Drachen Wiki
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Darstellung eines Vouivre nach A Book of Creatures

Die Vouivre ist eine Feuerschlange aus französischen Sagen. Diese Kreaturen wurden hauptsächlich aus fernen Bergregionen gemeldet, wo sie Quellen, Brunnen, Höhlen, tiefe Teiche und Schlossruinen aufsuchen. Sie sind aus Bourgogne, Franche-Comté, Savoyen, dem Jura-Gebirge und benachbarten Regionen, mit möglichen Verwandten im Aostatal und der Schweiz, bekannt.

Etymologie[]

Das Wort "Vouivre" ist vom Lateinischen vipera abgeleitet und bedeutet "Viper", wodurch es mit den Wörtern Guivre und Wyvern verwandt ist. Vouivres selbst sind die spirituellen Nachfahren der Melusine, welche ihre menschlichen Eigenschaften verloren haben. Sie wurden als Drachen, Schlangen und Feen in Gestalt großer Reptilien beschrieben und sind stets die Wächter kostbarer Schätze.

Allgemein[]

Vouivres variieren stark im Erscheinungsbild, sind aber stets weiblich und werden mit Feuer und Wasser assoziiert. Der klassische Vouivre, wie er in Faverges, Fleury-la-Tour, Mont-Beuvray, Rosemont, Solutré und Thouleurs beobachtet wurde, ist eine immense, geflügelte Schlange, die von Feuer bedeckt wird.

Anstelle von Augen trägt ein Vouivre einen großen Diamant oder Rubin auf seinem Kopf, der ihn durch die Luft führt. Er entfernt ihn beim Baden und ist so blind und verwundbar für Diebe. Besitzt er den Augenstein eines Vouivre, erlangt der Dieb Reichtum und Glück. Der immense Vouivre von Boëge bewacht einen Schatz und trägt eine wertvolle, goldene Halskette. In La Baume ist er 4 Meter lang und trägt Edelsteine und Perlen bei sich. Manchmal lassen sie einzelne Edelsteine beim Landen zurück. Der Vouivre von Lucinges ist eine glühend rote Viper, die im Flug ein seltsames Pfeifen erzeugt. Der Vouivre von Gemeaux, welcher zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags erscheint, trägt eine Kapuze wie eine Kobra.

In Brizon kann er sowohl als Vogel oder geflügelter Steinmarder mit einer brillanten Halskette erscheinen, aber auch die Form einer großen Schlange mit Flügeln und einem Diamanten an ihrem Schwanz haben. Vouivres müssen nicht einmal wie Tiere aussehen: In Chevenoz erscheint er als brennender Feuerball, der über den Himmel streift, in Saint-Jean-d'Aulps und Vallorcine ist er eine einäugige Feuerzunge und in Le Biot ist er ein Stern, dessen Erscheinung Krieg und Streit ankündigt. Der Vouivre vom Schloss Orgelet sieht im Flug wie ein glühender Eisenstab aus und der Vouivre von Sixt-Fer-à-Cheval ist eine gefiederte, goldene Halskette, die durch die Luft fliegt.

Gemäß einer Sage aus Evolène in der Schweiz ernährt sich die dort Vuivra genannte Kreatur von Goldsand. Dazu fliegt es zwischen drei großen Bergseen umher. Während die Vuivra in einem See speist, sammelt sich in den anderen wieder neues Gold an. Dabei kann die Kreatur im Winter unter dem Eis gefangen werden. Seine Versuche, das Eis zu zerbrechen, führen zu einem lauten Dröhnen der Berge[1].

Drachentöter[]

Eine der effektivsten Möglichkeiten, einen Vouivre zu töten, besteht darin, sich in einem mit Stacheln gespickten Fass zu verstecken. In Condes gelang es einem Mann, einem Vouivre seinen Diamanten zu stehlen und in einem genagelten Waschzuber zu verstecken. Der wütend gemachte, geblendete Drache hat sich beim Versuch, ihn zurückzubekommen, selbst getötet. Ähnlich erging es dem Mann, der die fliegende Viper von Vouvry in der Schweiz bestahl.

Während ein anderer Mann im Aostatal einen Vouivre in ähnlicher Weise tötete, haben andere, potenzielle Diebe nicht so viel Glück gehabt: Der Vouivre von Reyvroz hatte eine Halskette von großem Wert, die von einem Mann in einem Stachelfass gestohlen wurde. Er starb und der Dieb starb bald nach.

Dem Vouivre von Samoëns wurde seine Perlenkette auf gleiche Weise gestohlen, aber er drückte das Fass trotzdem und zwang den Dieb, die Kette zurückzugeben. Der Drache verschwand anschließend und wurde nie wieder gesehen. In Manigod, wo das Gras einige Jahre nach der Passage des Vouivre nicht mehr wuchs, stahl ein Mann seinen Diamant und wurde getötet. Vorher wurde sein Fass zerschlagen und das Juwel ihm abgenommen.

Wie alle Drachen sind Vouivres gegenüber den Kräften heiliger Personen verwundbar. Der Vouivre von Saint-Suliac wurde von St. Suliac in eine unterirdische Höhle gejagt, nachdem er einen seiner Mönche getötet hatte. Fortan wurde der Ort Trou de la Guivre, die "Höhle des Guivre", genannt.

Ähnliche Sagen[]

Das Motiv des Stachelfasses kommt auch in der britischen Sage des Drachen von Mordiford vor. Vergleichbar damit sind auch die Stachelrüstungen anderer britischer Sagen, z.B. des Lambton Worm oder des Nunnington Worm.

Heute[]

Thollon-Les-Mémises gehört zu den Orten, in denen "Vouivre" zu einer Bezeichnung für eine unangenehme, böse Frau geworden ist.

Moderne Versionen des Vouivre wurden mit den Eigenschaften einer verlockenden Frau verschönert, um sie möglicherweise mit der Melusine zu verbinden. Marcel Aymé macht aus ihm ein wildes Mädchen im Wald, welches ein Gefolge aus Vipern besitzt und Dubois eine schöne Fee, welche beim Baden ihre Drachenhaut ablegt[2].

Trivia[]

  • Nach dem Vouivre bzw. der Viper ist die Brachiosauridae-Gattung Vouivria benannt.

In der Populärkultur[]

  • Im Comic "Baltimore" war die Vouivre ein Dämon mit humanoidem Oberkörper, Schlangenschwanz, vier Armen, Flügeln und einem Schädelartigem Kopf. Mit ihrem roten Auge hynotisierte sie Frauen, um deren Babies zu stehlen.
    • Einem bayerischen Soldaten gelingt es, die Vouivre beim Baden, als sie ihr rotes Auge herausgenommen hatte, zu überraschen und zu fangen. Er zwang sie, ihm ihr ganzes Wissen über Magie mitzuteilen, bevor er sie tötete und ihr Herz aß[3].
  • Seit dem 1995 erschienen Spiel Shin Megami Tensei: Devil Summoner taucht Vouivre vermehrt als Teil der Reihe unter den rekrutierbaren Gegnern auf. Beschrieben wird sie in dieser als "Ein weiblicher Drache mit Fledermausflügeln. Manchmal als ein schöner weiblicher Geist dargestellt. Sie haben Fledermausflügel, Adlerbeine und einen Schlangenschwanz und sind alle weiblich. Das Geheimnis ihrer Kraft ist der Granatschmuck in ihrer Stirn. Wenn er gestohlen wird, verlieren sie ihre Kraft und müssen dem Besitzer des Edelsteins gehorchen."

Quellen[]

  1. Das fliegende Ungethüm in Walliser Sagen, Gesammelt und hrg. von Sagenfreunden, Sitten, 1872
  2. A Book of Creatures: Vouivre
  3. Mike Mignola, Christopher Golden & Ben Stenbeck (2015), Baltimore 1, Cross Cult (2017), ISBN: 978-3-86425-666-0
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