Drachen Wiki
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Ectors saga ist eine mittelalterliche isländische riddarasaga (Ritter-Saga).

Handlung[]

Die Saga erzählt vom Ritter Ector und seinen sechs Gefährten, die alle getrennt losziehen, um ihre Ritterlichkeit zu beweisen. Dabei trifft jeder der Ritter auf mehrere Feinde wie Riesen oder Banditen und gewinnt schließlich die Hand einer Prinzessin. Zwei der Ritter bekämpfen dabei auch Drachen[1].

Fennacius und Ingifer[]

Einer von Ectors Gefährten ist Fennacius, der in das Land von König Romulus kommt. Dieses wurde vor Fennacius Ankunft durch den Berserker und Zauberer Ingifer erobert, der den König getötet und sich selbst zum Herrscher ernannt hat. Doch als Romulus Sohn aus dem Ausland zurückkahm, floh der Berserker mit zwei Truhen voller Gold in eine Höhle und legte sich in Gestalt eines Drachen auf das Gold. Bei Ectors Ankunft liegt er bereits seit 30 Jahren auf dem Gold, vergiftet den Fluss und tötet regelmäßig Menschen und Vieh. Aus diesem Grund bot König Castor demjenigen die Hand seiner Tochter Mabil an, der den Drachen töten könne[1].

Deshalb geht Fennacius nachts in den Wald des Drachen, wo er von Tarcus angegriffen wird. Dessen Sohn hatte zuvor versucht, eine Zwergenfrau zu vergewaltigen und wurde dafür von Ector getötet, weshalb Tarcus nun auf Rache aus ist. Doch Fennacius kann auch ihn töten und sucht weiter nach dem Drachen. Schließlich findet er dessen Spuren nahe einer großen Stadt. Am nächsten Morgen reibt er sich mit einer Salbe ein, die er vom Vater der Zwergenfrau erhalten hat und die vor Gift schützen soll. So geschützt greift er den Drachen an, als dieser zum Trinken an den Fluss kommt. Er rammt der Kreatur den Speer in den Rachen und spaltet so deren Kopf. Danach kehrt er zurück zu König Castor und heiratet Prinzessin Mabil[1].

Trancival und der Löwe[]

Ectors Gefährte Trancival reitet zunächst über Berge und Täler, bis er an eine Stelle zwischen einem tiefen Wald und dem Meer kommt. Dort begegnet er einem fliegenden Drachen, dessen feuriges Gift den Boden schwarz färbt. Mit seinen Klauen und seinem Schwanz trägt der Drache einen Löwen, der sich heftig wehrt und dabei mehrere Bäume entwurzelt. Nachdem Trancival den Drachen getötet hat, zeigt der Löwe seine Dankbarkeit, indem er sich dem Ritter anschließt. Trancival heilt die Wunden des Tieres und wird von da an von dem Löwen begleitet, bis dieser in einer späteren Episode von einem Berserker getötet wird, dem einem König aus Lybien dient[1].

Ector und Argus[]

Viel später in der Saga begegnet auch Ector einem Drachen. In diesem Fall handelt es sich um den verwandelten Zauberer Argus. Wie Ingifer hat auch dieser zwei Truhen Gold gestohlen, bevor er sich verwandelte. Argus liegt unter einer Brücke und verhindert so, dass die Menschen diese überqueren und in den Wald gehen, um zu fischen und zu jagen. Er speit Gift auf Menschen und Vieh und man befürchtet, dass er das Schloss zerstören würde[1].

Deshalb schleicht sich Ector nachts zu dem Drachen und findet diesen, um die Brücke geschlungen auf einem Berg Gold vor. Aus seinen Nüstern und Maul strömt Feuer und sein Gift steigt als Wolke zum Himmel. Ector greift Argus an und kann ihn schließlich töten. In seinem Todeskampf lässt der Drache den Boden so sehr erbeben, dass man im Schloss glaubt, eine feindliche Armee würde anmarschieren. Nach dem Tod des Drachen verteilt Ector das Gold unter den Menschen, die unter ihm leiden mussten[1].

Hintergrund[]

Marianne Kalinke sieht in Fennacius Drachenkampf-Episode eine Kombination aus zwei Motiven. Einerseits ähnelt die Grundstruktur mit dem König, der die Hand seiner Tochter dem Drachentöter verspricht, dem typischen Prinzessin und Drache Motiv aus Tristrams saga ok Ísöndar, einer isländischen Version der Tristan-Saga. Das Motiv des Bösewichts, der sich auf seinem Schatz in einen Drachen verwandelt, ist hingegen ein typisch nordisches Motiv, dessen bekanntester Vertreter Fafnir aus der Völsunga saga ist[1].

Im Gegensatz zu Fennacius, der auf die Hand der Prinzessin aus war, tötet Ector den Drachen nur aus Neugier und um den Menschen zu helfen[1].

Die Drachenkampf-Episode um Trancival entspricht dem typischen Löwenritter-Motiv, das inspiriert von Ívens saga und Thidrekssaga in vielen riddarasögur vorkommt. Im Gegensatz zu Trancivals Löwen überlebt Ívens Löwe aber bis zum Ende von dessen Saga, während Thidreks Löwe vom Drachen getötet wird, bevor Thidrek diesen töten kann[1].

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Marianne E. Kalinke (2012), Ectors saga: An Arthurian Pastiche in Classical Guise, Arthuriana Vol. 22, No. 1, Special Issue on Old Norse-Icelandic Arthurian Literature, S. 64-90, https://www.jstor.org/stable/23238936
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