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Twenty-sided-dice Dieser Artikel beschreibt eine Lindwurmsage aus Rottenburg am Neckar. Falls Sie nach einer Lindwurmsage aus Wurmlingen im Landkreis Tuttlingen suchen, finden Sie diese/n unter Wurm in der Tanhalde.
Wappen Wurmlingen (Rottenburg)

Wappen des Stadtteils Wurmlingen

"Lindwurm, Lindwurm, grausig’s Tier, hast schaun drei, vier g’fresse, den fünfte hast im Rache, Dem sechste wirsts au so mache."
―Kinderreim aus Lustnau

Der Lindwurm im Ammertal soll der Namensgeber des Stadtteils Wurmlingen der Stadt Rottenburg am Neckar in Baden-Württemberg sein.

SagenBearbeiten

Laut einer Sage aus Derendingen soll vor über dreihundert Jahren das Ammertal ein großer Sumpf gewesen sein, in dem der Lindwurm lebte. Dieser wurde täglich von den Bewohnern von Schwärzloch, Wurmlingen und andere Orte mit Schafen gefüttert. Blieben die Schafe aus, griff er Menschen an[1].

Nachdem schon viele vergeblich versucht hatten, ihn zu töten, kam ein fremder Ritter und behängte sich mit Spiegeln. Als der Lindwurm sich selbst in den Spiegeln erblickte, glaubte er einen anderen Drachen zu sehen und kam freundlich auf den Ritter zu. So hatte der Ritter genug Zeit, die Schwachstelle des Drachen zu finden und sein Schwert hineinzustecken[1].

Eine Variante der Sage aus Wurmlingen erzählt, dass der Lindwurm am Fuß der Wandelburg in einer Höhle lebte. Nach dieser Version wurde er von einem Riesen oder dem Herren von Schloss Presteneck erlegt. Auch wird erwähnt, dass ein anderer Lindwurm bei Schwärzloch erlegt wurde[1].

Nach einer Sage aus Lustnau soll der Lindwurm eine Gräfin von Tübingen bis zurück nach Tübingen verfolgt haben. Dort erzählte sie einem Ritter von dem Lindwurm, und dieser zog los und tötete den Drachen[1].

In Hirschau erzählt man sich, dass in Wurmlingen der weibliche Lindwurm lebte, auf der Weilerburg bei Rottenburg aber der Männliche. Diese sollen sich manchmal getroffen haben[1].

Ebenfalls aus Hirschau kommt eine Variante der Georgssage, laut der der Lindwurm täglich eine Frau und ein Schaf fraß. Als die Tochter des Kaisers an der Reihe war, kam der Heilige Georg und erstach den Drachen. Ihm zu Ehren wurde das Kalkweiler Kirchlein gebaut, an dem der Drache noch abgebildet ist[1].

DarstellungenBearbeiten

Auf den Sagen des Lindwurms sollen die Wappen des Adelsgeschlechtes Wurmlingen und des Rottenburger Stadtteils Wurmlingen stammen.

Daneben gibt es eine Abbildung des Heiligen Michael als Drachentöter auf der Wurmlinger Kirche St. Briccius im Dorf.

Ähnliche SagenBearbeiten

Das Ablenken des Drachen durch Spiegel ist eine Taktik, die auch der Spiegelritter von der Daseburg in Nordrhein-Westfalen verwendet haben soll. Vermutlich bestehen auch Parallelen zu Sagen, in denen ein Drache oder Basilisk durch sein eigenes Spiegelbild zu Tode erschreckt wird. Mit Sagen wie Der Drache im Keller oder Der Lindwurm bei Stuttgart sind solche Sagen in Baden-Württemberg vertreten.

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Geisterspiegel: Schwäbische Sagen 31
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