Drachen Wiki
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Dieser Artikel beschreibt die Ernährung der Drachen. Falls Sie nach Nahrungsmitteln, die aus Drachen gemacht werden, suchen, finden Sie diese/n unter Nahrungsmittel aus Drachen.



Der Wyvern Rathalos mit seiner Beute

Dieser Artikel behandelt die Ernährung der Drachen. Da Drachen meist als Raubtiere oder Monster dargestellt werden, ernähren sie sich natürlich nach den meisten Quellen von Fleisch, vor allem Vieh fällt ihnen oft zum Opfer. Die großen Drachen Indiens und Äthiopiens ernähren sich sogar von Elefanten.

In vielen Sagen stehen auch Menschen auf dem Speiseplan. Oft verlangen Drachen Menschenopfer und fressen auch jeden unvorsichtigen Möchtegern-Drachentöter.

Jedoch ist die Ernährung von Drachen wesentlich vielseitiger und hat sowohl in der Mythologie als auch in der Fantasy einige interessante Facetten erhalten.

Anorganisches Material[]

Ein grüner Drache erwischt Spike dabei, von seinem Hort zu essen.

Immer wieder werden in der Populärkultur Drachen dargestellt, die sich von anorganischem Material ernährten. Auf diese Art und Weise ernähren sich manche Drachen teilweise von ihrem Hort und verstärken so auch ihre Panzerung. Auch der Drachenstein entsteht vermutlich in Folge der Mineralien, die so aufgenommen werden.

Beispiele[]

  • Im Saastal in der Schweiz erzählt man sich, dass die dortigen Golddrachen sich von den Goldadern in den Bergen ernähren. Verschiedene Schweizer Sagen, z.B. von der Drachenhöhle am Bristenstock, erzählen auch, dass Drachen Menschen beigebracht haben, Gold von Felswänden zu lecken und so ohne Nahrung zu überleben. Diese Menschen konnten dann meist keine menschliche Nahrung mehr ertragen.
  • Der Lindwurm in der Klachau in der Steiermark soll einst, nachdem es keine Tiere und Pflanzen mehr zu fressen gab, den Schlamm des Sees und dann einen natürlichen Felsdamm verschlungen haben.
  • Die Sumpfdrachen der Scheibenwelt fressen so gut wie alles, egal ob organisches oder anorganisches Material. Ihre extrem spezialisierten Mägen können alles verdauen und machen es zu Brennmaterial für das Drachenfeuer.
  • In My Little Pony: Freundschaft ist Magie ernähren sich Drachen neben normalen Nahrungsmitteln auch von Edelsteinen, die für sie wie Süßigkeiten sind.
  • Die Monster Uragaan und Kushala Daora aus Monster Hunter ernähren sich von Erz, was auch für ihre extrem harte Panzerung verantwortlich ist.
  • OTFs aus Drachenflieger – Hisone und Masotan ernähren sich von seltenen Metallen, die z.B. bei der Herstellung von Mobiltelefonen verwendet werden. Deswegen werden sie in der Serie häufig mit alten Klapphandys gefüttert.

Erklärungen[]

Viele Tiere schlucken Steine, so genannte Gastrolithen, die ihnen bei der Verdauung von Pflanzennahrung behilflich sind. So können z.B. manche pflanzenfressende Dinosaurier wie Sauropoden, Laufvögel oder Hühnervögel ihre Nahrung nicht selbst kauen, weshalb sie Steine verschlucken. Im Muskelmagen zermahlen diese Steine durch ihr Anneinanderreiben dann die Pflanzennahrung[1]. Da Drachen jedoch meist als Raubtiere dargestellt werden, erscheint diese Erklärung nur in Ausnahmefällen plausibel, da Fleisch wesentlich leichter verdaulich ist.

Andere Tiere, wie z.B. Robben, Krokodile oder Plesiosaurier, könnten die Steine als Ballast nutzen, um im Wasser auf- und abzusteigen. Dies ist jedoch nicht sicher geklärt und würde nur bei flugunfähigen Wasserdrachen Sinn machen.

Eine andere Erklärung hierfür könnte auch die Fähigkeit vieler Drachen sein, Feuer zu speien. Es ist nicht abschließend geklärt, wie Drachen ihr Feuer produzieren, jedoch beinhalten manche Erklärungen, dass Platin als Katalysator verwendet wird. Dieses Platin können Drachen natürlich nur durch die Nahrung aufnehmen, und da es in keiner organischen Nahrung enthalten ist, müssten sie entsprechendes Erz kauen[2]. Auch andere Theorien zum Drachenfeuer erfordern die Aufnahme anorganischer Materialien, wie z.B. Feuersteine[3] oder piezoelektrische Kristalle[4], um Gase oder Flüssigkeiten zu entflammen, oder normale Steine zur Zerkleinerung des zum Feuerspeien nötigen Kalksteins[5].

Den mythologischen Drachen vom Pilatusberg und aus anderen Schweizer Sagen wird nachgesagt, das sie Gold oder andere mineralhaltige Flüssigkeiten von Steinen lecken. Dieses Verhalten könnte auf realen Tieren basieren, die zum Ausgleich des Mineralhaushalts Salz von Steinen lecken, siehe Leckstein[6].

Manche Lebensformen, z.B. manche Archeen, sind in der Lage, sich tatsächlich von anorganischem Material zu ernähren[7]. Dies ist jedoch bei Wirbeltieren wie Drachen aufgrund von deren Metabolismus nicht möglich. Möglicherweise leben Drachen jedoch in Symbiose mit Mikroorganismen, die das anorganische Material für sie verdauen. Der Nutzen davon ist nicht geklärt, jedoch könnte auch hier ein Zusammenhang mit dem Drachenfeuer bestehen.

In den meisten Fällen wären Mineralien und Metalle natürlisch aufgrund von deren Härte sehr schwer zu kauen. Deshalb ist zu vermuten, dass Drachen, sofern sie wirklich derartige Stoffe kauen, sehr breite Backenzähne besitzen, wie Tiere die gepanzerte Beute fressen, z.B. der Port-Jackson-Stierkopfhai oder der Seeotter[8]. Die Zähne müssten außerdem ständig nachwachsen, um der Abnutzung entgegenzuwirken.

Milch[]

Hauptartikel: Drachenmilch

In manchen Sagen ernähren sich Drachen von der Milch von Kühen, an deren Euter sie trinken oder dieses aufreissen. Es gibt auch Sagen, in denen Drachen von Menschen mit Milch versorgt werden, um sie davon abzuhalten, Vieh und Menschen zu jagen. Vergiftete Milch wird manchmal von Drachentötern verwendet, z.B. beim Deerhurst Dragon.

Es gibt auch manchmal Beschreibungen von Drachen, die ihre Jungtiere selbst säugen[9][10]. Selbst abseits davon sind Drachendarstellungen mit Brüsten nicht unüblich, was aber auch rein symbolisch gemeint sein kann[11].

Pflanzliche Nahrung[]

Der herbivore Draco Berengarius

Eher selten stößt man in der Phantastik auf Drachen, die sich von Pflanzen ernähren. Beispiele hierfür wären der Diablos und der Duramboros aus Monster Hunter und der Draco berengarius aus Star Trek. Die beiden Beispiele aus Monster Hunter sind sehr spezialisierte Arten (Diablos ernährt sich von Kakteen und Duramboros von morschem Holz) unter den ansonsten carnivoren Wyvern, während der Draco berengarius eine außerirdische Art ist, die Drachen nur äußerlich ähnlich sieht. Eines der wenigen Werke, in denen Jungdrachen aller Arten sich pflanzlich ernähren, ist das Browsergame Dragosien. In Pamela Blanpieds Buch Dragons, an Introduction to the Modern Infestation sind Drachen Allesfresser, die zwar überwiegend Fleisch fressen, die Nahrung aber gerne durch Seegras ergänzen[12].

Bereits der frühe Naturwissenschaftler Edward Topsell berichtete, dass Drachen gerne Salat fressen, da dieser sie sich übergeben lässt um schlechte Nahrung aus dem Körper zu bekommen (vermutlich ähnlich wie Katzengras), jedoch Äpfel hassen, da sie schlecht für ihren Magen seien[13]. Hier scheint er sich auf Conrad Gessner zu beziehen, der, basierend auf diversen antiken Autoren, auflistet, dass Drachen Äpfel, Kräuter, Eier und diverse kleine Tiere fressen. Gessner beschreibt, dass der Salat das Unwohlsein heilt, das die Äpfel bei den Drachen auslösen[14]. Ursprünglich stammt diese Information von Aristoteles[15][16]. Außerdem fressen Drachen laut Gessner und Topsell gerne Fenchel, da dieser ihr Augenlicht wiederherstellt, wenn es mit dem Alter schlechter wird[14][13].

Abgesehen davon sind pflanzenfressende Drachen in Mythologie, Folklore und früher Naturwissenschaft aber selten. Zu den wenigen Beispielen zählt der Hausdrache Plón aus der sorbischen Mythologie, der sich mit Hirsebrei und Keksen füttern lässt, oder der grasfressende Drache von Neuenburg. Auch der Wurm von Meerenschwanden war dafür bekannt, Feldfrüchte auszureissen. Ob er diese auch fraß, ist unbekannt. Ein weiteres Beispiel ist der allesfressende Lindwurm in der Klachau, der bereits im Abschnitt "Anorganisches Material" erwähnt wurde.

Insektenfresser[]

Ein Yian Kut-Ku verschluckt einen Konchu.

Viele Schuppenkriechtiere, von denen manche, wie z.B. die Bartagame (Gattung: Pogona, engl. Bearded Dragon) oder der Gemeine Flugdrache (Draco volans), in manchen Sprachen als Drachen bezeichnet werden, ernähren sich aufgrund ihrer Größe von Insekten, wodurch es in der Realität sehr viele insektenfressende Drachen gibt.

Auch in der Fantasy gibt es manchmal kleine, insektenfressende Drachen, jedoch sind diese eher selten. Einige Arten finden sich in Dragons of the World, darunter ist vor allem der auf Termiten spezialisierte Corytholurus zu erwähnen. Eine Ausnahme bilden der Yian Kut-Ku und der Barroth aus Monster Hunter, die größer als Menschen sind. Jedoch sind auch deren Beutetiere größer als die meisten realen Insekten der heutigen Zeit.

Eier[]

Laut Edward Topsell fressen Drachen gerne Eier, da sie von diesen am schnellsten satt werden. Erwachsene Tiere schlucken die Eier am Stück und würgen die Schale später wieder hoch, während Jungtiere die Eier vor dem Verzehr zerschmettern[13]. Wie bei der pflanzlichen Nahrung scheint Topsell auch hier Gessner zu zitieren, der u.a. Nikandros aus Kolophon zitiert und angibt, dass der Drache vor allem die Eier von Adlern liebt[14][16].

Drachentöten durch falsche Ernährung[]

Der Drache verschlingt Alexanders falschen Köder

In vielen Sagen und Geschichten über Drachen werden Drachen getötet, indem man ihnen etwas füttert, das sie nicht vertragen. So wird z.B. in der Bibel-Geschichte Bel und der Drache der namensgebende Drache getötet, indem Daniel ihm einen Klumpen aus Pech, Fett und Haaren füttert, woran er erstickte[17].

In der griechischen Mythologie nutzt Medea Kräuter oder einen daraus gebrauten Trank, um den Drachen von Kolchis einzuschläfern[18].

Eine der bekanntesten Versionen ist die Sage vom Wawel-Drachen, der durch mit Schwefel gefüllte Nahrung überlistet wird. Je nach Version der Sage bekommt er davon so großen Durst, dass er so viel Wasser trinkt dass er platzt, oder der Schwefel schwächt ihn genug, dass er getötet werden kann.

Der Drache von Brno und zwei der im Schāhnāme getöteten Drachen (siehe Rostam und Alexander der Große) hingegen wurden mit Paketen aus Ochsenhaut, gefüllt mit Ätzkalk getötet, da sich der Ätzkalk im Bauch des Tieres ausbreitete, bis es platze. St. Mang hingegen warf seinem Drachen nur Pech ins Maul und bat Gott um Hilfe, woraufhin der Drache in Flammen aufging. In einer türkischen Variante des Drachen von Rhodos sind es sogar vierzig mit Ätzkalk gefüllte Esel.

Eine interessante Variante passierte mit dem Filey Dragon in England, dessen Maul mit Parkin (eine klebrige Kuchenspezialität aus Yorkshire) zugeklebt wurde. Je nach Variante der Sage wurde die so ausgelöste Hilflosigkeit des Drachen von einem Drachentöter genutzt oder der Drache fiel selbst in Panik ins Meer und ertrank.

Der Riese Grimm aus Südtirol tötete seinen Drachen selbst, jedoch gelang ihm dies weil er ihn zuvor träge gemacht hatte, indem er ihm einen Klumpen aus Pech und Sägemehl fütterte.

Im Schweizer Kanton St. Gallen gibt es die Sage vom Drachen am Hirschensprung. Diesem wurde eine zum Glühen gebrachte Pflugschwar in den Rachen geworfen, wodurch er von innen verbrannte.

Der äthiopische Drachentöter Angabo soll in manchen Sagen den Drachen Arwe getötet haben, indem er ihn den Saft der Wolfsmilch zu trinken gab.

In den vietnamesischen Provinzen Phu Yen und Quảng Nam erzählt man sich die Legende von Tinh Đỉa. Tinh Đỉa ist ein blutegel-artiges Monster, dem regelmäßig Mädchen geopfert werden mussten. Als es eines Tages wieder kam, um seinen Tribut zu fordern, brach es plötzlich unter Qualen zusammen und starb. Die Menschen fanden heraus, dass jemand auf dem Weg der Kreatur Ätzkalk und Ruß ausgestreut hatte, wodurch diese sich vergiftet hatte[19].

Manche Historiker sehen in solchen Sagen Parallelen zu Marduks Kampf gegen Tiamat, da dieser sie besiegte, indem er ihr Winde in den Rachen blies[20], was jedoch umstritten ist[21].

Trivia[]

  • Umgangssprachlich bezeichnet man Essen, das zur Beschwichtigung einer wütenden Person, meist eines Ehepartners, gedacht ist, als Drachenfutter[22].
  • Während Menschen in der Realität die einzigen Tiere sind, die Feuer nutzen, um ihre Nahrung zu garen, wird dieses Verhalten in manchen Werken, z.B. Dragonology oder Munchkin, auch Drachen zugeschrieben.

Quellen[]

  1. Wikipedia: Gastrolith
  2. Dragon's World - A Fantasy made real, 2004, Dokufiction
  3. Dr. Ernest Drake: Expeditionen in die geheime Welt der Drachen, 2003, ISBN-10: 376074818X, ISBN-13: 978-3760748184
  4. TREY the Explainer: Science of Dragons (englisch)
  5. Peter Dickinson (1981), Das große Buch der Drachen. Die fliegenden Ungeheuer, Stalling Verlag, ISBN 978-3797916976
  6. Heilige Quellen: Der Pilatussee
  7. Wikipedia: Autotrophie
  8. strawberryoverlord asked: what kind of teeth do you think a creature would need to be able to eat Crystals and gemstones like the dragons in mlp?
  9. Wikipedia: Sárkány (englisch)
  10. Albert Doja (2005), Mythology and Destiny, Anthropos
  11. Andrew Lawless (Interview mit Dr. Samantha Riches), Three Monkeys Online: Gendered Monsters – Art and politics in the representation of St. George and the Dragon
  12. Pamela Wharton Blanpied (1980), Dragons, an Introduction to the Modern Infestation, Warner Books, ISBN 978-0446512053
  13. 13,0 13,1 13,2 Edward Topsell (1607), History of four-footed beasts and serpents, S. 706
  14. 14,0 14,1 14,2 Conrad Gessner (1589), Schlangenbuch, Froschauer
  15. Aristoteles (4. Jahrhundert v.Chr.), Περὶ τὰ ζῷα ἱστορίαι (Historia animalum)
  16. 16,0 16,1 Philip J. Senter, Uta Mattox, Eid. E. Haddad (2016), Snake to Monster: Conrad Gessner's Schlangenbuch and the Evolution of the Dragon in the Literature of Natural History, Journal of Folklore Research, Vol. 53, No. 1-4, doi:10.2979/jfolkrese.53.1-4.67
  17. Beate Kowalski (2009), Bel und Drache, Deutsche Bibelgesellschaft
  18. Daniel Ogden (2013), Drakōn: Dragon Myth and Serpent Cult in the Greek and Roman Worlds, Oxford University Press, Print ISBN 9780199557325
  19. Trần Xuân Lộc auf Facebook, nach mündlichen Überlieferungen
  20. F. Zimmermann (1958), Bel and the Dragon, Vetus Testamentum, Brill, ISSN 1568-5330
  21. David A. deSilva (2018), Introducing the Apocrypha, Baker Publishing Group, ISBN 9780801097416
  22. Wiktionary: Drachenfutter
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