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Das Natterkrönlein

Illustration von 1890 zum Märchen Das Natterkrönlein

Schlangen

Eine Ringelnatter (rechts oben) neben anderen europäischen Schlangen

Die Krönleinschlange (auch Dankbare Schlange, Kranzlwurm, Krüendlwurm, Kranzelnatter, Kranlnatter, Krönleinnatter oder Krönlnatter) ist ein Fabelwesen, das in Sagen und Märchen Europas vorkommt. Manchmal wird sie auch als Schlangenkönig (auch Wurmkönig, Natternkönig[1], Snakenkönig[2][3] oder Otternkönig[4]) bezeichnet oder mit dem Haselwurm bzw. Weißen Wurm gleichgesetzt.

"Die Krone der Schlange" ist Motiv ATU 672 im Aarne-Thompson-Uther-Index, während "Kind und Schlange" Motiv ATU 285 darstellt[5].

Für gewöhnlich wird die Krönleinschlange als Ringelnatter identifiziert[6]. Da diese Mäuse jagt, war sie oft ein gerngesehener Hausgenosse[7] und wurde als Hausschlange geduldet. In Skandinavien wurde sie auch, wie andere Schlangen, unter der Türschwelle vergraben, um das Haus zu schützen, jedoch sind auch hier die Berichte über lebende Hausschlangen häufiger[8].

Märchen und Sagen[]

Magd und Schlange[]

Die bekannteste Inkarnation des Motivs ist das Märchen Das Natterkrönlein, welches erstmals 1854 von Ignaz und Josef Zingerle niedergeschrieben und später von Ludwig Bechstein ausgebaut wurde. In dem Märchen füttert eine Magd täglich eine Natter mit einer Krone auf dem Kopf, wodurch die Kühe gut gedeihen. Doch als der Bauer sie dabei erwischt, verstößt er sie vom Hof. Die Schlange schenkt der Magd ihre Krone, woraufhin diese sehr reich wird. Der Bauer aber verarmt in Abwesenheit der Schlange[9][10].

Einer Sage aus Gufidaun in Südtirol nach wurde eine Bauernmagd jeden Tag, wenn sie morgens und abends die Kühe molk, von einem Wurm mit einem Kranz auf dem Kopf (Kranzlwurm) besucht. Jedes mal gab sie ihm eine Schüssel mit Milch zu trinken. Als sie jedoch ihren Dienstplatz wechseln wollte, sagte sie am letzten Tag dem Wurm Lebewohl. Daraufhin legte das Tier seinen Kranz in die Milchschüssel und kroch davon. Die Magd nam den Kranz als Andenken mit und legte ihn zu ihrem Geld. Bald stellte sie fest, dass ihr Geld nie weniger wurde, egal wie viel sie davon nahm[11]

Auch im nahe gelegenen Lüsen gibt es eine ähnliche Sage. Hier wird berichtet, dass eine Käserin eine Schlange mit Milch fütterte und diese zutraulich wurde. Solange der Wurm in ihrem Haus wohnte, erging es ihr gut und sie hatte Glück und Wohlstand. Doch als einmal ein Knecht die Schlange sah und ihr die Schüssel an den Kopf warf, floh das Tier und der Segen den es brachte, endete[12].

Sehr ähnlich zur Berner Version ist eine Sage aus Immeneich (Gemeinde St. Blasien in Baden-Württemberg). Auch hier gab eine Magd der Schlange täglich etwas von der Milch ab, und als das Mädchen den Arbeitsplatz wechselte, fand ihre Nachfolgerin auf dem Melkstuhl eine goldene Krone vor, in der die Worte "Aus Dankbarkeit" standen. Sie brachte sie dem Bauern und dieser der ursprünglichen Magd. Seitdem wurde die Schlange nicht mehr gesehen[13][14].

Eine Sage aus Unterseen im Kanton Bern erzählt von einem Mädchen, das schon als Kind sein Brot und seine Milch immer mit einer gekrönten Schlange teilte. Als die Frau erwachsen war und heiratete kam auch die Schlange zu der Hochzeit und schenkte ihr ihre Krone[15]. Auch in Tiefenbach bei Oberstdorf im Allgäu gibt es eine solche Sage, jedoch ist es hier die Magd, die auf das Kind aufpasste, die schließlich heiratet[16]. In einer oberösterreichischen Sage lebt die Natter bei einer Bettlerin und schenkt die Krone schließlich einem Mädchen, das die Bettlerin in ihren letzten Tagen pflegte[17].

In der Schweizer Sage von der Schlangenkönigin wird das Motiv mit dem des seuchenverbreitenden Lindwurms und des oben erwähnten geizigen Bauern kombiniert. Der geizige Bauer kommt auch in einer Version aus Schapbach in Baden-Württemberg vor, wo er der Nachfolger des wohlwollenden Bauern ist[18].

In der Sage des Natternkönigs von Königshain trifft eine Frau im Wald auf den gekrönten Natternkönig, der von seinesgleichen umgeben ist. Sie stellt einen Kuchen auf ein weißes Tuch, und die Schlangen nehmen den Kuchen und schenken ihr dafür die Krone, die sie für zwei Taler verkaufen kann[1]. Das Tuch beschreibt auch der Heimatforscher Adalbert Depiny, laut dem eine Jungfrau eine Schlange dazu bringen kann, ihre Krone darauf zu legen. Danach muss sie durch neun (in einer anderen Sage drei oder zehn) Türen fliehen, bevor die Schlange sie einholen kann, und an der neuten Tür stirbt die Schlange selbst. Nach manchen Quellen muss das Tuch von einem siebenjährigen Mädchen gesponnen und von einem siebenjährigen Jungen gewebt sein[17].

In einer Sage aus einem Dorf nahe Garmisch besucht die Natter die Magd täglich, bevor sie ihr offenbart, wie sie sie erlösen kann. Die Natter würde in drei Tagen als abscheuchliche Schlange (Wurm) erscheinen und sich dreimal um den Hals der Magd winden, bevor sie ihr einen goldenen Schlüssel in den Mund legt. Die Magd müsse dies über sich ergehen lassen, ohne den Wurm abzuschütteln. Doch als sie sich ein drittes Mal um ihren Hals schlingen wollte, überkam die Magd ein Grauen und sie schüttelte das Tier ab. Da verschwand die Schlange und offenbarte, dass die Magd, hätte sie sie nicht abgeschüttelt, eine große Summe Geld erhalten hätte, die die Natter einst aus Geiz vergraben hatte[19]. Diese Sage ist fast identisch zu Bechsteins Märchen Die Schlange mit dem goldnen Schlüssel[20].

Manchmal kann es auch ein Mann sein, der die Schlange füttert. So soll auf der Schmützenriedfluh oberhalb Zweisimmen ein Ziegenhirt gerade sein Mittagsbrot gegessen haben, als er eine schwarze Schlange mit einer edelsteinbesetzten Krone und feurig glühenden Augen erblickte. Zunächst erschrak er, doch dann gab er ihr sein Brot. Die Schlange verschwand damit und ließ ihre Krone zurück. Diese machte ihn zu einem reichen Mann, und er eröffnete ein Wirtshaus zur "Schwarzen Schlange", welches später im ersten Dorfbrand zugrunde ging[21].

Diebstahl der Krone[]

In Stuttgart soll ein Seiler den Schlangenkönig, der von seinen Kindern Milch erhalten hatte, erschlagen haben. Durch den Verkauf der Krone wurde er sehr reich. Anderen Schlangenkönigen wurden ihre Kronen beim Baden gestohlen[22][23][2], z.B. Der Schlangenkönig zu Lübbenau. Vergleichbar ist auch eine Sage aus Herbriggen im Kanton Wallis, in dem ein junger Ziegenhirt jeden Tag seinen Proviant mit einer grünen Krönleinschlange mit rotem Kamm und Krone teilte. Als sie zusammen am Fluss tranken, legte die Schlange immer die Krone ab. Dies nutzte eines Tages der Vater des Jungen, um die Schlange zu erschlagen und die Krone zu stehlen. Kurz darauf gab es jedoch ein Erdbeben oder einen Erdrutsch[24]. In einer ähnlichen Sage aus Uri ist es der Hirt selbst, der die Krone stielt[23]. Eine weitere Sage aus Uri erzählt von einer Schlange, die nachts am Euter der Kühe trank. Als der Bauer sie erwischte, stahl er ihre Krone und die Schlange zerschlug sich den Kopf an der Mauer[25].

Einige Sagen lassen das Füttern der Schlange ganz weg und erzähle nur von Menschen, die einer Schlange die zum Baden abgelegte Krone stehlen, z.B. in der Sage von der Schlangenkönigin aus Feldkirch[26]. Wie es Dieben ergeht, die nicht rechtzeitig das Weite suchen können, zeigt die Sage vom Otternkönig aus der Görlitzer Heide. Durch das laute Zischen der verfolgenden Ottern geschwächt bricht der Dieb zusammen und wird von den Schlangen zerfleischt[4]. Manche Sagen erzählen, dass der Dieb verschont wurde, als er die Krone fallen ließ[17][3]. Manchmal ist die Schlange eine verzauberte menschliche Prinzessin, die erlöst werden kann, indem man ihr die Krone stielt[17]. In einer Sage aus Gurnellen in Uri kann der Mann sich retten, indem er in sein Haus flieht und die Schlange an der Tür zerschellt[27].

Kind und Schlange[]

Märchen-von-der-Unke Hermann Vogel 2

Die Unke mit der Krone, Illustration von Hermann Vogel, 1894

Auch das von den Brüdern Grimm gesammelte hessische "Märchen von der Unke" (erzählt von Dorothea und Lisette Wild) entspricht einem ähnlichen Schema. Ein Kind bekam täglich eine Schüssel Milch mit Brotstückchen darin und gab der Hausunke[28] immer etwas ab, wofür die Unke ihm Edelsteine, Perlen und goldene Spielsachen brachte. Da die Unke aber nur trank und keine Stückchen fraß, schlug das Kind sie mit dem Löffel und sagte "Ding, iß auch Brocken." Dies hörte die Mutter und als sie die Unke sah, fürchtete sie um ihr Kind und erschlug das Tier. Von da an wurde das Kind sehr krank und starb bald[29][30]. Sehr ähnliche Sagen sind im deutschsprachigen Raum weit verbreitet, z.B. in Schwarzach in Vorarlberg[31], in Barkow in Mecklenburg-Vorpommern[32], Oepping in Oberösterreich[33] oder in Isenthal und Flüelen in Uri[34] Es gibt jedoch auch Versionen, in denen die Schlange das Kind angreift, nachdem es sie ermahnt hat[33][34]. Eine Sage aus Silz in Mecklenburg erzählt, wie das Kind erwachsen wurde und als Erwachsener die Schlange tötete, um ihre Krone zu stehlen[35][2], was an die Diebes-Sagen aus dem vorherigen Abschnitt erinnert.

Die Brüder Grimm erzählen noch eine andere Variante, laut der ein Waisenkind eine Unke aus einer Öffnung an der Stadtmauer kommen sah. Es breitete ein blaues Tuch aus, da es wusste, dass die Unken solche Tücher lieben. Sofort kehrte das Tier um und brachte seine goldene Krone, die es auf das Tuch legte. Dann verschwand die Unke noch einmal, und in der Zeit nahm das Mädchen die Krone. Als die Unke aber zurückkehrte und die Krone nicht mehr fand, schlug sie ihren Kopf an die Wand bis sie starb. So konnte sie dem Mädchen nicht noch mehr Schätze bringen[29]. Das Motiv des Tuches kommt auch in der Sage von der Schlangenkönigin aus Hochwolkersdorf in Niederösterreich vor. In dieser Sage legt die Schlange ihre Krone auf das Tuch, wodurch ein Mann sie stehlen kann[36]. In manchen Sagen legt der Snakenkönig freiwillig jedes Jahr seine Krone ab[3].

Eine Sage aus dem Burgenland kombiniert das Motiv mit dem der versunkenen Stadt (siehe z.B. Die Sage vom Untergange der Stadt Haidach). So soll es einst eine Stadt namens Frauenstadt gegeben haben, in der ein großes Fest gefeiert wurde. Doch die alte Waberl war entsetzt von dem sündigen Treiben und verfluchte die Stadt, zu versinken und erst wieder aufzutauchen, wenn fromme Nachkommen sie erlösen. So geschah es, und seitdem lebte an der Stelle nur eine Kranzelnatter, die auf dem Kopf eine goldene Krone und im Maul einen silbernen Schlüssel trägt. Diese soll alle 100 Jahre erscheinen, und wenn es einem Menschenkind gelingt, sie zu sehen, könne es die versunkene Stadt wieder finden[37].

Schlange Hausfreund[]

Ludwig Bechstein sammelte zwei weitere Geschichten mit ähnlichen Motiven, nämlich die Sage "Die Schlange als Gast" und das Märchen "Schlange Hausfreund", in welchen ein Mann beim Holzsammeln wiederholt einer Schlange begegnet und sich deshalb nicht traut, einen großen Ast einzusammeln. Schließlich gelangt die Schlange trotzdem in das Haus des Mannes, wo sie sich mit der Katze anfreundet und dem armen Ehepaar Glück bringt. Wie die Krönleinschlangen trinkt die Schlange Milch. In der Sagenversion spielt Bechstein auf die klassische Fabel vom Landmann und der Schlange an, indem er explizit erwähnt, dass die Schlange "nicht so undankbar wie jene im Märchen [war], die ihren Wirten heimlich Gift in die Suppe spie"[38][39].

Sonstige[]

Scheuchzer Drache III

die von Scheuchzer beschriebene Schlange

1723 beschrieb der Schweizer Arzt Johann Jakob Scheuchzer neben anderen Drachen des Alpenraumes auch die Schlange von Bonstetten, deren Beschreibung ebenfalls eine Krone auf dem Kopf enthält. Da Scheuchzers Werk naturwissenschaftlicher Art ist und er nur einen Augenzeugenbericht zitiert, fehlen die üblichen Sagenmotive und die Schlange wird als reguläres Tier beschrieben. Scheuchzers Illustration zeigt die "Krone" als hahnenähnlichen Kamm auf dem Kopf[40]. Auch manche Sagen beschreiben die Krone eher als Hahnenkamm als als physische Krone[41]. Dass die Schlange nur gesichtet wird, kommt auch in manchen Sagen vor, die sich aber ein magisches Element bewahren, indem die Krone echtes Gold ist[41][42].

Auf Schloss Boymont soll es eine wunderschöne Schlange geben, die einen goldenen Schlüssel im Mund trägt. Sieht sie einen Menschen, flieht sie sofort ins Gemäuer des Schlosses. Angeblich soll sie einen verborgenen Schatz hüten[43].

Anmerkungen[]

Die Sage aus Gufidaun erinnert an nordische Sagen wie die von Ragnar loðbrók oder dem Lagarfljótwurm, in denen ein Drache selbst in die Geldschatulle gelegt wurde und dann zusammen mit dem Reichtum wächst.

Auch andere Drachen in Sagen ernähren sich von Milch, jedoch stehlen sie diese oft oder töten Kühe dafür. Interessant ist allgemein, dass Krönleinschlangen, im Gegensatz zu den meisten Schlangen und Drachen, in der Folklore oft positiv dargestellt werden. Insofern erinnern sie an Hausdrachen wie den Gluhschwanz, der im Gegenzug für Nahrung wie Milch oft Gold bringt. Jedoch ist dieses oft gestohlen, und Hausdrachen werden auch mit Hexen assoziiert. Die Vorstellung von glückbringenden Hausschlangen geht vermutlich auf die griechische Agathos Daimon Tradition zurück[44].

Bei der "Krone" handelt es sich vermutlich um den hellen Fleck am Hals der Ringelnatter, welche in vorchristlichen Zeiten als gutes Omen angesehen und verehrt wurde, während sie im Mittelalter oft mit dem ebenfalls gekrönten Basilisken assoziiert wurde[45]. Das Motiv scheint sich mit den Mythen von Drachensteinen vermischt zu haben. Andere vermuten, dass bei Schlangensichtungen noch ein Stück Haut von der letzten Häutung am Hals klebte und den Eindruck einer Krone erweckte[46]. Laut Josef Müller vermuten einige, dass die Krone ein hahnenartiger Kamm sei, der sich golden Färbte, da die Tiere mit ihrer Nahrung goldhaltigen Staub aufnehmen[41].

Die Idee, dass die Schlange Schätze bringt oder ihre Krone darauf legt, wenn man ein Tuch ausbreitet, erinnert an eine Erzählung aus Flavius Philostratos "Vita Apollonii". Philostratos erzählt, dass man in Indien Decken mit magischen Runen vor Drachenhöhlen ausbreitet. Dadurch streckt der Drache seinen Kopf heraus und kann eingeschläfert werden. Danach kann man ihm seinen Drachenstein stehlen[47]. Ähnlich sind auch die Sagen um Vouivre und Schießschlangen, die beim Baden ihre Kronen oder Drachensteine ablegen, wodurch man sie ihnen stehlen kann. In manchen Sagen ist es auch das Gift, das die Schlange beim Baden ablegt[48].

Der Volkskundler Karl Haupt erklärt das Verhalten der Schlangen dadurch, dass die weiße Farbe des Tuches die Kreaturen der Finsternis verzaubert, so dass sie ihre Schätze opfern müssen[49].

Das Motiv der Schlange, die erlöst werden kann, wie es in der Sage aus Garmisch und in Bechsteins "Die Schlange mit dem goldnen Schlüssel" vorkommt, erinnert an die Sage vom Drachen von Kos und an Bechsteins Märchen "Der Schäfer und die Schlange". Jedoch gelingt es dem Schäfer in letzterer Version, die Schlange tatsächlich zu erlösen.

Laut dem Volkskundler Lutz Röhrich ist die Vorstellung von Sympathieschlangen, mit denen einzelne Familienmitglieder ihr Schicksal teilen, ein sehr altes Motiv, das sich in dem Grimmschen Märchen von der Unke wiederspiegelt[48][6]. Ähnlich ist auch der Glaube in Montenegro, dass unter jedem Haus eine schwarze Schlange lebt. Tötet man diese, stirbt der Hausherr[50]. Laut sorbischem Volksglauben gibt es sogar zwei Schlangen in jedem Haus, eine für den Hausherren und eine für die Hausherrin[51].

Ein erster Hinweis auf das Motiv von Kind und Schlange kommt im 15. Jahrhundert in Gottschalk Hollens Sermonum opus exquisitissimum vor. Auch Charles Lambs Gedicht "The Boy And The Snake" entspricht dem Kind und Schlange Muster, enthält jedoch keine Erwähnung der Krone[52][5]. In dem "Kind und Schlange"-Motiv interpretiert Röhrich so, dass das Kind mit dem männlichen, väterlichen Element der Schlange um die mütterliche Gabe der Milch ringt und dabei siegt. Ohne den Vater kann jedoch auch das Kind selbst nicht überleben[48].

Während die Schlange in europäischen Märchen und Sagen oft eine harmlose Ringelnatter ist, gibt es in Nordamerika Varianten mit Klapperschlangen. Durch die Einflüsse aus der Folklore der Cherokee und afrikanischer Sklaven enthalten nordamerikanische Versionen häufig eine Verwandlung des Kindes in eine Schlange[5][53].

Im Volksglauben wurden versteinerte Seeigel oft als Kronen von Schlangen oder Kröten identifiziert. Ihnen wurden heilsame Fähigkeiten zugeschrieben[51].

In der Populärkultur[]

Krönlein-Natter-Brunnen

Der Krönlein-Natter-Brunnen in Augsburg

  • An der Birkenau-Grundschule in Augsburg steht ein Brunnen mit einer Statue einer Krönleinnatter, der so genannte Krönlein-Natter-Brunnen. Er wurde 1962 vom Bildhauer Sepp Marstaller entworfen, da die Krönleinnatter das Maskottchen der Schule ist.

Siehe auch[]

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 84. Der Natternkönig in Königshainin Karl Haupt (1862), Sagenbuch der Lausitz, Band 1, Engelmann, S. 78
  2. 2,0 2,1 2,2 367. Schlangenkönig in Karl Bartsch (1879), Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Band 1, S. 278-279
  3. 3,0 3,1 3,2 Der Snakenkönig in Wilhelm Busch (1910), Ut ôler Welt. Volksmärchen, Sagen, Volkslieder und Reime, Otto Nöldeke, S. 126-127
  4. 4,0 4,1 85. Der Otternstein bei Neuhausin Karl Haupt (1862), Sagenbuch der Lausitz, Band 1, Engelmann, S. 75-79
  5. 5,0 5,1 5,2 Kind und Schlange in Doris Boden, Susanne Friede, Ulrich Marzolph, Christine Shojaei Kawan, Enzyklopädie des Märchens, Band 7 Ibn al-Gauzi - Kleines Volk, De Gruyter (1993), https://doi.org/10.1515/9783110860535
  6. 6,0 6,1 Lutz Röhrich (1956), Märchen und Wirklichkeit: eine volkskundliche Untersuchung, F. Steiner, S. 62
  7. Christian Richter (1797), Ueber die fabelhaften Tiere: Ein Versuch, Perthes, S. 104-105
  8. Gustav Ränk (1956), Die Schlange als Schwellenschutz in der schwedischen Volksüberlieferung, Journal of Anthropology, Vol. 21, Issue 1-2, S. 57-72, https://doi.org/10.1080/00141844.1956.9980813
  9. Noch ein Märchen von der Krönlnatter in Ignaz und Joseph Zingerle (1854), Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland, J.W. Wolf
  10. Das Natterkrönlein in Ludwig Bechstein (1856), Neues deutsches Märchenbuch, Holzinger (2014), S. 484-487, ISBN 978-1482316230
  11. Der Kranzlwurm in Ignaz Vinzenz Zingerle (1891), Sagen aus Tirol, 2. Auflage.
  12. Der Wurm auf Nibelnal in Johann Adolf Heyl (1897), Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol
  13. 12. Dankbare Schlange. in Bernhard Baader (1851), Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden, Band 1, Verlag der Herder’schen Buchhandlung, S. 7-8
  14. Die dankbare Schlange in August Schnezler (1846), Badisches Sagen-Buch, Erste Abtheilung, Creuzbauer und Hasper, S. 134–135
  15. Die Schlangenfreundin von Unterseen in Sergius Golowin (1970), Menschen und Mächte: Sagen zwischen Jura und Alpen, Schweizer Verlagshaus
  16. Karl. A. Reiser (1895), Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus, Kösel, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007478-0, S. 269-270
  17. 17,0 17,1 17,2 17,3 3. Die Krönlnatter in Adalbert Depiny (1932), Oberösterreichisches Sagenbuch, S. 58-60
  18. Der Schlangenhof im Schappacher Thal in August Schnezler (1846), Badisches Sagen-Buch, Erste Abtheilung, Creuzbauer und Hasper, S. 474–476
  19. Die Garmischer Krönlnatter in Alfons Schweiggert (2022), Bayerische Märchen, SüdOst Verlag, ISBN 978-3-95587-802-3
  20. Die Schlange mit dem goldnen Schlüssel in Ludwig Bechstein (1856), Neues deutsches Märchenbuch, Holzinger (2014), S. 598-599, ISBN 978-1482316230
  21. David Gempeler (1909), Sagen und Sagengeschichten aus dem Simmenthal, 4. Band, Stämpfli, S. 114
  22. 941. Der Schlangenkönig in Ludwig Bechstein (1853), Deutsches Sagenbuch, Georg Wigand
  23. 23,0 23,1 1299. Die geraubte Schlangenkrone in Josef Müller (1945), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 184-185
  24. Der Geisshirt und die Krönleinschlange in Curt Englert-Faye (1980), Alpensagen und Sennengeschichten aus der Schweiz, Zbinden Verlag, ISBN 978-3859893924
  25. 1300. Der sonderbare Kuhmelker in Josef Müller (1945), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 185-186
  26. Franz Josef Vonbun (1858), Die Sagen Vorarlbergs, Wagner, S. 57-58
  27. 1297. Von Schlangen verfolgt in Josef Müller (1945), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 183-184
  28. "Unke" war bis zum 17. Jahrhundert ein allgemeiner Begriff für Schlangen und Kriechtiere, besonders für die Ringelnatter, und ist nicht zu verwechseln mit den heute Unken genannten Froschlurchen, siehe Helmut Claus (1956), Zur Bedeutungsgeographie von Unke, STUF - Language Typology and Universals, Band 9, https://doi.org/10.1524/stuf.1956.9.14.169
  29. 29,0 29,1 105. Märchen von der Unke in Jacob und Wilhelm Grimm (1815), Kinder- und Hausmärchen, Realschulbuchhandlung, S. 513-514
  30. Heinz Rölleke (2004), Grimms Märchen von der Unke (KH M 105.I). Eine merkwürdige Textgenese, Fabula, Vol. 45, Issue 1-2, S. 102-104, https://doi.org/10.1515/fabl.2004.001
  31. 118. Die Krönleinnatter in Richard Beitl (1953), Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Montfort-Verlag, S. 82
  32. 257. Die todte Schlange [1] in Jodocus Donatus Hubertus Temme (1840), Die Volkssagen von Pommern und Rügen, Nicolaische Buchhandlung, S. 306-307
  33. 33,0 33,1 6. Von Ungeheuern, Drachen und wilden Tieren. 2. Von Stutzen, Nattern und vom Natternbannen in Dr. Albert Depiny (1932), Oberösterreichisches Sagenbuch, R. Pirngruber, S. 56-58
  34. 34,0 34,1 1302. Kind und gekrönte Schlange in Josef Müller (1945), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 186-188
  35. Der Schlangenkönig im Walde bei Sülz in Albert Niederhöffer (1862), Mecklenburgs Volkssagen, Band 4, Hübner, S. 42
  36. Die Schlangenkönigin in Leander Petzoldt (1994), Sagen aus dem Burgenland, Diederichs, ISBN 978-3424012231
  37. Der Fluch in Leander Petzold (1994), Sagen aus dem Burgenland, Diederichs, ISBN 9783424012231
  38. 961. Die Schlange als Gast in Ludwig Bechstein (1853), Deutsches Sagenbuch, Georg Wigand, S. 618
  39. Schlange Hausfreund in Ludwig Bechstein (1856), Neues deutsches Märchenbuch, Holzinger (2014), S. 679-681, ISBN 978-1482316230
  40. Johann Georg Sulzer (1746), Johann Jacob Scheuchzers Natur-Geschichte des Schweizerlandes: sammt seinen Reisen über die schweitzerische Gebürge, Teil 2, S. 223-224, https://doi.org/10.3931/e-rara-27207
  41. 41,0 41,1 41,2 1287. Schlangenkönige in Josef Müller (1945), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 176-178
  42. 1298. Das Schlangenkrönlein in Josef Müller (1945), Sagen aus Uri, Bände 1-3, G. Krebs, S. 184
  43. Der schöne Wurm in Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1861), Deutsche Alpensagen, W. Braumüller, S. 361
  44. Nikolai P. Gordeev (2017), Snakes in the Ritual Systems of Various Peoples, Anthropology & Archeology of Eurasia, Volume 56, Issue 1-2: Animal-Human Interrelationships, S. 93-121, https://doi.org/10.1080/10611959.2017.1352330
  45. H. J. R. Lenders, Ingo A. W. Janssen (2014), The Grass Snake and the Basilisk: From Pre-Christian Protective House God to the Antichrist, Environment and History, Vol. 20, No. 3, S. 319-346, https://doi.org/10.3197/096734014X14031694156367, https://www.jstor.org/stable/43298555
  46. An die Zürcherische Jugend auf das Jahr 1832, Naturforschende Gesellschaft, Band XXXIV
  47. Flavius Philostratos (220), Τὰ ἐς τὸν Τυανέα Ἀπολλώνιον, Englische Version: Life of Apollonius of Tyana
  48. 48,0 48,1 48,2 Lutz Röhrich (1951), HUND, PFERD, KRÖTE UND SCHLANGE ALS SYMBOLISCHE LEITGESTALTEN IN VOLKSGLAUBEN UND SAGE, Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, Vol. 3, No. 1, S. 69-76, https://www.jstor.org/stable/23897263
  49. 82. Der Schlangenkönig von Lübbenauin Karl Haupt (1862), Sagenbuch der Lausitz, Band 1, Engelmann, S. 75-77
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  51. 51,0 51,1 W. v. Schulenberg (1880), Die Steine im Volksglauben des Spreewaldes, Zeitschrift für Ethnologie, 12. Bd. S. 252-260, https://www.jstor.org/stable/23026540
  52. The Boy and Snake in Charles Lamb (1805), Poetry for Children, J.M. Dent & Co.
  53. B. H. Waugh (1960), The Child and the Snake in North America (Aa-Th 285), Norveg 7, S. 153-182
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