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Gōzihr (auch Gōčihr, arab.: Jawzahr) ist ein Drache (Azhdaha) der persischen und arabischen Astronomie.

Persische AstronomieBearbeiten

Der Drache umspannt den Himmel, von einem Drachenknoten zum anderen. Der Aufsteigende Knoten ist der Kopf des Drachen (pers. gōzihr sar), der Absteigende Knoten der Schwanz (pers. gōzihr dumb)[1].

Laut der Mythologie der Chaldäer wurde der Drache vor den Konstellationen und den Planeten erschaffen, um über das Universum zu wachen. Auf seinem Rücken trägt er sechs Sternzeichen, die anderen sechs hängen von seinem Bauch[1].

Da Mond- und Sonnenfinsternisse nur passieren, wenn beide Himmelskörper nahe den Mondknoten stehen, wurden sie ebenfalls nach Gōzihr benannt[1].

In späteren Werken wurde der Drache mit der Milchstraße assoziiert, die als "Brillianz des Drachen" (brēh i gōzihr) bezeichnet wurde[1].

Arabische AstronomieBearbeiten

Muslimische Astronomen und Astrologen übernahmen des Konzept des Sternendrachen. Sein Name wurde als Jawzihr (auch Jawzahr, Jawizahr oder Jawzahar) in die arabische Sprache übernommen. Bei den Arabern wurde der Drache auch auf die Knoten anderer Himmelskörper außer dem Mond angewandt. Für die Mondknoten verwendete man außerdem die Begriffe raʾs al-tennin and ḏanab al-tennin, vom arabischen Wort für Drache, Tanin (arab.: التنين‎)[1].

SagenBearbeiten

Manche Sagen erzählen, vermutlich durch die Assoziation mit Sonnen- und Mondfinsternissen, dass der Drache die entsprechenden Himmelskörper verschlingt.

Eines Tages verkleidete Jawzahr sich als Gott und trank einen Trank, der nur für Götter gedacht war und Unsterblichkeit verleiht. Die Sonne und der Mond jedoch erwischten ihn dabei und berichteten den Göttern von Jawzahrs Diebstahl. Zur Strafe wurde er mit einem Diskus geköpft. Da er jedoch bereits unsterblich war, überlebte er die Strafe[2].

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Jawzahr ist der Namensgeber des gleichnamigen Liedes auf dem Album Dragon Mythos der Band KeyDragon.

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Ehsan Yarshater, GŌZIHR in Encylopædia Iranica, Band 4, Fasc. 2, S. 184
  2. Gerrie McCall (2016), Dragons: Fearsome Monsters from Myth and Fiction, Amber Books Ltd, ISBN 1908696842
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