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Jiaolong
Der Jiāolóng (chin. 蛟龍, auch Chiao-Lung) ist ein Wasserdrache der chinesischen Mythologie. Obwohl er von den Chinesen als gewöhnliches Wassertier angesehen wurde, hatten sie große Ehrfurcht vor ihm.

BeschreibungBearbeiten

Die Beschreibungen von Jiaolong gehen auseinander. Nach manchen Quellen hat er den Körper einer Schlange und den Kopf eines Tigers, nach anderen ist er ein Fisch mit Schlangenschwanz. Manchmal sind sie auch vierbeinige Schlangen. Allen Beschreibungen gemein sind die verbundenen Augenbrauen.

Heute vermutet man, dass es sich bei den Jiaolong um die mythologische Version des Krokodils handelt. Andere Interpretationen sehen ihn als Hai, Rochen oder Meerjungfrau.

Die japanische Entsprechung ist der Wasserdrache Mizuchi (jap. 蛟).

EntwicklungBearbeiten

Fasan

Ein Fasan

Der Jiaolong kann von einem Fisch namens kiai-lin geboren werden, oder er schlüpft aus 1000 Jahre alten Eiern von Schlangen oder Fasanen. Meist werden sie bei der Entstehung neuer Flüsse geboren. Sehr alte oder schwere Tigersalmler können auch zu Jiaolong werden, hier finden sich Parallelen zum Sprichwort Liyu tiao longmen.

Es heisst auch, dass in einem Teich, in dem mehr als 3600 Fische schwimmen, ein Jiao (hornloser Drache) deren Anführer wird. Der Hornlose Drache ist vermutlich eine Parallele zum Yu-Lung, einer hornlosen, fischartigen Jugendform des Lung-Drachen. Entsprechend kann ein Jiaolong nach 1000 Jahren zu einem Lung-Drachen werden.

Nach anderen Quellen ist der Jiaolong auch die weibliche Form des Lung-Drachen.

SageBearbeiten

Statue of Zhou Chu in Yixing 2013-10

Statue von Zhou Chu, der den Drachen tötet

Eine Sage aus dem Buch Shishuo Xinyu aus der Liu Song Dynastie erzählt vom Tod eines Jiaolong. Der Sage nach lebte der bekannte General Zhou Chu (chin. 周處) in seiner Jugend in einem Dorf in Yixing, wo er aufgrund seiner grausamen Art neben einem Tiger und einem Jiaolong als eine der drei Geißeln des Dorfes angesehn wurde.

Auf die Bitte eines Dorfbewohners hin zog Zhou Chu aus, um den Tiger und den Drachen zu töten. Er kämpfte drei Tage lang im Tai Hu See gegen den Drachen, bevor er mit dessen Kopf ins Dorf zurückkehrte. Dort feierten die Bewohner den Tod von zwei der drei Geißeln, wodurch er bemerkte, dass er selbst die dritte Geißel war. Deshalb beschloss er, sich zu ändern, und mit Hilfe der Generäle Lu Ji and Lu Yun gelang es ihm, ein gefeierter General und Volksheld zu werden[1][2].

QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Liu Yiqing, Shih-shuo Hsin-yu: A New Account of Tales of the World, University of Michigan Press (2017), ISBN 1-938-93701-5
  2. John Minford, Joseph S.M. Lau (2002), "Hearing the Way in the Morning". An Anthology of Translations: Classical Chinese Literature, Volume I: From Antiquity to the Tang Dynasty, Columbia University Press, S. 667–668, ISBN 0-231-09676-3
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