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Mushussu

Darstellung des Mušḫuššu / Sirrusch am Ishtar-Tor

Der Drache Mušḫuššu (Keilschrift: 𒈲𒄭𒄊, früher oft als sirrušu bzw. Sirrusch gelesen) stammt ursprünglich aus der Mesopotamischen Mythologie. Er ist ein Mischwesen, das sowohl Hörner, als auch einen Schlangenkopf, die Pfoten eines Löwen, die Hinterbeine eines Adlers und den Schwanz eines Skorpions besaß, und ist älter als das Konzept des Drachen.

GeschichteBearbeiten

Mušḫuššu kommt bereits in der sumerischen Mythologie vor, z.B. auf der Vase von Gudea aus dem 21. Jahrhundert vor Christus[1].

Während des neubabylonischen Reiches war Mušḫuššu das Begleittier des Gottes Marduk und seines Sohnes Nabu[1]. Diese übernahmen den Drachen von Tišpak, des Stadtgottes der akkadischen Stadt Eshnunna[2]. Als Reittier von Tišpak wird er oft mit sieben Köpfen dargestellt[3].

Möglicherweise ist Mušḫuššu der Drache aus der Bibelgeschichte Bel und der Drache. Bel wäre in diesem Fall vermutlich Marduk.

BeschreibungBearbeiten

In einem Text aus der Bibliothek des assyrischen Königs Aššurbanipal kämpft der Gott Tišpak gegen Mušḫuššu. In einem Sturm kann der Gott den Drachen mit einem Pfeil töten, woraufhin dessen Blut drei Jahre und drei Monate lang Tag und Nacht fließt[3].

Hier wird der Drache als 50 Meilen lang und eine Meile breit beschrieben, mit einem sechs Ellen langen Maul und zwölf Ellen langen Ohren. Laut diesem Text kann er Vögel fangen, die 60 Ellen weit weg sind, und Gegenstände aus neun Ellen tiefem Wasser ziehen. Hebt er seinen Schwanz, berührt dieser den Himmel[3].

In der PopulärkulturBearbeiten

  • In der RPG-Serie Shin Megami Tensei ist Mushussu ein Dämon, dessen Design sich, anders als bei vielen anderen Dämonen, sehr nahe am mythologischen Vorbild orientiert.
  • In Joseph Niggs Buch "Drachen", einer fiktiven Anleitung zur Drachenzucht, ist der Mushussu eine Drachenart, die geritten werden kann.

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 F. A. M. Wiggermann (1992). Mesopotamian Protective Spirits: The Ritual Texts, BRILL, ISBN 978-90-72371-52-2
  2. Piotr Bienkowski, Alan Ralph Millard (2000), Dictionary of the Ancient Near East, University of Pennsylvania Press, ISBN 978-0-8122-3557-9
  3. 3,0 3,1 3,2 Theodore J. Lewis (1996), Lion-Dragon Myths. Journal of the American Oriental Society 116/1, 29. JSTOR 606370
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