Drachen Wiki
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Vom Drachen ist ein ukrainisches Märchen.

Handlung[]

Das Märchen handelt von einem Ehepaar mit drei Töchtern. Eines Tages verlangte der Vater, dass die älteste Tochter ihm, wenn er auf dem Feld arbeitet, Mittags das Essen bringen soll. Die Tochter wusste nicht wo das Feld war, aber der Mann meinte, sie würde es scho finden, indem sie den Holzspänen folgte, die er hinterließ[1].

Am nächsten Tag ging der Mann aufs Feld und nahm einen Stock mit, von dem er mit seinem Messer Späne abschnitzte. Doch der Drache hatte davon erfahren und bließ die Späne weg, so dass sie zu seinem Haus führten. Als die Tochter nun den Spänen folgte, war sie sehr lange unterwegs und fand ihren Vater nicht. Irgendwann bekam sie Hunger und aß selbst das Essen für den Vater. Kurze Zeit darauf kam sie an eine Hütte in der Feuer brannte. Sie vermutete darin ihren Vater und trat ein, doch darin saß nur der Drache und aß sein Abendbrot[1].

Er bot ihr an, mitzuessen, doch sie lehnte ab, da sie schon gegessen hatte. Doch der Drache zwang sie, mit ihm zu essen. Das Fleisch schmeckte süß, da es von Menschen war. Nach dem Essen legten sie sich schlafen, und als sie am nächsten Morgen aufwachten, bestand der Drache darauf, dass sie seine Frau wurde. Er gab ihr eine Schüssel und einen Apfel und erlaubte ihr, alle Räume und Gebäude zu betreten bis auf zwei bestimmte Kammern. Danach flog er davon[1].

In den Zimmern entdeckte das Mädchen ganze Zuber voller Gold, Silber und Kupfer. Jedoch wurde sie neugierig und sah auch in die beiden verbotenen Kammern. Die erste war voller Leichen, die zweite enthielt Zuber voll Blut. Vor Schreck ließ sie den Apfel fallen, und selbst nachdem sie ihn gesäubert hatte, klebte am Stiel noch etwas Blut. Als der Drache zurückkam, erkannte er daran, dass sie in den verbotenen Kammern war. So schlug er ihr den Kopf ab und warf ihre Leiche in die Kammer[1].

Am Abend kam der Vater zurück nach Hause und wunderte sich über den Verbleib seiner Tochter. So verlangte er von seiner Frau, am nächsten Tag die jüngste Tochter zu schicken. Dieser legte er eine Spur aus Asche, die der Drache aber wieder zu seiner Hütte bließ. Ihr erging es beim Drachen genau so, und so kam auch sie nicht zum Vater und nicht zurück nach Hause. Der Vater verlangte am dritten Tag also, dass ihm die mittlere Tochter geschickt wird[1].

Für die dritte Tochter legte er eine Spur aus Kartoffeln, und der Drache blies die Spur wieder zu seiner Hütte. So kam auch die dritte Tochter zum Drachen und es erging ihr wie den anderen, doch ihr fiel der Apfel nicht ins Blut und so fand der Drache nicht heraus, dass sie in den Kammern war. Am nächsten Tag erzählte sie dem Drachen, dass sie fühlte, dass es ihrem Vater schlecht geht. Der Drache bot ihr also an, ihm Gold und Silber zu schicken. Sie ging in den Garten und ließ sich von einer Krähe das Wasser des Lebens und des Todes bringen. Mit diesem belebte sie ihre Schwestern wieder und legte sie in eine Truhe, die sie absperrte. Diese brachte sie dann zum Drachen und verlangte, dass er sie zu ihrem Vater trägt, was er auch tat[1].

Nach ein paar Jahren gebar sie dem Drachen einen Sohn, halb Drache, halb Mensch. Danach erzählte sie dem Drachen wieder, dass es dem Vater schlecht ginge, und wieder wollte der Drache ihm Gold schicken. Diesmal füllte sie die Truhe mit Gold, tötete das Kind und warf es in die Leichenkammer. Danach versteckte sie sich selbst in der Truhe, die der Drache zum Vater trug, und erst als er wieder zuhause war, bemerkte der Drache den Betrug[1].

Ähnliche Märchen[]

Das Motiv der verbotenen Räume erinnert an das bekannte Märchen Blaubart. Ein weiteres Märchen, in denen Drachen die Rolle des Blaubart spielt, ist Der Drache, jedoch befinden sich hier in dem verbotenen Raum keine Leichen, und Der Drache Och und die drei Mädchen, wo die Frauen in dem Raum versteinert anstatt tot sind.

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 12. Vom Drachen in August von Löwis of Menar (1927), Russische Volksmärchen, Diederichs, S. 57-62
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