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Twenty-sided-dice Dieser Artikel beschreibt die mesoamerikanische Gottheit. Falls Sie nach der Folge der Serie "Kong" suchen, finden Sie diese/n unter Die gefiederte Schlange.
Quetzalcoatl Statue

Statue aus aztekischer Zeit aus dem Nationalmuseum für Anthropologie in Mexico City

Die Gefiederte Schlange ist eine Gottheit, die in vielen Kulturen Mesoamerikas in unterschiedlicher Ausprägung angebetet wird.

GeschichteBearbeiten

OlmekenBearbeiten

Die ältesten Darstellungen der Gefiederten Schlange stammen aus der Kultur der Olmeken (ca. 1400 - 400 v. Chr.). Da die Olmeken keine Schriftsprache hatten, ist nicht viel über ihre Religion bekannt. Die meisten überlebenden Darstellungen aus olmekischer Zeit, z.B. Monument 19 in La Venta oder eine Malerei in der Juxtlahuaca-Höhle, zeigen eine Klapperschlange mit Federn und einem Kamm auf dem Kopf[1].

TeotihuacanBearbeiten

Teotihuacan Feathered Serpent (Jami Dwyer)

Schlankenopf am Tempel der gefiederten Schlange

Auch aus der Stadt Teotihuacan (ca. 200 v. Chr. - 400 n. Chr) sind Darstellungen der gefiederten Schlange bekannt. Am prominentesten sind diese im Tempel der gefiederten Schlange (ca. 150 - 200 n. Chr.), welche sowohl Schlangenköpfe als auch Statuen der gesamten Schlange enthält[2].

MayaBearbeiten

Hauptartikel: Kukulkan
Die yukaetekischen Maya der klassischen Periode (ca. 250 – 900) kannten die Gefiederte Schlange als K'uk'ulkan (auch Kukulkan). Darstellungen aus dieser Zeit sind allerdings selten[3]. Er spielte in ihrer Kultur eine ähnliche Rolle als bei den späteren Azteken.

Die postklassischen Quiché-Maya (ca. 950 - 1539) nannten die Gefiederte Schlange Qʼuqʼumatz (quiche: Quetzal-Schlange, auch Qucumatz, Gukumatz, Gucumatz, Gugumatz, Kucumatz). Im Popol Vuh wird er als Erschaffer der Menschheit und der Welt beschrieben[4]. Als Gott des Windes und des Regens steht er dem Blitz- und Feuergott Tepeu nahe[5].

Der Glaube an Qʼuqʼumatz blieb auch nach der spanischen Eroberung Mesoamerikas bestehen, hat jedoch bis zum 20. Jahrhundert unter den Quiché stark nachgelassen[6].

AztekenBearbeiten

Quetzalcoatl1

Darstellung aus dem Codex Telleriano-Remensis

Hauptartikel: Quetzalcoatl
In Nahuatl, der Sprache der Azteken (1427 - 1521), heißt die gefiederte Schlange Quetzalcoatl. Die Azteken sahen Quetzalcoatl als eine Verbindung zwischen Himmel und Erde und als Erschaffer der Menschheit an.

Während Darstellungen als gefiederte Schlange nicht unüblich waren, stellten die Azteken Quetzalcoatl auch in humanoider Form dar, z.B. als Windgott Ehecatl. Daneben war Quetzalcoatl auch ein Priestertitel, die beiden wichtigsten Priester des Templo Mayor in Tenochtitlan wuredn "Quetzalcoatl Tlamacazqui" genannt[7].

TewaBearbeiten

Tsirege Petroglyph Awanyu

Awanyu-Darstellung aus Tsirege

Unter den Tewa aus New Mexico gab es im 15. Jahrhundert den Glauben an die Wasser-Schlange Awanyu oder Avanyu. Diese wurde mit Bewässerung in Verbindung gebracht und ist vermutlich eine der nördlichsten Ausprägungen der Gefiederten Schlange[8].

In der PopulärkulturBearbeiten

Vor allem inspiriert durch Quetzalcoatl taucht die Gefiederte Schlange auch in der modernen Populärkultur auf. Eine der einflussreichsten Darstellungen ist das Monster Couatl aus Dungeons & Dragons (1976), welches eine gefiederte aber auch Geflügelte Schlange ist. Es handelt sich dabei um ein Fantasy-Äquivalent von Quetzalcoatl, welches viele spätere Darstellungen mesomaerikanischer Drachen inspirierte. So werden z.B. auch der Mexikanische Amphithere aus Dr. Ernest Drakes Drachologie-Büchern oder die Coatyl aus Dracopedia als geflügelte und gefiederte Schlangen dargestellt.

Popkulturelle Darstellungen, die sich speziell auf Quetzalcoatl oder Kukulkan beziehen werden im jeweiligen Artikel aufgelistet.

QuellenBearbeiten

  1. Peter David Joralemon (1996), In Search of the Olmec Cosmos: Reconstructing the World View of Mexico's First Civilization in E. P. Benson and B. de la Fuente (eds.), Olmec Art of Ancient MexicoNational Gallery of Art: 51-60, ISBN 0-89468-250-4
  2. Ruben Cabrera Castro (1993), Human Sacrifice at the Temple of the Feathered Serpent: Recent Discoveries at Teotihuacan, Fine Arts Museums of San Francisco, ISBN 0-500-27767-2
  3. Mary Miller, Karl Taube (1993), The Gods and Symbols of Ancient Mexico and the Maya: An Illustrated Dictionary of Mesoamerican Religion, Thames & Hudson, ISBN 0-500-05068-6
  4. Rick McCallister (2008), Orden y caos en la literatura indígena mesoamericana, Università degli Studi di Torino: Dipartimento di Scienze Letterarie e Filologiche, ISBN 1594-378X
  5. Robert M. Carmack (2001), Kikʼulmatajem le Kʼicheʼaabʼ: Evolución del Reino Kʼicheʼ,Iximulew, ISBN 99922-56-22-2
  6. Kay Almere Read, Jason González (2000), Handbook of Mesoamerican Mythology, ABC-CLIO, ISBN 1-85109-340-0
  7. Camilla Townsend(2003), No one said it was Quetzalcoatl: Listening to the Indians in the conquest of Mexico, History Compass
  8. Bruce F. Shank, American Irrigation Began With Awanyu the Serpent
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