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Der Lindwurm vom Kahlenberg ist eine Wiener Drachensage.

Sage[]

Der Sage nach lebte im 12. Jahrhundert ein Lindwurm auf dem Kahlenberg. Als in Wien ein Haus gebaut wurde, sandte der Bauherr Leute in den Steinbruch am Kahlenberg. Doch die Arbeiter kamen verängstigt zurück und berichteten von einem Lindwurm mit kleinen Flügeln, der sich vor seiner Höhle sonnte[1][2].

Da ließ der Bauherr einen großen Kasten bauen, der vorne und hinten offen war. Die Öffnung auf der Rückseite war groß genug für den ganzen Drachen, die auf der Vorderseite nur für dessen Kopf. Man stellte diesen Kasten vor die Höhle, mit der großen Öffnung zum Höhleneingang. Vor die kleine Öffnung stellte man ein Kalb[1][2].

Als der Drache das Kalb sah, stieß er gierig aus der Höhle hervor und in den Kasten, von wo er den Kopf durch die kleine Öffnung streckte. Da ließen die Menschen einen schweren Schiebdeckel über die große Öffnung fallen und der Drache war gefangen. Jetzt wälzten sie schwere Steine über die Falle und zündeten ein Feuer an, durch dessen Rauch der Drache erstickte. Danach häuteten sie den Lindwurm und hängten die Haut an das neue Haus[1][2].

Trivia[]

  • Die Sage ähnelt der des Drachen vom Hermannskogel, die ebenfalls in Wien spielt und in der der Drache ebenfalls durch Feuer ausgeräuchert wird. Da der Drache vom Hermannskogel allerdings nie gefunden wurde, vermuten manche, dass er zum Kahlenberg entkam und es sich um den selben Lindwurm handelt[3].

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 Moriz Bermann (1880), Alt- und Neu-Wien: Geschichte der Kaiserstadt und ihrer Umgebungen, Hartleben, S. 181
  2. 2,0 2,1 2,2 Der Lindwurm vom Kahlenberg in Gustav Gugitz (1952), Die Sagen und Legenden der Stadt Wien, Hollinek
  3. Andreas Leder, Die Wiener und ihre Drachen in Future Magic, Ausgabe 50, Jänner 2006
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