Drachen Wiki
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Glykon ist der Gott eines vermutlich aus Makedonien stammenden Schlangenkultes

Laut Lukian von Samosata soll es in Makedonien zahme Drachen geben, welche von den Leuten dort als Haustiere gehalten werden.

Geschichte[]

In seiner Schrift über Alexander, den falchen Propheten (altgr.: Ἀλέξανδρος ἢ Ψευδόμαντις) erzählt Lukian, dass in Pallae in Makedonien zahme Schlangen (Drakontes) gehalten werden. Diese sollen so zahm sein, dass man sie mit Kindern spielen lassen kann[1]. Vermutlich bezieht Lukian sich auf einen in Makedonien verbreiteten Schlangenkult[2], den auch Plutarch im Zusammenhang mit Olympias von Epirus, der Mutter von Alexander dem Großen erwähnte[3]. So soll Olympias nicht nur mit einer zahmen Schlange im Bett geschlafen haben, die Schlange soll tatsächlich Zeus-Amun gewesen sein, der so zum Vater Alexanders wurde. Alexander trug, nachdem er sich zum Pharaoh von Ägypten krönen ließ, den Titel "Sohn des Ra"[4]. Auch Glykon könnte eine Ausprägung dieses Kultes gewesen sein.

Conrad Gessner gibt Lukians Informationen in seinem Schlangenbuch wider[5], als ob es sich um einen wissenschaftlichen Fakt handeln würde. Dabei missachtet er aber, dass Lukians Schrift als Satire auf Alexander von Abonuteichos gedacht war[6]. Edward Topsell übernahm Gessners Beschreibung in seiner History of four-footed beasts and serpents[7].

Beschreibung[]

Kinder sollen sogar auf den Drachen reiten und sie, ohne dafür angegriffen zu werden, ärgern können. Die Drachen werden von den Frauen Makedoniens gestillt und dürfen bei ihren Haltern im Bett schlafen[7].

Trivia[]

  • In der heutigen Republik Nordmazedonien ähnelt der Drachenglaube dem anderer Länder mit überwiegend slawischer Bevölkerung, siehe Slawischer Drache. Zu Topsells Zeit war das Gebiet Makedonien Teil des Osmanischen Reichs[8]. Der Süden des historischen Makedonien bildet heute die griechische Region Makedonien.
  • In der mazedonischen Sprache nennt man den Drachen ažder (аждер) oder Zmej (змеј)[9].

Quellen[]

  1. Lukian von Samosata (2. Jahrhundert), Ἀλέξανδρος ἢ Ψευδόμαντις
  2. C.P. Jones, Culture and Society in Lucian, https://doi.org/10.1086/ahr/92.5.1185
  3. Plutarch (2. Jahrhundert), Alexander
  4. Ian Worthington (2014), Alexander the Great: Man and God, Routledge, ISBN 9781317866442
  5. Conrad Gessner (1589), Schlangenbuch, Froschauer
  6. Philip J. Senter, Uta Mattox, Eid. E. Haddad (2016), Snake to Monster: Conrad Gessner's Schlangenbuch and the Evolution of the Dragon in the Literature of Natural History, Journal of Folklore Research, Vol. 53, No. 1-4, doi:10.2979/jfolkrese.53.1-4.67
  7. 7,0 7,1 Edward Topsell (1607), History of four-footed beasts and serpents, S. 704
  8. Wikipedia: Makedonien
  9. Wordhippo: What is the Macedonian word for dragon?
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