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Sari Saltuk (türk.: Sarı Saltık, osmanisch صارى صالتق Ṣarı̊ Ṣaltı̊q, auch Sari Saltuk Dedebaba genannt, gest. 1297/1298)[1] war ein türkischer Derwisch aus dem 13. Jahrhundert. Vermutlich existierte er wirklich, jedoch sind die meisten ihm zugeschriebenen Taten, wie das Töten eines Drachen, eher Legenden.

Die Drachentöter-Legende stammt aus dem Saltuknâme, wird jedoch im Seyahatnâme und im Vilayetnâme genauer beschrieben[2].

Sari Saltuk und der DracheBearbeiten

In Kaliakra[2] in Dobrudscha soll der Sage nach ein siebenköpfiger Drache gehaust haben, dem die beiden Töchter des Königs als Nahrung versprochen waren. Sari war zu dieser Zeit von Hadschi Bektasch in die Region geschickt worden. Er versprach, die Mädchen zu retten, wenn ihr Vater dafür zum Islam übertreten würde[3].

Sari ging mit seinen siebzig Derwischen zu der Säule, an die die Mädchen gebunden waren. Seine Begleiter spielten Trommeln und schwangen sein Banner. Sari band die Mädchen los und wartete mit seinem Holzschwert auf den Drachen[3].

Als der Drache erschien, sprach Sari ihn mit einem Koran-Vers an. Dann schnitt er drei der Drachenköpfe ab, woraufhin der Drache floh. Sari folgte dem Drachen in seine Höhle, an deren Eingang er die restlichen Köpfe mit seinem Holzschwert abtrennte. In der Höhle versuchte der kopflose Drache Sari gegen die Felswand zu pressen, die unter Saris Händen und Füßen nachgab. Noch heute sind die Abdrücke dort zu sehen[3].

Erschöpft fiel der Drache schließlich zu Boden und starb. Sari brachte blutverschmiet die Mädchen zu ihrem Vater zurück. Doch der Mann, der Sari den Weg zur Säule gezeigt hatte, hatte die Zungen und Ohren der drei Drachenköpfe abgeschnitten und dem König vorgelegt. Obwohl die Prinzessinnen bezeugten, dass Sari der Drachentöter war, bestand der Mann auf seiner Geschichte[3].

Als Beweis, dass er den Drachen getötet hatte, schlug Sari vor, mit dem Mann in einem Topf gekocht zu werden. Obwohl der Betrüger nicht begeistert war, akzeptierte der König den Test. Beide wurden von ihren Begleitern gefesselt und in den Topf gesetzt, der langsam erhitzt wurde[3].

Zur gleichen Zeit war Hadschi Bektasch in Kırşehir in Anatolien und fühlte, dass Saltik in Schwierigkeiten war. Er wischte mit einem Taschentuch über einen Felsen, aus dem seitdem Salzwasser tropft[3].

Sari überlebte die Kochtopf-Prüfung, während der Betrüger wie Eintopf oder Weizenpudding verkochte[2].

TriviaBearbeiten

  • In manchen Legenden wurde er mit dem christlichen Heiligen St. Georg gleichgesetzt[4].

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Yusuf an-Nabhani: Ğami Karamat'l-Awliya
  2. 2,0 2,1 2,2 Helga Anetshofer (2012), Legends of Sarı Saltık in the Seyahatnâme and the Bektashi Oral Tradition
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Sari Saltik: A Bektashi Story, basierend auf dem Seyahatnâme
  4. Franz Babinger (1993), Ṣari Ṣaltik Dede in M. Th. Houtsma et all, First Encyclopaedia of Islam, VII. Leiden: E.J. Brill, S. 171–172, ISBN 90-04-09796-1
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