Schrutan rammt dem Drachen seinen Speer ins Maul

Heinrich von Winkelried, genannt Schrutan oder Struthan , war ein schweizer Ritter und Drachentöter. Laut Grimms Deutsche Sagen soll er einen Lindwurm erlegt haben, dies wurde erstmals von Petermann Etterlin erwähnt.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unterwalden, nahe dem Dorf Wyler (auch Wyl oder Wil[1], nahe Stans) am Pilatusberg, lebte einst ein Lindwurm oder Tatzelwurm, welcher Menschen und Vieh tötete und den Landstrich verpestete, weshalb der Ort auch Ödwyler genannt wurde. Der Drache selbst soll in der Lage gewesen sein, flink wie eine Eidechse steile Felswende zu besteigen, wodurch er den Bewohnern immer wieder entkommen konnte[2][3]. Zwei Mädchen konnten dem Drachen nur entkommen, weil sie sich rechtzeitig im Gebüsch versteckten[1].

Schrutan, welcher zu dieser Zeit wegen Mordes angeklagt war, bot sich an, den Drachen zu töten, wenn er im Gegenzug freigesprochen würde und in seine Heimat zurückkehren könne. Er befestigte spitze Dornen an seinem Speer und stieß diesen dem Drachen in den Rachen. Während der Drache verzweifelt versuchte, den mit Widerhaken besetzten Speer aus dem Maul zu bekommen, stieß Schrutan ihm sein Schwert in die Brust[2][3].

Als er nach dem Sieg jedoch sein Schwert hob, rann das giftige Drachenblut seinen Arm herunter und tötete auch den Drachentöter. Der Drache soll nach seinem Tod einen Schatz in der Obhut eines Geistes hinterlassen haben[2][3].

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Ennetmoos, das einen Wyvern zeigt, geht auf die Sage zurück. Außerdem gibt es in Ennetmoos Orte namens Drachenried und Drachenloch. Das Wappen wurde jedoch erst im 20. Jahrhundert eingeführt, und es gibt keine urkundlichen Belege für einen Stammsitz der Winkelriede in Ennetmoos[4].

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Meinrad Lienert (1912), Schweizer Sagen und Heldengeschichten, Marix Verlag (2012), ISBN 9783865390813
  2. 2,0 2,1 2,2 Jacob und Wilhelm Grimm (1865), Deutsche Sagen, 3. Auflage
  3. 3,0 3,1 3,2 Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Lucern, Uri, Schwiz, Unterwalden und Zug, Lucern
  4. Wikipedia: Ennetmoos
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