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Drachenschlucht Eisenach

Die Drachenschlucht

Die Drachenschlucht ist eine Klamm in der Nähe von Eisenach im Thüringer Wald.

Geschichte Bearbeiten

Das obere Mariental war im Mittelalter ein Refugium für Jäger, Köhler und Mineralsucher. Für den herzoglichen Hof war bereits im 18. Jahrhundert auf der südlich anschließenden Waldpartie zwischen Jagdschloss Hohe Sonne und Schloss Wilhelmsthal mit der Anlage von Spazierwegen und Jagdschneisen begonnen worden - hieran erinnern die Flurbezeichnungen Schwalbennest für einen Rastplatz, Hochwaldgrotte, Luisengrotte und Prinzessinnenstieg.

Als man 1830 im Mariental, noch weit vor der Stadt gelegen, das erste Ausflugsrestaurant - die Phantasie - erbaute, wurde die Erschließung der Felsschluchten südlich der Stadt für Wanderer und Spaziergänger eingeleitet. Zugleich wurde die Nutzbarmachung und Erschließung der Forste durch Gottlob König, Carl Grebe und Herrmann Stoetzer angestrebt und hierfür Mittel zum Wald- und Wegebau bereitgestellt.

Georgsbrunnen Eisenach

Der Georgsbrunnen

1832 wurde der damals Steingraben genannte Teil des Annathals für Spaziergänger passierbar gemacht und erhielt als neue Fremdenverkehrsattraktion den zugkräftigen Kunstnamen Drachenschlucht. Dieser Name stammt vom Eisenacher Stadtpatron, dem Heiligen Georg[1].

Die Georgenkirche wurde bereits 1196 urkundlich erwähnt, seit 1549 befindet sich ein Georgsbrunnen auf dem Eisenacher Markt. In der örtlichen Variation der Sage kämpft Georg, der hier Hanjörg heißt, gegen einen Lindwurm, worauf sich auch das moderne Hanjörgfest bezieht. Dieser Lindwurm hätte in der engen und nassen Klamm der Drachenschlucht gehaust.

Hanjörg ist eine Kurzform von Hans-Jürgen oder Jörg (beides Namen die auf Georg zurückgehen), die erst in den 1990er-Jahren eingeführt wurde, um das Hanjörgs-Fest in Eisenach von anderen Mittelaltermärkten und Brunnenfesten abzuheben.

Bis 1850 gehörte das Gebiet der Herzoglichen Verwaltung, war Wildbann und Jagdgebiet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Mariental zur Villenkolonie und zum Erholungsgebiet der Eisenacher. 1879 entstand das Hotel Sophienaue, und 1897 wurde die Straßenbahnlinie bis zum Eingang der Drachenschlucht angelegt.

Um die Schlucht sicher und begehbar zu machen, mussten Wege und Stufen in den Fels gehauen werden, über viele Meter wurde der Weg mit Holzbohlen und Stegen über den Quellbach fortgeführt. Leider zerstören die Naturgewalten – in der Schlucht entstehende Eismassen im Winter und die bei Unwettern auftretenden Fluten – diese Wegpartien, so dass immer neue Ersatzbauten nötig sind. In der Saison 2009 wurden Gitterroste aus robustem Kunststoff eingebaut und erprobt.

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Rainer Hohberg: Von Drachen, Hexen und verwunschenen Seelen Sutton Verlag, München 2012, ISBN 978-3954000074, S. 100
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