärche und am dritten ein Geier. Er gab sich damit zufrieden und ließ die Schwäger alleine weiterjagen.

Doch an jedem Tag ging er, sobald sie außer Sichtweite waren, in sein jeweiliges Schloss, sattelte sein silbernes, goldenes oder diamantenes Pferd und bließ sein Jagdhorn. Alles Wild kam zu ihm, und er schoss eine gute Menge während die Schwäger nichts fanden. Dann ritt er zu ihnen und wurde in seiner kaiserlichen Aufmachung nicht erkannt. Die Schwäger, denen es peinlich war, nichts geschossen zu haben, während der Schäfer zumindest jeweils einen wertlosen Vogel hatte, kauften ihm an jedem Tag seinen ganzen Fang ab. Am ersten Tag verlangte er die drei Äpfel, am zweiten Tag ließ er ihnen mit einem heißen Hufeisen Brandzeichen auf den Hintern machen, und am dritten Tag zupfte er ihnen je fünf Haare am Hintern aus, so dass sie nicht mehr auf dem Pferd sitzen konnten.

Der Freund des Kaisers[]

Am Tag nach der dritten Jagd kam ein Freund des Kaisers zu Besuch, und der Kaiser erzählte ihm, was für gute Männer seine drei Töchter geheiratet hatten. Der Freund wollte die Goldäpfel sehen, und der Kaiser ließ die Schwäger diese holen. Doch diese behaupteten, die Äpfel im Wald verloren zu haben. Daraufhin schickten sie nach dem Schäfer, damit dieser seinen Apfel zeigen könne, doch dieser verlangte, dass der Kaiser persönlich zu ihm käme.

Wütend schickte der Kaiser zwei Diener, die den Schäfer mit Gewalt heraufbringen sollten. Doch der Schäfer behauptete, dass nicht einmal das ganze Heer des Kaisers ihn hinaufbringen könnte. Er spielte auf seiner Flöte und ließ die Diener tanzen. Als der Kaiser schließlich doch selbst hinunterging, sah er die vor Erschöpfung zusammengebrochenen Diener. Er fragte den Schäfer nach seinem Apfel, und dieser packte alle drei Äpfel ein und kam mit.

Der Freund bestaunte die Äpfel und fragte, warum er drei hätte. Da erzählte der Schäfer die Wahrheit, dass die Schwäger das Wild von ihm für die Äpfel, die Brandzeichen und die Haare abgekauft hatten. Während er davon erzählte, flohen die Schwäger mit ihren Frauen in die Ferne und wurden nie wieder gesehen. Doch der Kaiser sah endlich ein, dass der Schäfer ein schlauer Mann war, und bot ihm sein ganzes Kaiserreich im Tausch gegen seinen Hühnerstall. Doch der Schäfer gab an, bereits mehr zu haben als der Kaiser, und lehnte ab.

Dann ging er hinaus, holte die drei Pferde aus dem silbernen, goldenen und diamantenen Schloss, und die prächtigen Gewänder für sich und seine Frau. So kam er zum Kaiser zurück und holte seine Frau ab, um mit ihr bis ans Ende ihrer Tage im Diamantschloss zu leben.

Ähnliche Märchen[]

Das Motiv der mehrköpfigen Drachen, von denen jeder mehr Köpfe hat als der letzte, kommt auch in den Märchen Shepherd Paul, Sturmheld Iwan Kuhsohn, Sebastian der Drachentöter und Der Drachentödter vor. In Die vierzig Prinzen und der siebenköpfige Drache sind die weiteren Drachen nur größer, haben aber gleich viele Köpfe, und in Die siebenköpfige Schlange unterscheiden sie sich garnicht. In Von dem Jungen, der die drei Königstöchter von den Drachen erlöste hat jeder Drache weniger Köpfe als der vorherige.

Das Motiv der im Baum einklemmten Finger teilt sich das Märchen mit Der heilige Georg, die Lamia und die Schlange.

Auch im Roma-Märchen Der Drache und im irischen Märchen Der dreizehnte Sohn des Königs von Erin tarnt sich der Held mit verschiedenen teuren Gewändern und Pferden, um zunächst unerkannt zu bleiben.

Quellen[]

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