Drachen Wiki
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Georgic und Merlin ist ein französisches Märchen, das von François Cadic in La Paroisse bretonne gesammelt wurde.

Merlin ist hier der Name eines Vogels und nicht verwandt mit dem Zauberer Merlin aus der Artussage.

Handlung[]

In den Wäldern nahe einem Schloss lebte ein Vogel, der wunderschön Sang. Der Herr des Schlosses ließ den Vogel einfangen, doch in Gefangenschaft weigerte sich dieser, zu singen. Dennoch drohte der Herr jedem mit dem Tod, der den Vogel befreien würde.

Als eines Tages Georgic, der Sohn des Herrn, nahe dem Käfig ist, bittet der Vogel, der sich als Merlin herausstellt, ihn zu befreien. Im Gegenzug könne er immer auf Merlins Hilfe zählen.

Georgic befreit den Vogel, doch seine Mutter fürchtet, dass der Vater ihn dafür töten würde. Deshalb bezahlt sie einen Salzhändler, Georgic mitzunehmen. Er setzte ihn am nächsten Schloss aus, wo er als Schäfer arbeiten sollte, obwohl in der Gegend Wölfe leben, und weigerte sich, dem Jungen das Geld der Mutter zu geben. Georgic ruft daraufhin den Vogel um Hilfe, und dieser erscheint mit einem schwebenden Knüppel, der den Händler verprügelt, und einer Pfeife und Maulkörben, um die Wölfe zu zähmen.

In dieser Gegend lebte ein Siebenköpfiger Drache, dem jedes Jahr eine Jungfrau geopfert wird. Dieses Jahr fiel das Los auf die Tochter von Georgics Meister, und Georgic bat den Vogel um ein Pferd, ein Schwert und eine schwarze Robe. Damit brachte er die Tochter zu dem Drachen, der jedoch angab, nicht hungrig zu sein. Die Tochter solle am nächsten Tag wiederkommen. Sie ritten also zurück, und in all der Aufregung erkannte die Tochter Georgic nicht, jedoch schnitt sie ein Stück aus seiner Robe.

Am nächsten Tag kamen sie mit einer grauen Robe zurück, und es lief wie am Vortag. Am dritten Tag kamen sie mit einer violetten Robe. An diesem Tag lieh er sich eine lange Eisengabel, mit der er den Drachen aus seiner Höhle zog um ihn mit seinem Schwert köpfte. Dann schnitt er den Köpfen die Zungen heraus und nahm sie mit, und die Tochter nahm erneut ein Stück seines Mantels mit.

Später gab sich ein Bergarbeiter mit den Köpfen als Drachentöter aus, und die Tochter fragte wo die Zungen des Drachen seien. Er gab an, diese gegessen zu haben. Der Meister gab zu Ehren des vermeintlichen Drachentöters ein großes Fest, wo die Tochter Georgic in dem schwarzen Mantel sah, dem das Stück, das sie noch hatte, fehlte. Bevor sie mit ihm sprechen konnte verschwand er.

Der Meister gab ein weiteres Fest, wo Georgic in seinem grauen Mantel erschien. Wieder sah und erkannte die Prinzessin ihn als Drachentöter, und auf die Frage des Meisters, ob er seine Tochter gerettet hatte, sagte er dass es sein könnte. Auf dem dritten Fest erschien Georgic in seiner violetten Robe, wieder erkannte die Tochter ihn an dem Loch, und er gab sich als Drachentöter bekannt und heiratete die Tochter[1].

Ähnliche Märchen[]

Das Motiv der herausgeschnittenen Zungen taucht auch in Tristan und Isolde und in Märchen wie Die zwei Brüder, Die Königstochter und der Drache, Von dem, der den Lindwurm mit sieben Köpfen tödtete, Die drei Drachen oder The Little Bull-Calf auf, wo die Zungen jeweils als Beweis für den wahren Drachentöter dienen. Bei Silfwerhwit und Lillwacker sind es die Augen eines Trolls[2]. Allgemein sind falsche Drachentöter ein häufiges Motiv, das nicht nur in Europa sondern auch in Westafrika und sogar in Sibirien vorkommt.

Quellen[]

  1. François Cadic (1897), La Paroisse bretonne
  2. Silfwerhwit und Lillwacker in Gunnar Hyltén-Cavallius, George Stephens (1848), Schwedische Volkssagen und Märchen, Maas
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