Darstellung von Samson mit Schlangen zu seinen Füßen

Der heilige Samson von Dol (* ca. 485, Süd-Wales, † ca. 568, Dol-de-Bretagne) war ein katholischer Heiliger, der mehrere Drachen getötet oder gezähmt haben soll. Bekannt sind diese Sagen durch die Vita Samsonis, die eine Art Biographie des Heiligen darstellt.

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Drache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapitel 32 der Vita erzählt von Samsons erster Begegnung mit einem Drachen. Als er eines Tages mit seinem Bruder auf Reisen war, sahen sie einen verbrannten Pfad, als ob ein großer Baumstamm durch das verbrannte Gras gezogen worden wäre. Sie erkennen die Spur als den Pfad der Großen Schlange des Waldes, über die sich bereits ihre Vorfahren Geschichten erzählten. Samson ging vor, um die Kreatur zu konfrontieren.

Bald sah er den Drachen, der Feuer spieh und ein lautes Geräusch machte. Der Drache bewirft Samson mit Erde, doch dieser geht weiter auf ihn zu. Überwältigt vom Glauben des Heiligen faucht der Drache als wäre er von einem Schwert getroffen, rollt sich zusammen und beisst sich in den eigenen Schwanz. Daraufhin zeichnete Samson einen Kreis um die Kreatur auf den Boden und ein Kreuz in diesen Kreis und dankte dem Herrn. Dadurch wurde der Drache zahm und gehorchte den Befehlen Samsons. Samson befahl dem Drachen zu sterben, was dieser tat.

Der zweite Drache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kapitel 50 traf Samson auf eine Gruppe Menschen, die ein heidnisches Monument anbeteten. Dazu führten sie ein Stück auf, das die Tötung von Balor darstellt. Samson kann die menschen von diesem Götzendienst abhalten, findet jedoch auch den Grund dafür heraus. Mit dem Ritual sollte ein Drache aufgehalten werden, der die Felder der Menschen verheerte und zwei Dörfer bedrohte.

Samson reiste daraufhin zur Höhle des Drachen. Auch dieser Drache rollte sich zusammen und biss sich in den eigenen Schwanz. Daraufhin leinte er die Kreatur an und befahl auch ihr, zu sterben, während er sie über eine Klippe warf. Dann dankte er Gott und dieser sandte einen Regenschauer machte die Höhle zur Quelle eines großen Flusses. Hier finden sich Parallelen zum klassischen Chaoskampf, in dem der Drache oft auch das lebensbringende Wasser von den Menschen fernhält, bis der Held ihn töten kann.

Der dritte Drache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kapitel 58 bittet der König ihn, sich um einen weiteren Drachen zu kümmern, der das Land verwüstete. Samson ging zu der Höhle und rief die Schlange im Namen von Jesus Christus, zu ihm herauszukommen. Als der Drache kam, band er ihm seinen Gürtel um den Hals und führte den zahmen Drachen zur Seine. Er befahl ihm, dort unter einem bestimmten Felsen zu bleiben. Zum Dank ließ der König an dieser Stelle ein großes Kloster bauen. Dabei handelt es sich vermutlich um die Kathedrale von Dol-de-Bretagne.

Der vierte Drache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im sechzigsten Kapitel hört Samson auf einer Reise durch Rumänien von einem Drachen, der Schaden anrichtete. Wieder konnte er den Drachen anbinden, woraufhin er ihn ins Meer warf und ihm befahl, zu sterben.

Ähnliche Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Binden des zahmen Drachen erinnert an die Sagen von Vigor von Bayeux, der in der Normandie aktiv war. Auch dieser Band einen Drachen mit seiner Stola und schickte ihn ins Meer[1]. Ein weiterer Heiliger, dem ähnliches nachgesagt wurde, ist St. Petroc aus England.

Dom Ambourg vermutet hier eine Verbindung zum mesopotamischen Mythos von Tiamat und biblischen Meeresdrachen wie Leviathan, während der Sturz des zweiten Drachen über eine Klippe den Fall Satans als Drache der Apokalypse wiederspiegelt[1].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Dominic Alexander (2008), Saints and Animals in the Middle Ages, Boydell & Brewer Ltd, ISBN 9781843833949
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