Drachen Wiki
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Esfandiyār (pers.: اسفنديار, auch Asfandyar, Isfandiyar oder Espandiyār, ave.: Spəntōδāta, pal.: Spandadāt) ist ein kayanidischer Held der persischen Mythologie.

Schāhnāme[]

Im Schāhnāme wird beschrieben, wie Goštāsp seinem Sohn Esfandiyar den Thron verspricht, wenn er eine Invasion in einer weit entfernten Provinz zurückschlagen kann. Als Esfandiyar siegreich zurückkehrt, schickt Goštāsp ihn jedoch auf eine weitere Mission, um eine Rebellion in Turan niederzuschlagen, dessen König Arjaasb Esfandiyars Schwestern gefangen hält. Auf dem Weg nach Turan muss Esfandiyar sieben Aufgaben bestehen[1]:

  1. Zwei monströse Wölfe töten
  2. Zwei menschenfressende Löwen töten
  3. Einen Drachen töten
  4. Eine böse Hexe besiegen
  5. Ein Simurgh und seine beiden Küken töten
  6. Einen dreitägiger Sturm überleben
  7. Eine Wüste durchqueren.

Den Drachen besiegt Esfandiyar, indem er in einem Wagen fährt, der außen mit Schwertern gespickt ist. Als der Drache den Wagen verschlingen will, verletzte er sich an den Schwertern. So geschwächt kann Esfandiyar ihn schließlich töten[2].

Isfandiyar

Esfandiyar tötet den Drachen, ca 1530

Als Esfandiyar auch von diesem Abenteuer zurückkehrt, gibt Goštāsp ihm eine weitere Aufgabe, um sich nicht von seinem Thron trennen zu müssen. Obwohl Goštāsp weiß, dass sein Sohn laut einer Prophezeiung durch die Hand des Helden Rostam sterben wird, schickt er ihn los, diesen wegen seiner Arroganz und Respektlosigkeit gegenüber dem König zu verhaften. Esfandiyar widerspricht seinem Vater, da er um Rostams Ruhm, hohes Alter und Dienste für das Reich weiß, doch schließlich gibt er nach und macht sich auf den Weg[1].

Bei Rostam angekommen, verkündet er diesem die Verhaftung. Rostam weigert sich, sich fesseln zu lassen, willigt aber ein, den Prinzen aber zu seinem Vater zu begleiten. Als Esfandiyar darauf beharrt, ihn in Ketten zu legen, kommt es schließlich zum Kampf zwischen den beiden. Esfandiyar, der zuvor von Zoroaster unverwundbar gemacht wurde, kann Rostam im Kampf ernsthaft verwunden. Rostam bittet um eine Pause und zieht sich zurück, um seine Wunden zu versorgen. Dabei erfährt er, dass der Prinz die Augen geschlossen hatte, als Zoroaster ihn segnete, und an diesen deshalb noch verwundbar ist. Als der Kampf am folgenden Tag fortgesetzt wird, kann Rostam dem Prinzen einen Pfeil direkt ins Auge schießen und ihn so töten[1].

Ähnliche Sagen[]

Iskendername90b

Diese Abbildung aus einem Iskendername in der Biblioteca Nazionale Marciana erinnert an Abbildungen von Esfandiyars Kampf mit dem Drachen

Der mit Schwertern gespickte Wagen kommt auch im "İskendernāme" (1390) des türkischen Autors Tāǧ ed-Dīn Ibrāhīm Aḥmedī vor, wo es Alexander der Große, der diese Taktik gegen einen Drachen verwendet. So wie Aḥmedī bei der Beschreibung von Iskenders Kampf gegen den Drachen Elemente aus Esfandiyars Kampf übernimmt, sind auch die entsprechenden Illustrationen in Ausgaben des Iskendername von Abbildungen von Esfandiyar inspiriert[3]. Die Streitwägen erinnern auch an das Motiv mit Stacheln gespickter Rüstungen oder Fässer in europäischen Drachensagen, z.B. beim Lambton Worm, Nunnington Worm, Drachen von Thespeia oder Konstantin V..

Esfandiyars Unverwundbarkeit mit Ausnahme der Augen erinnert an den Drachentöter Sigurd der germanischen Mythologie, der nach dem Bad im Blut des Drachen Fafnir nur noch an einer Stelle auf der Schulter verwundbar ist, auf die ein Lindenblatt gefallen war.

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 Ehsan Yarshater (2012), ESFANDĪĀR (1) in Encyclopædia Iranica, Vol. VIII, Fasc. 6, S. 584-592
  2. Arthur George Warner, Edmond Warner (1912), The Shahnama Of Firdausi, Kessinger Publishing (2010), ISBN 978-1164428848
  3. Serpi̇l Baǧci (2004), Old Images for New Texts and Contexts: Wandering Images in Islamic Book Painting in Essays in Honor of J.M. Rogers, Muqarnas, Vol. 21, Brill, ISBN 9789004139640
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