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Rostam (auch Rustam, persisch: رُستَم‎‎, türkisch: Rüstem) war ein mythologischer Held aus dem persischen Epos Schāhnāme. Es gibt verschiedene Geschichten, in denen er als Drachentöter auftritt.

Rostams dritte ArbeitBearbeiten

Ähnlich dem griechischen Herakles musste auch Rostam mehrere Arbeiten durchführen, jedoch waren es in seinem Fall nur sieben Arbeiten. Im Zuge seiner dritten Arbeit begegnete Rostam auf dem Weg nach Māzandarān (vermutlich Indien, nicht zu verwechseln mit der iranischen Provinz Māzandarān) einem gigantischen Drachen in einem Wald[1][2].

Als der Drache auftauchte, schlief der Held, wurde jedoch von seinem Pferd Rakhsh geweckt. Bis Rostam jedoch endlich erwachte, war der Drache wieder verschwunden. Als der Drache erneut auftauchte, versuchte Rakhsh erneut den Helden zu wecken, wodurch dieser sehr wütend auf das Pferd wurde. Jedoch bemerkte er rechtzeitig den Drachen und tötete ihn[2].

Rostam und der Babr-e BayānBearbeiten

Ebenfalls aus dem Schāhnāme stammt die Geschichte von Rostam und dem Babr-e Bayān, einem magischen Anzug. In dieser Geschichte ist Rostam im Alter von 12 oder 14 in einem fernen Land, laut dem Schāhnāme Indien, laut einer mandäischen Legende in China, und trifft dort auf einen unverwundbaren Drachen[1].

In der Schāhnāme-Version füllt er Ochsenhäute mit Kalk und Steinen und trägt sie zu dem Ort, an dem der Drache jede Woche aus dem Meer kriecht. Diesen Plan schlägt ihm sein Mentor Gōdarz vor. Der Drache schluckt den Köder und sein Bauch platzt auf. Danach häutet Rostam den Drachen und stellt daraus den Babr-e Bayān her[1].

In der mandäischen Variante fängt Rostam einen Dämon, der ihm rät, sich in einer Kiste zu verstecken. Diese wird von dem Drachen verschlungen, und Rostam tötet ihn von innen. Als Dank gibt ihm der König von China seine Tochter zur Frau[1].

In einer Variante aus der iranischen Folklore befestigt Rostam vergiftete Klingen an der Kiste anstatt sich darin zu verstecken. Danach fällt er für zwei Tage in Ohnmacht, wird aber von seinem Pferd bewacht[1].

Nach manchen Quellen ist Babr-e Bayān auch der Name des Drachen[3]

Jahāngīr-nāmaBearbeiten

Im Jahāngīr-nāma wird beschrieben, wie Rostam einen Drachen tötete, der aus dem Fluss Kaschaf kroch. Diese Handlung wird im Schāhnāme dem Helden Sām zugeschrieben[1].

Rostams NachkommenBearbeiten

Nicht nur Rostam, sondern auch einige seiner Nachkommen, waren als Drachentöter bekannt. Bei diesen Geschichten finden sich oft Parallelen zu einer Jugendgeschichte von Rostams Ur-Urgroßvater Garschasp aus dem Garshāspnāme.

FarāmarzBearbeiten

Im Farāmarz-nāma wird beschrieben, wie Rostams Sohn Farāmarz zusammen mit Bīžan einen Drachen namens mār-e jowšā (dt. zischende Schlange) tötete. Mār-e jowšā lebte auf einem Granitberg in Indien. Die beiden Helden nahmen teryāk (Gegengift) und steckten sich Ambra und Moschus in die Nase, um sich vor Gift und Gestank zu schützen. Dann versteckten sie sich in Kisten und ließen sich von der Schlange schlucken, um sie von innen zu töten[1].

Azar BarzinBearbeiten

Azar Barzin Dragon

Āḏar Barzīn reitet auf den Drachen zu und schießt seinen Pfeil ab.

Im Bahmannameh wird beschrieben, wie Farāmarz Sohn Āḏar Barzīn ebenfalls einen Drachen tötete. Jedes Jahr im Frühling kam eine dunkle Wolke aus einem Berg und zwang die Tochter des örtlichen Herrschers, Bēvarasp, mit ihr zu schlafen. Āḏar Barzīn fand heraus, dass die Wolke ein Drache war. Er stellte den Drachen, als er gerade eine Wüste durchquerte, und tötete ihn mit einem gut gezielten Pfeil, den den Drachen direkt in seinen feurigen Rachen traf[1][4].

Zu Ende des Epos rettet Āḏar Barzīn seinen Gefährten Bahman vor einem anderen Drachen[4].

BorzūBearbeiten

Rostams Enkel Borzū, Sohn seines anderen Sohnes Sohrāb, hielt im  Borzū-Nāma um die Hand der Prinzessin von Yaman an. Der König verlangte dafür, dass er den Drachen auf dem Berg Zahāb tötet[1].

Borzū trank teryāk und Milch, um sich gegen das Gift zu schützen, und ging zur Höhle des Drachen. Dort warf er dem Drachen eine Eisenkugel in den Rachen, schoss Pfeile in dessen Augen und erschlug ihn mit einer Keule. Danach fiel seine Rüstung ab und er wurde bewusstlos. Als er erwachte, wusch er sich in einer Quelle und die Menschen feierten seinen Sieg auf die selbe Art wie ein Neujahrsfest[1].

TriviaBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Ehsan Yarshater, Aždahā in Encyclopædia Iranica, Band 3, Fasc. 2, S. 191-205
  2. 2,0 2,1 Wikipedia: Rostam's Seven Labours
  3. Ehsan Yarshater, Babr-e Bayān in Encyclopædia Iranica, Band 3, Fasc. 3, S. 324-325
  4. 4,0 4,1 Simon Ray: Barzin killing the Dragon
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