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Jing-wei und der letzte Drache

Jing-wei und der letzte Drache ist ein Fantasyroman mit historischen Elementen von Sherryl Jordon. Das Buch erschien 2002, die deutsche Ausgabe kam 2005 im Verlag Sauerländer heraus. Die Taschenbuchausgabe kam 2008 im Verlag Carlsen heraus.

Handlung Bearbeiten

"Dies ist die Geschichte von Justin aus Doran, wie sie Bruder Benedikt aus dem Kloster St. Edmund in Minstan erzählt und von ihm getreulich niedergeschrieben wurde. Es ist die wahre und verbürgte Aufzeichnung der Ereignisse in der St. – Aflric – Bucht und der Jagd nach dem letzten Drachen."
―Einleitung zu Jing-wei und der letzte Drache
England, 14. Jahrhundert:

Justin ist ein Bauernbursche, der zuhause die Schweine hütet. Er lebt bei seinen Eltern und seinen Schwestern im Dorf Doran. Er ist aber mit seinem Leben nicht sonderlich zufrieden, bis sich alles auf dramatische Weise ändert.

Eines Tages reist er zum Nachbarort und findet dort eine Schaustellertruppe vor, die eine ihrer Kuriositäten zur Schau stellt: Lizzie Kleinfuß.

Das Mädchen stammt aus China und wird wegen ihrer eigebundenen Füße als Monströsität vorgestellt.

Als Justin vom Nachbarort nach Hause zurückkehrt, findet er sein Dorf in Schutt und Asche vor. Seine gesamte Familie wurde getötet und alles, was er kannte, ist zerstört worden. In seiner Verzweiflung versinkt er in Lethargie und würde am liebsten sterben. Doch dann nimmt ihn jene fahrende Schaustellertruppe, die er zuletzt im Nachbarort angetroffen hatte, bei sich auf. Justin hört Geschichten, dass ein Drache für die Zerstörungen der Dörfer verantwortlich sei, doch Drachen gelten seit vielen Jahren als ausgestorben.

Justin macht dann nähere Bekanntschaft mit Lizzie Kleinfuß, die in Wahrheit Jing-wei heißt. Als Dank für seine Freundlichkeit ihr gegenüber erzählt sie ihm von der Verstümmelung ihrer Füße, als sie ein kleines Mädchen war, und wie sie von der chinesischen Stadt Hangzhou bis nach England kam. Justin rettet sie, als der Sohn des Anführers der Schaustellertruppe versucht, sich an ihr zu vergreifen und sie können gemeinsam die Flucht antreten.

Auf ihrer Flucht, bei der Justin Jing-wei auf seinem Rücken trägt, stoßen die beiden auf eine alte Frau, die auch aus China stammt, die ihnen von einem Drachen erzählt. Justin erfährt nun, dass der Drache für die Zerstörung seiner Heimat und die Tötung seiner Familie verantwortlich ist.

Die alte Frau möchte, dass sie gemeinsam den Drachen töten, um zu verhindern, dass dieser noch mehr Tod und Verderben über die Menschen bringt. Trotz aller Zweifel lässt sich Justin auf dieses Abenteuer ein.

Historische Hintergründe Bearbeiten

Ein paar historische Hintergründe zum Roman "Jing-wei und der letzte Drache":

  • Im 14. Jahrhundert wurden Bücher noch in Klöstern von Hand abgeschrieben.
  • Bücher konnten sich nur Reiche leisten.
  • Lesen wurde von Mönchen und Priestern gelehrt und Wissen, das nicht von der Kirche gelehrt wurde, wurde mit Misstrauen betrachtet.
  • Papier war in England eine Seltenheit, die chinesische Methode der Papierherstellung war bereits im neunten Jahrhundert in der arabischen Welt verbreitet.
  • Die Stadt Hangzhou wurde von Marco Polo als eine der schönsten und prächtigsten Städte der Welt beschrieben. Die Stadt ist auch heute noch eine bedeutende Produktions- und Handelsstätte für chinesische Seide und Long Jing-Tee.  
  • Historisch belegt ist die chinesische Sitte des Füßebindens. Das Füßebinden war ein bis ins 20. Jahrhundert in China verbreiteter Brauch der Körpermodifikation, bei dem die Füße von kleinen Mädchen durch Knochenbrechen und anschließendes extremes Abbinden irreparabel deformiert wurden. Hintergrund war ein vermutlich bereits seit dem 10. Jahrhundert existierendes Schönheitsideal für den Frauenfuß, das Lotos- oder Lilienfuß genannt wurde. Vor allem Mädchen aus höhergestellten Familien wurden in meist frühem Kindesalter Opfer dieses Brauches, der gravierende gesundheitliche Schäden mit sich brachte und im Ergebnis die Fortbewegung behinderte oder nur unter massiven Schmerzen ermöglichte. Bereits 1911 wurde das Füßebinden verboten und teilweise heimlich weitergeführt bis 1949 durch Mao Zedongs gesetzlich verankertes Verbot das Füßebinden endgültig geächtet wurde. Noch heute leben in China ältere Frauen mit sogenannten Lotusfüßen.
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