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Ioannikios (gr. Όσιος Ιωαννίκιος ο Μέγας, * 754 oder 762, Bithynien, Oströmisches Reich, ✝ 846, Antidium) ist ein christlicher Heiliger. Gemäß frühen Biographien begegnete er in seinem Leben sieben Schlangen oder Drachen[1].

Begegnungen mit Drachen und Schlangen[]

Als Ioannikios einmal in ein Dorf kam, baten die Menschen ihn um Hilfe. Obwohl er aufgrund seiner prophetischen Fähigkeiten bereits wusste, was ihr Anliegen war, fragte er dennoch danach, und sie erklärten ihm, dass aufgrund ihrer Sünden ein großer Drache in der Nähe lebte. Dieser machte die Straße unpassierbar und verschlang alle Rinder, die er fand, auf einen Bissen. Daraufhin gebot Ioannikios den Menschen, sieben Tage lang zu fasten. Nach den sieben Tagen nahm er sein Kreuz, sprach "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt" (Psalm 91:1[2]) und "Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten" (Psalm 91:13[2]), bevor er sich der Höhle des Drachen näherte. Er befahl der Kreatur, aus der Höhle zu kommen, was diese auch tat. Der Drache riss sein Maul auf und versuchte, den Mann zu verschlingen, doch dieser bat Gott um Gnade und machte drei Kreuzzeichen im Namen der heiligen Dreifaltigkeit, wodurch der Drache sofort starb[1].

Zu einem späteren Zeitpunkt besuchte Ioannikios das Kloster des Heiligen Theophanes, wo er am Grab des Heiligen betete. Auf dem Rückweg kam er auf die Insel Thasios, wo der große Daniel ihn empfing. Dieser glaubte, dass Gott Ioannikios gesandt hatte, um die Insel von den vielen Schlangen und dem Drachen zu befreien, die dort lebten. Ioannikios gebot den Menschen, das Semantron zu schlagen und sieben Nächte lang zu beten und Hymnen zu singen, um Gott um Hilfe zu bitten. Als dies getan war, nahm er sein Kreuz und ging zu dem Drachen. Er bat Gott, diesen zu vertreiben, und der Drache erschütterte den Boden mit seinem Gefauch und seinem Schwanz. Am frühen Morgen, als die Sonne aufging, warf der Drache sich gefolgt von den Schlangen in den See und verschwand, als er am anderen Ufer ankam[1].

Als Ioannikios den Fluss Gorgytes überqueren wollte, um einen alten Mann zu besuchen, sah er einen riesigen Drachen, der den Fluss mit seinem riesigen Körper am Fließen hinderte. So kehrte er in seine Höhle zurück und bat Gott, den Drachen zu vernichten, während er fastete und betete. Als er damit fertig war, nahm er eine Axt und ging an dem Ort, an dem der Drache sich sonnte. Sobald der Drache Ioannikios sah, wollte er ihn verschlingen, doch dieser schlug ihm mit der Axt auf den Kopf und tötete ihn. Ioannikios Biograph, der Mönch Peter, erwähnt am Ende dieser Episode noch, dass Ioannikios laut Eustratios auch eine böse Viper durch sein Gebet tötete, die in der Höhle lebte[1].

Auf dem Berg Alsos ließ Ioannikios eine Kirche errichten, die dem Märtyrer Eustathios geweiht war. Während der Bauarbeiten wurde einer der Arbeiter, Pardos, von einer Viper gebissen und hatte fortan schreckliche Schmerzen in der Hand, bevor das Gift sich ausbreitete und seinen Körper anschwellen ließ. Von Gott erfuhr Ioannikios, was geschehen war, und betete für den Mann. Dann berührte er den Schlangenbiss, der aufriss und all das Gift floss heraus[1].

Nahe Chelidon, in einer Höhle namens Marsalenon, begegnete Ioannikios einem weiteren Drachen, welcher 60 Cubit lang war. Aus Angst vor dem Drachen betete er zu Gott, und sofort wurde die Kreatur von unsichtbarer Hand getötet[1].

Nahe Kountouria traf Ioannikios auf ein Mädchen, das von einem Dämon besessen ist, und nahm ihr diese Bürde ab. Um selbst mit dem Dämon fertig zu werden, begann Ioannikios zu fasten, schlief auf dem Boden und betete die ganze Nacht. Doch sein Leiden wurde nicht besser, da Gott ihn durch das Leiden reinigen wollte. Um die Qualen loszuwerden, zog Ioannikios in Betracht, sich von einer echten Schlange fressen zu lassen, da dies besser wäre, als seine Seele der spirituellen Schlange (dem Teufel) zu überlassen. So ging er zu einer Schlange und schüttelte sie, um sie wütend zu machen, damit sie seinem Leiden ein Ende macht. Die Schlange fauchte ihn an, doch sie fügte ihm keinen Schaden zu. Stattdessen nahm Gott den Fluch des Dämons von ihm[1].

Eines Winters suchte Ioannikios in einer Höhle Schutz vor einem Sturm, doch als er die Höhle betrat, sah er etwas feurig glühendes in ihrem Inneren. Dabei handelte es sich um die feurigen Augen eines Drachen, doch Ioannikios hielt die Glut für ein Feuer und sammelte Blätter, um sie in das Feuer zu werfen. Als er dies tat, begann der Drache um sich zu schlagen, doch er konnte Ioannikios nicht verletzen, da Gott ihn schützte. So konnte der Heilige sich in einen anderen Teil der Höhle zurückziehen und dort den Sturm aussitzen[1].

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Denis F. Sullivan (1998), 7. Life of St. Ioannikios in Alice-Mary Maffry Talbot (1998), Byzantine Defenders of Images: Eight Saints' Lives in English Translation, Dumbarton Oaks, 9780884022596
  2. 2,0 2,1 Psalm 91
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