FANDOM


Trutnov Wappen Lindwurm

Das Wappen von Trutnov

"Du wütendes und niederträchtiges Untier, sei der Segen der Stadt Trautenau und bleibe es auch für ewig!"
―Text auf dem Denkmal in der Lindwurmgasse[|Quelle]

Der Lindwurm von Trutnov ist ein Drache, der die Stadt Trutnov (dt. Trautenau) in der Königgrätzer Region (cz.: Královéhradecký kraj) in Tschechien im Jahr 1006[1] terrorisiert haben soll.

LegendeBearbeiten

Der Legende nach tauchte der Drache auf, als die Stadt gerade erbaut wurde. Während der Bauarbeiten gingen zwei Maurer in den Wald, um einen Steinbruch zu suchen. Am Hang nahe dem ehemaligen Diebsturm hörten sie ein erschrecktes Rabengeschrei[2].

Schließlich fanden sie den Verursacher am Rand einer steilen Schlucht, die mit Gestrüpp überwuchert war. Direkt unter dem Felsen sahen sie den Raben, der aufgeregt umherflatterte. Sie fanden auch den Grund für die Angst des Vogels, und zwar einen Lindwurm, der aus einer Felshöhle hervorkam[2].

Schnell eilten die beiden Maurer zurück zu den anderen Arbeitern, jedoch nicht, ohne den Weg durch Zeichen in den Bäumen zu markieren. Der Bauherr, Albrecht von Trautenberg, wollte ihnen die Geschichte jedoch nicht glauben. Als sie jedoch Stein und Bein schworen, dass sie die Wahrheit sprechen, wollte der Bauherr sich persönlich überzeugen[2].

Nachdem auch er den Drachen gesehen hatte, leitete er sofort Vorbeitungen zum Einfangen und Töten des Untiers ein. Die Arbeiter ließen viele Bretter vom Hügel hinab zu der Höhle. An den Bäumen befestigten sie Schlingen, die sie an Seilen zur Höhle hinunterließen. Vor die Höhle legten sie ein totes Lamm als Köder[2].

Schließlich kam der Lindwurm hervor und stürzte sich auf das Lamm, wobei er über die Seile stolperte. Sobald er durch die Schlingen kroch, zogen sie diese fest zu und fesselten den Lindwurm. Sobald er bewegungsunfähig war, überlegten sie, wie sie ihn töten konnten[2].

Die Arbeiter fertigten ein großes Gitter, das sie auf den Lindwurm hinunterließen. Seitlich beschwerten sie es mit großen Steinen, einen Haufen auf den Kopf, und einen auf den Schwanz. Dann zündeten sie vor dem Drachen ein Feuer an, dessen Rauch ihn erstickte und schwächte, bis er schließlich starb[2].

Albrecht von Trautenberg ließ dem Lindwurm schließlich das Leder abziehen und es mit Holzspänen ausstopfen. Den Balg des Tieres stellten sie im alten Turm aus, während sie das Fleisch im Boden vergruben[2].

Zum Landtag in der Stadt Brno (dt. Brünn) im Jahr 1024 schenkten die Trautenauer den Lindwurm dem Fürsten von Brno. Dieser hängte ihn im Alten Rathaus auf, wo er noch heute ausgestellt ist[2].

HintergrundBearbeiten

Die Sage selbst ist erst im 16. Jahrhundert erstmals nachweisbar. Sie wurde zur Hintergrundgeschichte des Wappens und der Stadtsiegel, die den Lindwurm zeigen[1].

Tatsächlich handelt es sich bei dem in Brno ausgestellten Drachen um ein ausgestopftes Krokodil. Um diesen Drachen von Brno ranken sich auch in Brno diverse Sagen, nach denen er dort gewütet haben soll. Ursprünglich war es ein Geschenk des ungarischen Königs Matthias Corvinus im Jahr 1608, der es auf einem Kreuzzug von einem türkischen Sultan erhalten hatte[3].

NachwirkungBearbeiten

Jedes Jahr bei den Maifeierlichkeiten "Už ho nesou" (dt. "Er wird schon getragen!") wird ein aus Kupferblech bestehender Lindwurm unter Leitung von "Albrecht von Trautenau" zum Rübezahlplatz (cz.: Krakonošovo náměstí) gebracht und auf den Turm des Alten Rathauses hochgezogen. Im September findet dann die "Sundání draka" (dt.: Lindwurmabnahme) statt, wo er wieder heruntergenommen wird[2][4].

Im 19. Jahrhundert wurde, zu Ehren der Sage, die Gerbergasse in Lindwurmgasse (cz.: Dračí ulička) umbenannt. 2004 wurde in dieser Straße im Zuge ihrer Erneuerung ein Denkmal für den Lindwurm gebaut[1].

GalerieBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 Trutnov: Lindwurmgasse
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Trutnov: Trautenauer Lindwurmsage
  3. Public Art around the World: Brno Dragon
  4. Riesengebirge: Drachenlegende von Trutnov
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.