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St. Georg tötet den Drachen

Sankt Georg von Kappadokien (lat. Georgius, gr. Άγιος Γεώργιος Ágios Geó̱rgios) ist ein christlicher Heiliger, der im 3. Jahrhundert lebte und als Drachentöter bekannt ist. Er ist heute der Schutzpatron Englands, wird jedoch auch an vielen anderen Orten angebetet.

Handlung[]

Darstellung von St. Georg und dem Drachen in der Georgskirche in Buchheim

Die Drachentöter-Legende besagt, dass Georg einen Drachen tötete, der die örtliche Bevölkerung terrorisierte. Der Drache forderte Opfer und erhielt zuerst täglich zwei Schafe, später einen Menschen und ein Schaf, danach Kinder, die durch das Los ausgewählt wurden. Gemäß der Miracula Sancti Georgii war der Drache eine Strafe Gottes für den Götzendienst von Selbius, dem König von Lasia[1].

Eines Tages fiel das Los auf die Tochter des örtlichen Monarchen. Dieser versuchte das Volk mit Gold zu bestechen, jemand anderen zu erwählen, jedoch ohne Erfolg. In einem Brautkleid wurde sie dem Drachen zugeführt.

Bevor der Drache die Prinzessin fraß, kam St. Georg an den Ort. Die Prinzessin wollte ihn fortschicken, doch er bestand darauf, zu bleiben. Als der Drache ankam, machte Georg ein Kreuzzeichen, ritt auf ihn zu und verletzte ihn ernsthaft mit seiner Lanze. Er ließ sich von der Prinzessin dann ihren Hüfthalter geben und band den verletzten Drachen damit, wodurch sie ihn dann wie an einer Leine führen konnte.

Sie führten den Drachen in die Stadt, zum Entsetzen der Bevölkerung. St. Georg bot an, den Drachen zu töten, unter der Bedingung, dass das Volk zum Christentum konvertiert, woraufhin 15.000 Leute, der König eingschlossen, sich taufen ließen. Er köpfte den Drachen, und er wurde auf vier Ochsenkarren aus der Stadt gefahren.

Der König baute eine Kirche zu Ehren von Georg und der heiligen Jungfrau Maria. Aus dem Altar entsprang eine Quelle, deren Wasser alle Krankheiten heilen konnte[2].

Hubertus Halbfas weißt daraufhin, dass St. Georg die Prinzessin nicht heiratet, wie es in ähnlichen Sagen üblich ist, sondern nur die Taufe der Anwohner sein Lohn ist. In späteren Versionen der Legende ändert sich dies jedoch.

Geschichte[]

Ein Heiliger tötet einen Drachen, ca. 500–650

St. Georg lebte angeblich im 3. Jahrhundert, Legenden über ihn kamen im 6. Jahrhundert auf. Die Drachentöter-Legende kam erst ca 800 Jahre nach seiner Märtyrer-Legende, zur Zeit der Kreuzzüge, auf und erreicht Europa vor allem durch die Legenda aurea (1264) von Jacobus de Voragine[3], die u.a. auch für die Drachentöter-Legenden des Papstes Silvester I. und des Apostels Philippus verantwortlich ist.

Jedoch gab es bereits in der ursprünglichen Legende die Erwähnung des Monarchen Dadianos mit dem Titel "Drache des Abgrunds" (gr. ὁ βύθιος δράκωνho, bythios drakon), der St. Georg verurteilte[4]. Bereits vor den ältesten Versionen der Drachentöterlegende gab es Darstellungen von drachentötenden Heiligen, von denen bereits im 7. Jahrhundert manche als St. Georg beschriftet wurden[5].

Die älteste überlieferte Form von St. Georgs Drachentöter-Legende stammt aus einem georgischen Text aus dem 11. Jahrhundert, weshalb man vermutet, dass die Legende aus Georgien stammt[6][7]. Eine weitere sehr alte Version ist die griechische Miracula Sancti Georgii aus dem 12. Jahrhundert[8]. Jedoch fand man in Smyrna, dem heutigen Izmir, Münzen aus dem 6. Jahrhundert, die Georg im Kampf gegen eine riesige Schlange zeigen[9].

Möglicherweise wurde die Legende vom Heiligen und Drachentöter Theodor Tiro übertragen[10]. Diverse Elemente der Legende erinnern an frühere Drachentöter-Legenden. So sind Gebete und Kreuzzeichen als Waffe gegen Drachen bereits seit den frühesten christlichen Drachentötersagen belegt. Das Anleinen des so gezähmten Drachen erinnert an Marcellus von Paris (6. Jahrhundert), Samson von Dol (7. oder 8. Jahrhundert) oder Clemens von Metz (8. Jahrhundert)[8]. Die Rettung der Prinzessin, die als Opfer für den Drachen ausgelost wurde, erinnert sie an die Tötung des Seemonsters Ketos durch Perseus. Auch in diesem Fall war das Seemonster eine göttliche Strafe für die Eltern der Prinzessin, jedoch handelte es sich hier noch um eine heidnische Legende und der betreffende Gott war Poseidon[11][12]. Eine Verbindung zur griechischen Sage von Herakles und Hesione ist die Tatsache, dass auch Georg (zumindest in älteren Versionen) die Prinzessin nach der Rettung nicht heiratet[8].

In Europa zählt die Legende seit der Legende aurea zu den bekanntesten Drachentöter-Legenden, hat viele regionale Varianten erhalten und wird bis heute in Kunst und Literatur verarbeitet. Städte und Gemeinden in ganz Europa und sogar die Ortschaft Hurstville in Australien stellen den Tod des Drachen durch St. Georg in ihren Wappen dar.

Zu Ehren St. Georgs wird vielerorts am 23. April der Georgstag gefeiert, an manchen Orten wird dabei an das Überwinden des Drachen erinnert. Der Drache symbolisiert dabei wie in der Legende das Heidentum, manchmal aber auch den Winter. In Katalonien ist der Georgstag als Diada de Sant Jordi bekannt, da Jordi die katalanische Version von Georg ist und der Heilige auch als Schutzpatron der Region gilt.

St. Georgs Legende ersetzte im Christentum hauptsächlich die Legende des Erzengels Michael, der ebenfalls als Drachentöter verehrt wurde, da er Satan in Gestalt eines Drachen aus dem Himmel verbannte.

Während die Prinzessin in de Voragines Version namenlos bleibt, wird sie in späteren italienischen Versionen Aia oder Cleodolinda genannt[13]. In Richard Johnsons Version aus Seven Champions of Christendom (1596) hingegen heißt sie Sabra und ist eine ägyptische Prinzessin. In dieser Version heiratet sie St. Georg und kriegt Kinder mit ihm, von denen eines Sir Guy von Warwick ist[14][15].

Seit 2013 ist der Georgstag im Vatikan staatlicher Feiertag, da immer der Namenstag des amtierenden Papstes dort zum Feiertag wird. Papst Franziskus bürgerlicher Name lautet Jorge Mario Bergoglio, und Jorge ist eine Variation von Georg.

Räumliche Einordnung[]

Abbildung eines künstlichen Drachen für Festspiele im Luttrell-Psalter (14. Jahrhundert)

Die Legende stammt ursprünglich aus dem nahen Osten, die Golfe de Saint-George-Bucht im Libanon ist nach St. Georg benannt, da der Drachenkampf angeblich hier stattgefunden haben soll[3]. Häufig wird auch die Stadt Joppa (heute Jaffa) als Ort des Drachenkampfes angegeben[8]. Die Legende aurea erwähnt einen Ort namens "Silene" in Lybien[2]. Georgische und griechische Versionen der Legende nennen die Stadt Lasia (gr. Λασία), während der Monarch Selinus oder Selbius (gr. Σέλβιος) heißt[6][16].

Aufgrund der großen Verbreitung der Legende in Europa gibt es allerdings viele regionale Legenden, die St. Georgs Kampf an bestimmten Orten in ganz Europa verorten. Sehr viele Orte in Europa tragen den Drachenkampf in ihrem Wappen, darunter z.B. die Stadt Moskau oder das Land Malta. Daneben gibt es seit dem Mittelalter häufig im Zuge der Feierlichkeiten zum Georgstag Umzüge und Festspiele, bei denen der Drachenkampf nachgestellt wird. Dazu werden oft Drachen auf Schienen oder Rädern verwendet, die von innen oder außen gesteuert werden und teilweise sogar mithilfe von Pyrotechnik Feuer speien[17].

Belgien[]

Historische Darstellung des Lumeçon aus dem 19. Jahrhundert

Im belgischen Mons wird jährlich das Volksfest Ducasse de Mons gefeiert. Teil der Feierlichkeiten ist das so genannte Lumeçon, ein nachgestellter Kampf zwischen St. Georg und seinem Drachen am Trinitäts-Sonntag (erster Sonntag nach Pfingsten).

Der Drache ist ca. 10 Meter lang und am Ende seines Schwanzes mit Pferdehaar bedeckt. Er wird von den weißen Männern (ommes blancs) bewegt und von Teufelsfiguren beschützt und verteidigt. Jeder dieser Teufel ist mit Luftballons (historisch: aufgeblasenen Kuhblasen) ausgestattet, womit die Gegner und Zuschauer ferngehalten werden. Der Drache selbst greift Georg sich mit seinem Schwanz an, verteidigt sich aber auch gegenüber den Zuschauern. Diese wiederum versuchen, etwas von dem Pferdehaar des Drachenschwanzes abzureißen, weil dies Glück für das nächste Jahr bringt. Georg wird von den so genannten Chinchins unterstützt.

Am Schluss helfen die „Blättermänner“ (hommes de feuilles), die mit echten Efeublättern bedeckt sind, dem Drachen und verteidigen seinen Schwanz.

Georg bewegt sich auf seinem Pferd im Uhrzeigersinn, wohingegen der Drache sich entgegengesetzt bewegt. Zunächst versucht Georg, den Drachen mit seiner Lanze zu töten, diese bricht jedoch an der Haut des Drachen ab. Deshalb benutzt Georg anschließend eine Pistole und erschießt den Drachen im dritten Versuch. Nun, gegen 13:00 Uhr, verlassen die Protagonisten die Arena und die Zuschauer stürmen in die Mitte, um noch die letzten Schwanzhaare zu finden.

Deutschland[]

Georgsbrunnen in Eisenach

St. Georg ist schon seit dem Mittelalter der Schutzpatron der Stadt Eisenach in Thüringen. Aus Vermarktungsgründen wurde die nahegelegene Schlucht Anfang des 20. Jahrhunderts in Drachenschlucht umbenannt und zum Ort des Drachenkampfes erklärt. Die regionale Version von St. Georg heißt Hanjörg.

Eine weitere regionale Variante ist die Lindwurmsage von Neubrandenburg, die den Ursprung der St. Jürgenskirche erklären soll. Sie unterscheidet sich sehr stark von der klassischen Georgssage.

Auch Schwarzenberg im Erzgebirge (Sachsen) nimmt für sich in Anspruch, der Ort der Drachentötung gewesen zu sein. Der Kampf soll auf dem Totenstein stattgefunden haben und ist auf dem Wappen der Stadt abgebildet. Der Sage nach soll er auf der Flucht vor dem Drachen versucht haben, mit seinem Pferd das Schwarzwasser zu überspringen und auf dem gegenüberliegenden Ottenstein zu landen. Dieser Plan schlug fehl und Georg zerschellte auf dem Grunde des Flusses. Noch heute soll der Abdruck des Hufeisens seines Pferdes im Fluss zu erkennen sein[18].

Der Drache auf der Limburg in Baden-Württemberg wurde von einem unbekannten Ritter getötet, von dem manche vermuten, dass es sich um St. Georg handelt. Sagen wie die vom Lindwurm von Mansfeld oder die Sage vom heiligen Georg aus Nebra in Sachsen-Anhalt oder dem Drache von Ebringen in Baden-Württemberg erzählen von Georg bevor er heilig gesprochen wurde. Diese Sagen erinnern oft stark an die klassische Georgssage, spielen aber in Deutschland.

Einer Sage aus Kempten im Allgäu nach soll die dortige Georgsinsel der versteinerte Drache sein, den Georg in die Iller warf, damit er nicht mehr zum Leben erwachen kann.

Daneben gibt es noch sehr viele andere Orte in Deutschland, die St. Georg in ihrem Wappen tragen, ohne den Ort der Drachentötung für sich zu beanspruchen.

Großbritannien[]

Als Schutzpatron von Richard Löwenherz wurde St. Georg im Jahr 1222 zum Schutzpatron von ganz England erklärt. Durch Richard Johnsons 1596 erschienenes Buch Most Famous History of the Seven Champions wurde die Vorstellung Georgs als "englischer Ritter" zementiert, der den Drachen in seiner englischen Heimat getötet und aus Liebe Prinzessin Sabra geheiratet hat. In ganz England ist er als Wappenmotiv weit verbreitet, was viele Drachensagen inspiriert hat[19].

Eine der bekanntesten Sagen handelt vom Dragon Hill in Uffington. Ein kleiner Bereich aus Kreide auf dem Gipfel des künstlichen Hügels soll die Stelle sein, an der das Blut des Drachen auf den Boden aufkam. Natürlich wiedersprechen sich all diese Behauptungen mit der Tatsache, dass der historische St. Georg in der heutigen Türkei lebte[20].

Sir Georg erlegt das Krokodil von Wormingford

Ebenfalls wird erzählt, dass St. Georg den Drachen in Wormingford in Essex, England getötet haben soll. Bei diesem scheint es sich um ein Krokodil gehandelt zu haben, das König Richard I. von der Belagerung von Akkon mitgebracht hat. Dieses ist später in den Stour River entkommen und begann, Menschen zu fressen. St. Georg erlegte es mit seiner Lanze. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Verwechslung, das Krokodil wurde höchstwahrscheinlich von Sir George Marney getötet, dessen Name später mit St. Georg verwechselt wurde[21].

Eines der bekanntesten von der Georgssage inspirierten Wappen ist das der Stadt London. Es trägt das Kreuz des Heiligen Georg und seit mindestens 1609 wird es von zwei Drachen gestützt. Auch oben auf dem Wappen sitzt ein Drachenflügel[22]. Inspiriert von dem Wappen werden die Grenzen der Stadt seit 1849 von Statuen der Wappenträger-Drachen, den so genannten Dragon boundary marks (dt. Drachen-Grenzmarker) bewacht[23].

Jedoch gibt es zu den Londoner Drachen noch eine andere, vermutlich jüngere Legende. Laut dieser leben in der Themse zwei Drachen, die die Stadt vor allem Bösen schützen[24].

Snapdragon von Norwich

In Norwich in Norfolk gab es lange Zeit ein von der 1385 gegründeten St. George's Guild (seit 1547 St. George's Company) organisiertes Schauspiel zum Georgstrag. Hier wurde der Drache, den die Einwohner seit dem 19. Jahrhundert Snap nannten, durch einen Mann in einem aufwendigen Holzkostüm dargestellt und von St. Georg erstochen. Teil des Schauspiels war auch eine Margaret, eine vom Drachen bewachte Jungfrau. Kurz nach der Krönung von Elisabeth I. wurden sowohl Georg als auch Margaret aus dem Schauspiel entfernt, doch der Drache blieb bestehen. Mit dem Municipal Corporations Act von 1835 wurde das Schauspiel schließlich ganz abgeschafft. Heute existieren noch 3 Drachenkostüme im Museum von Norwich[25][17].

Auch andere Orte in Großbritannien nehmen für sich den Ort der Drachentötung in Anspruch, z.B. Brinsop in Herefordshire.

Weitere Länder[]

In Monção in Portugal gibt es ein Festspiel zur Fronleichnamsprozession, in dem St. Georg den dortigen Drachen Santa Coca bekämpft. Vergleichbare Festspiele gab es früher überall auf der iberischen Halbinsel, heute sind sie noch in wenigen Orten Portugals, Galiziens und Lateinamerikas zu finden.

In russischen Versionen der Sage heißt St. Georg Egorii der Mutige (rus. Егорий Храбрый, Egorii chrabryii[26]) und tötet in der Rus[26] einen Zmei genannten Drachen[27]. St. Georgs Kampf gegen den Drachen ist neben dem Wappen Russlands auch im Wappen der Hauptstadt Moskau abgebildet, außerdem im Wappen von Russlands Nachbarland Georgien und dessen Autonomier Republik Adscharien.

Am Uvac-Fluss in Serbien soll St. Georg sogar einen dreiköpfigen Drachen getötet haben, der im Kampf die Bäume der Umgebung umwarf. Dadurch entstand die "Drachenquelle" (srp.: Zmajevac), ein drachenförmiger Flusslauf und eine baumfreie Fläche auf der Pešter-Seite des Uvac-Canyons[14].

Auch der Drache von Konjiška in Slowenien soll der Sage nach von St. Georg getötet worden sein.

Malta hat ein Georgs-Kreuz auf seiner Flagge. Dieses zeigt Georg beim Töten des Drachen.

Nachwirkung[]

Von St. Georg inpsirierte Mythen[]

  • St. Georg wird von Muslimen oft mit dem Heiligen al-Chidr oder dem Volkshelden Sarı Saltık gleichgesetzt oder das Töten des Drachen wird al-Chidr zugeschrieben.
  • Die Bolla der albanischen Mythologie darf nur einmal im Jahr ihre Augen öffnen, da St. Georg angeblich seinen Drachen dazu verflucht hat, nur am Georgstag sehen zu können.
  • Auch in vielen Teilen Deutschlands wird St. Georg angebetet, so scheint die Drachentöter-Legende z.B. den Further Drachenstich und das Wurmeck in München inspiriert zu haben.
    • Ähnlich wie in Furth wird auch im niederländischen Beesel jährlich ein Drache gestochen.
  • Außerdem bezieht sich der katholische Drachenorden (lat. Societas Draconistarum, rum. Ordinul Dragonului) auf St. Georgs Drachentöter-Legende, neben der von Margareta von Antiochia. Dem Orden entstammt auch Vlad III. Drăculea, der das historische Vorbild für Bram Stokers Romanfigur Dracula sein soll und oft mit diesem gleichgesetzt wird[28].
  • Das Motiv der riesigen Drachenleiche, die von mehreren Ochsen weggezogen werden muss, verbreitete sich u.a. auch als Teil der Sage um Donatus von Evorea in Europa.

In der Populärkultur[]

  • William Shakespeare erwähnt St. Georg und seine Drachentöter-Legende in Richard III., Heinrich V. und König Lear.
  • In Edmund Spensers The Faerie Queene stellt sich der Rotkreuzritter, kurz bevor er gegen einen Drachen kämpft, als St. Georg heraus.
  • Bevis of Hampton betet während seines Drachenkampfes zu St. Georg. Die Beschreibung von Bevis Kampf diente wiederum als Inspiration für The Famous Historie of the Seaven Champions of Christendom, eine der einflussreichsten und bekanntesten Versionen der Georgssage.
  • Kenneth Grahame's Traumtage enthält ein Kapitel namens Der Drache, der nicht kämpfen wollte, in dem St. Georg und der eigentlich freundliche Drache einen gefälschten Kampf aufführen, um die Bevölkerung ruhigzustellen. Es diente als Inspiration für den Film Der Drache wider Willen.
    • In dem davon inspirierten Kinderbuch Kenny und der Drache ist es ein Dachs namens Georg, der bereits als Drachentöter bekannt ist und den gefälschten Kampf mit dem Drachen aufführen soll.
  • In Moby Dick vermutet Herman Melville, dass es sich bei dem Drachen, gegen den Georg kämpfte, um einen Wal handelt. Als Beleg führt er die Austauschbarkeit von Begriffen für Drachen (altgr.: Drakon) und Walen bzw. Seemonstern (altgr.: Ketos) in der antiken Literatur heran. Außerdem argumentiert er, dass es kaum heldenhaft sei, eine Echse zu töten, während es einen Helden wie Georg oder Perseus braucht, um einen Wal zu erlegen[29]. Damit stellte Melville seinen Walfänger Ahab in die Tradition zahlreicher traditioneller Drachentöter[30].
  • Im Fantasyroman Eine Reise durch die Zeit wird St. Georg zusammen mit Perseus und Beowulf von den Drachen mit tiefer Verachtung betrachtet.
  • Der einflussreiche Fantasy-Film Der Drachentöter basiert im groben auf der Legende.
  • Die Drachentöterin Silena, eine Nachfahrin des Heiligen Georg, spielt eine große Rolle in der Buchreihe Die Mächte des Feuers.
  • Der Erste Teil des Drachenritter-Zyklus von Gordon R. Dickson heißt im englischen Original The Dragon and the George (dt. der Drache und der Georg).
  • In J.R.R. Tolkiens Gedicht "Der Drache auf Besuch" (orig.: The Dragon’s Visit) versucht ein Feuerwehrmann namens Georg einen Drachen aus einem Baum zu vertreiben, jedoch ohne Erfolg[31].
  • Der Film George und das Ei des Drachen erzählt eine abgewandelte Version der Geschichte, in der die von George gerettete Prinzessin Lunna das Ei des Drachen stielt und so dafür sorgt, dass sie und der Ritter von der Drachenmutter verfolgt werden. Letztendlich beschließt George nicht nur, den Drachen nicht zu töten, sondern entfernt auch die Lanze seines Vaters, die seit dessen Kampf im Leib des Drachen steckt. Die Drachenmutter und ihr Junges ziehen sich dann in den See Loch Ness zurück.

Sonstiges[]

  • Im Jahr 2010 eröffnete die Achterbahn Joris en de Draak im niederländischen Freizeitpark Efteling, die auf der Sage basiert.[32]
  • Im Jahr 2018 wurde zum fünften Geburtstag des Prinzen George eine 5-Pfund-Münze veröffentlicht. Diese zeigt den Heiligen Georg, wie er gegen den Drachen kämpft.

Trivia[]

  • Riding a dragon upon Saint George ist ein Euphemismus für Geschlechtsverkehr aus dem 17. Jahrhundert[33].

Galerie[]

Siehe auch[]

  • Georg (Heiliger) in der Wikipedia, für weitere Infos über St. Georg abseits der Drachentöter-Legende

Quellen[]

  1. Johannes B. Aufhauser (ed., 1913), Miracula Sancti Georgii, Teubner
  2. 2,0 2,1 Jacobus (de Voragine) (1890), Graesse, Theodor, ed., "Cap. LVIII. De sancto Georgio", Legenda aurea: vulgo Historia lombardica dicta
  3. 3,0 3,1 Helen Gibson (1971), St. George The Ubiquitous, Saudi Aramco World (engl.)
  4. Thurston (1909), The Catholic Encyclopeia
  5. Philip J. Senter (2018), Serpents and Dragons in Christian Sacred Art, The World, Mai 2018
  6. 6,0 6,1 Christopher Walter (2003), The Warrior Saints in Byzantine Art and Tradition
  7. Kevin Tuite (2020), The Old Georgian version of the miracle of St George, the princess and the dragon: Text, commentary and translation, Sharing Myths, Texts and Sanctuaries in the South Caucasus
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 Daniel Ogden (2013), Drakōn: Dragon Myth and Serpent Cult in the Greek and Roman Worlds, Oxford University Press, Print ISBN 9780199557325
  9. Bernd Feiler (2020), Das Georgskirchlein auf dem Hügel, Süddeutsche Zeitung
  10. Duncan Robertson (1998), The Medieval Saints' Lives
  11. Thomas Browne (1672), Pseudodoxia Epidemica or Enquiries into very many received tenents and commonly presumed truths
  12. E. Gordon Whatley, Anne B. Thompson, Robert K. Upchurch (2004), St. George and the Dragon: Introduction in Saints' Lives in Middle English Collections, Medieval Institute Publications (2005), ISBN 978-1580440899
  13. Romolo Runcini(1999), Metamorfosi del fantastico: luoghi e figure nella letteratura, nel cinema, nei massmedia, Lithos
  14. Edmund Kerchever Chambers, ed. (1878), The Mediaeval Stage: book I. Minstrelsy. book II. Folk drama, Halle: M. Niemeyer
  15. Richard Johnson (1596), The Famous Historie of the Seaven Champions of Christendom
  16. Aufhauser, Johannes B. (1911), Das Drachenwunder des heiligen George in der griechischen und lateinischen Überlieferung
  17. 17,0 17,1 Philip Butterworth (2013), Late Medieval Performing Dragons, The Yearbook of English Studies, 43, 318, https://doi.org/10.5699/yearenglstud.43.2013.0318
  18. Wikipedia: Schwarzenberg/Erzgeb.
  19. Drachenkämpfer: Sankt Georg als Edelmann
  20. Wikipedia: Dragon Hill, Uffington (englisch)
  21. Bures-online: The Bures or Wormingford dragon
  22. A.C. Fox-Davies (1915), The Book of Public Arms (2nd ed.), London: T. C. & E. C. Jack. S. 456–458
  23. Dragon boundary mark
  24. Dragonlore Issue 25
  25. Dragonglow: Snap the Norwich Snapdragon
  26. 26,0 26,1 John Louis Mina (1979), Thematic and Poetic Analysis of Russian Religious Oral Epics: Epic Duxovnye Stixi (Thesis), University of California, Berkeley
  27. Elizabeth Warner (2002), Russian Myths, University of Texas Press, S. 67–68, ISBN 978-0-2927-9158-9
  28. Wikipedia: Drachenorden
  29. Herman Melville (1851), Moby Dick, Diogenes (2019), ISBN 978-3-257-24498-4
  30. Qiguang Zhao (1992), A Study of Dragons, East and West, Peter Lang Publishing Inc., ISBN 978-0820417585
  31. J. R. R. Tolkien, Douglas A. Anderson (2012), Das große Hobbit Buch, Klett-Kotta, ISBN 978-3-608-93714-5
  32. Joris en de Draak, Freizeitpark-Welt.de
  33. Arika Okrent (2014), 31 Adorable Slang Terms for Sex From the Last 600 Years, Mentalfloss
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