Drachen Wiki
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Die Drachenfrau Tiamat (akkadisch: 𒀭𒋾𒊩𒆳, DTI.AMAT odr 𒀭𒌓𒌈, DTAM.TUM, griechisch: Θαλάττη, Thaláttē), Verkörperung des Salzwassers und des Urmeeres, war in der mesopotamischen Mythologie die Mutter vieler Ungeheuer, unter anderem der drei gehörnten Schlangen Ušumgallu, Mušmaḫḫū und Bašmu.

Beschreibung[]

Auf älteren Darstellungen erschien sie als gehörnte Schlange mit Vorderbeinen. Später hatte sie die Flügel eines Adlers, Hörner, einen gefiederten Körper und Adlerkrallen an ihren vier Füßen. Damit ähnelte sie eher einem Greif als einem Drachen.

Geschichte[]

Darstellung eines Gottes, der ein greifenähnliches Monster tötet. Möglicherweise handelt es sich um Marduk und Tiamat.

Nachdem die Götter ihren Gemahl Apzu getötet hatten, sandte Tiamat eine Armee von Monstern aus, um die Götter auszurotten.

Tiamats Enkel Marduk besiegte sie, indem er Winde in ihren Rachen blies und sie danach mit Pfeilen beschoss, worauf die Götter ihn zu ihrem König krönten. Marduk teilte Tiamat in zwei Hälften und schuf aus einer den Himmel und aus der anderen die Erde. Ihre himmlische Hälfte soll das Sternbild Draco darstellen.

Ähnliche Mythen[]

Der Kampf zwischen Tiamat und Marduk ist ein typisches Beispiel für den Chaoskampf, weshalb Parallelen zu anderen Variationen des Chaoskampfes bestehen. Außerdem erinnert Tiamat als Verkörperung des Meeres als Feind der Götter an den Rahab der jüdischen Mythologie. Historiker vermuten, dass das häufige Motiv in europäischen und nahöstlichen Drachentöter-Sagen, einen Drachen zu töten, indem man ihm etwas ungenießbares in den Rachen wirft, von Tiamats Tod durch die Winde in den Rachen inspiriert ist[1].

Das Motiv einer korinthische Vase aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, das den Kampf zwischen Perseus und Ketos aus der griechischen Mythologie darstellt, basiert offensichtlich auf dem in der Infobox abgebildeten Rollsiegel, das Tiamat darstellt. Dabei hatte der griechische Künstler vermutlich keine Kenntnis der Sage um Tiamat und interpretiert z.B. eine im Hintergrund dargestellte Sternenkonstellation als Steine, die Perseus auf Ketos wirft[2].

In der Populärkultur[]

  • Im RPG Tales of Zestiria ist Tiamat ein männlicher Seraph, der später die Form eines Westlichen Drachen annimmt.
  • In der The Real Ghostbusters-Episode "Der babylonische Superman" unterstützen die Geisterjäger den dem Menschen freundlich gesinnten babylonischen Gott Marduk im Kampf gegen dessen Erzfeind Tiamat, der als riesiger fünfköpfiger Drache dargestellt wird.
  • Im Kinderbuch Ein Drache in der Schultasche gibt der kleine Jeremias den Drachen, um den er sich kümmert, auf dessen Wunsch den Namen Tiamat.
  • Tiamat ist auch eine der Namensgeberinnen von Eva Tiamat Medusa, einer Frau, die sich zum Drachen umoperieren lässt.
  • In Monster Hunter ist Glänzende Tiamat der Name einer Gewehrlanze, die aus den Materialien einer Goldenen Rathian hergestellt wird.
  • Der Drache Healianth aus Borderlands 2 heißt in der spanischen Version "Tiamatzo".
  • Tiamat ist der Name einer schwedischen Gothic Metal Band
  • Tiamats Kampf mit Marduk ist das Thema des Liedes Marduck and Tiamat vom Album Dragon Mythos der Band KeyDragon.
  • Tiamat ist die Namensgeberin des Notebook-Modells GE76 Raider Dragon Edition Tiamat der Firma MSI, deren Logo ein Drachenkopf ist.
  • In SMITE ist Tiamat eine der spielbaren Götter.
  • MonsterVerse:
    • Die oben abgebildete Darstellung von Tiamat als Greif ist im Abspann des Films Godzilla: King of the Monsters im Zusammenhang mit Titanen wie King Ghidorah zu sehen.
    • Im Comic Godzilla Dominion ist Tiamat eine der Titanen, die durch King Ghidorah erweckt und später von Godzilla besiegt wurden. Sie wird bereits im Abspann von King of the Monsters erwähnt.

Quellen[]

  1. Bibelwissenschaft: Bel und Drache
  2. Daniel Ogden (2013), Drakōn: Dragon Myth and Serpent Cult in the Greek and Roman Worlds, Oxford University Press, Print ISBN-13: 9780199557325