Drachen Wiki

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Sari Saltuk (türk.: Sarı Saltık, osmanisch صارى صالتق Ṣarı̊ Ṣaltı̊q, auch Sari Saltuk Dedebaba genannt, gest. 1297/1298)[1] war ein türkischer Derwisch aus dem 13. Jahrhundert. Vermutlich existierte er wirklich, jedoch sind die meisten ihm zugeschriebenen Taten, wie das Töten eines Drachen (türk.: Ejder), eher Legenden.

Sari Saltuk wurde von Christen im Osmanischen Reich mit dem christlichen Heiligen Nikolaus von Myra gleichgesetzt[2].

Sari Saltuk und der Drache[]

In Kaliakra[2] in Dobrudscha (laut dem Saltuknâme an einem Ort namens Yılan Baba bzw. Yılan Tekyes[2]) soll laut dem Seyahatnâme ein siebenköpfiger Drache (ota.: ejder-i heft-se[2]) gehaust haben, dem die beiden Töchter des Königs als Nahrung versprochen waren. Sari war zu dieser Zeit von Hadschi Bektasch in die Region geschickt worden. Er versprach, die Mädchen zu retten, wenn ihr Vater dafür zum Islam übertreten würde[3].

Sari ging mit seinen siebzig Derwischen zu der Säule, an die die Mädchen gebunden waren. Seine Begleiter spielten Trommeln und schwangen sein Banner. Sari band die Mädchen los und wartete mit seinem Holzschwert auf den Drachen[3].

Als der Drache erschien, sprach Sari ihn mit einem Koran-Vers an. Dann schnitt er drei der Drachenköpfe ab, woraufhin der Drache floh. Sari folgte dem Drachen in seine Höhle, an deren Eingang er die restlichen Köpfe mit seinem Holzschwert abtrennte. In der Höhle versuchte der kopflose Drache Sari gegen die Felswand zu pressen, die unter Saris Händen und Füßen nachgab. Noch heute sind die Abdrücke dort zu sehen[3].

Erschöpft fiel der Drache schließlich zu Boden und starb. Sari brachte blutverschmiet die Mädchen zu ihrem Vater zurück. Doch der Mann, der Sari den Weg zur Säule gezeigt hatte, hatte die Zungen und Ohren der drei Drachenköpfe abgeschnitten und dem König vorgelegt. Obwohl die Prinzessinnen bezeugten, dass Sari der Drachentöter war, bestand der Mann auf seiner Geschichte[3].

Als Beweis, dass er den Drachen getötet hatte, schlug Sari vor, mit dem Mann in einem Topf gekocht zu werden. Obwohl der Betrüger nicht begeistert war, akzeptierte der König den Test. Beide wurden von ihren Begleitern gefesselt und in den Topf gesetzt, der langsam erhitzt wurde. Sari überlebte die Kochtopf-Prüfung, während der Betrüger wie Eintopf oder Weizenpudding verkochte[2].

Zur gleichen Zeit war Hadschi Bektasch in Kırşehir in Anatolien und fühlte, dass Saltik in Schwierigkeiten war. Er wischte mit einem Taschentuch über einen Felsen, aus dem seitdem Salzwasser tropft[3]. Das Saltuknâme und Vilayetnâme hingegen beschreiben, dass Sari selbst nach seinem Sieg die Quelle erschuf[2].

Hintergründe[]

Die Drachentöter-Legende stammt aus dem Saltuknâme, wird jedoch in Evliya Çelebis Seyahatnâme und im Vilayetnâme genauer beschrieben. So fehlt z.B. im Saltuknâme die Information, dass der Drache sieben Köpfe hat, und nur das Vilayetnâme beschreibt, dass er die Prinzessinnen fressen möchte. Die im Saltuknâme fehlenden Elemente stammen vermutlich aus der lokalen Folklore[2].

Dass Drachenzungen als Beweis benutzt werden, um den wahren Drachentöter herauszufinden, ist in europäischen Märchen wie "Tristan und Isolde", Die zwei Brüder oder Georgic und Merlin ein häufiges Motiv. Hier ist es jedoch meist der echte Drachentöter, der die Zungen verwendet, um den falschen, der den zungenlosen Kopf gestohlen hat, zu enttarnen. In der Bayajidda-Legende der Hausa liefern die falschen Drachentöter andere Schlangenköpfe, bevor der echte Held den Kopf des Drachen Sarki bringt.

Trivia[]

  • In manchen Legenden wurde er mit dem christlichen Heiligen St. Georg gleichgesetzt[4].

Einzelnachweise[]

  1. Yusuf an-Nabhani: Ğami Karamat'l-Awliya
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Helga Anetshofer (2012), Legends of Sarı Saltık in the Seyahatnâme and the Bektashi Oral Tradition in N. Tezcan, S. Tezcan, R. Dankoff (2012), Evliyâ Çelebi: Studies and Essays Commemorating the 400th Anniversary of his Birth, Isbank Culture Publication, ISBN 978-605-5327-19-4
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Sari Saltik: A Bektashi Story, basierend auf Evliya Çelebi (1640), Seyahatnâme
  4. Franz Babinger (1993), Ṣari Ṣaltik Dede in M. Th. Houtsma et all, First Encyclopaedia of Islam, VII. Leiden: E.J. Brill, S. 171–172, ISBN 90-04-09796-1