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"Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen."
―Offenbarung, 12,3

Der Drache der Apokalypse ist ein Drache aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel.

In der BibelBearbeiten

Der Drache besitzt sieben Köpfe und zehn Hörner. Auf jedem Haupt sitzt eine Krone. Ein ähnliches Wesen kämpft bei der Apokalypse gegen Gottes Heer. Der Drache wurde meist als eine Form des Satans interpretiert. In der Bibel wird seine Zerstörungswut so beschrieben:

"Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Und die Frau entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hatte, bereitet von Gott, dass sie dort ernährt werde tausendzweihundertsechzig Tage."
―Offenbarung, 12,1 - 12,6
SebaHydra

Dieses Modell des Drachen aus ausgestopften Tieren wurde später für die Hydra von Lerna gehalten.

Mit der Frau ist vermutlich die heilige Maria gemeint, die Jesus Christus zur Welt brachte. Letztendlich wird der Drache von den Engeln besiegt und vom Himmel gestürzt:
"Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen."
―Offenbarung, 12,7 - 12,9
Maria St Michael Kathedrale Brüssel

Darstellung der heiligen Maria als Drachentöterin in der St. Michael Kathedrale in Brüssel, 17. Jahrhundert

"Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Und es wurden der Frau gegeben die zwei Flügel des großen Adlers, dass sie in die Wüste flöge an ihren Ort, wo sie ernährt werden sollte eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange. Und die Schlange stieß aus ihrem Rachen Wasser aus wie einen Strom hinter der Frau her, damit er sie fortreiße. Aber die Erde half der Frau und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache ausstieß aus seinem Rachen. Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu."
―Offenbarung, 12,13 - 12,17
Drache der Apokalypse

Mittelalterliche Darstellung

Später wird der Drache durch den Erzengel Michael für tausend Jahre im Abgrund (später oft als Hölle bezeichnet) versiegelt:

"Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit."
―Offenbarung, 20,1 - 20,3

Obwohl die Offenbarung eine Endzeitgeschichte ist, wird der Kampf des Drachen/Satans gegen die Engel in moderneren Werken häufig als Vorgeschichte Satans und Darstellung des Höllensturzes interpretiert, der vor langer Zeit geschehen sein soll.

Erzengel MichaelBearbeiten

Wappen Zeitz

Wappen von Zeitz in Sachsen-Anhalt

Eines der Attribute des Erzengels Michael in Heiligendarstellungen ist der Drache. Dabei handelt es sich meist eher um generische Drachen, deren Aussehen typisch für ihre Zeit ist. Selten werden tatsächlich mehrköpfige Drachen dargestellt.

Als einer der bekanntesten Drachentöter in Europa (nach St. Georg) ist die Darstellung von Michael und dem Drachen vor allem ein beliebtes Wappenmotiv. Zur Unterscheidung von St. Georg wird Michael immer mit Flügeln dargestellt. Dazu trägt er eine leichte Rüstung und sitzt, anders als Georg, nie auf einem Pferd. Seine Waffe ist typischerweise das Flammenschwert, aber auch Lanzen und Kreuze sind verbreitet.

Siehe auchBearbeiten

  • Nidhöggr, der Drache, der zu Ragnarök, der nordischen Apokalypse, erscheint, und stark von christlichen Vorstellungen eines apokalyptischen Totendrachen beenflusst zu sein scheint.
  • Die Schlange von Eden, ein weiterer Drache, der möglicherweise eine Form des Satans ist.

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Die Ogdru Jahad aus den Büchern des Hellboy-Universums stellen den Drachen der Apokalyse dar.
  • Das Digimon Lucemon ist ein gefallener Engel, der auf Luzifer basiert. Eine Form davon, Lucemon Satan Mode, ist der Drache der Apokalypse. Die sieben Kronen werden durch Runen symbolisiert, die über dem Drachen schweben. Anstatt 10 Köpfen hat er 10 Flügel.
  • In Bayonetta ist nicht der Drache der Apokalypse, sondern dessen Drachentöter, der Erzengel Michael, die Inspiration für den drachenartigen Fortitudo.
  • Das Lied Red Dragon auf dem Album Dragon Mythos der Band KeyDragon handelt vom Drachen der Apokalypse.
  • Der Erzengel Michael soll auch den Drachen auf der Limburg getötet haben.
  • Die Drachenhöhle nahe Reims in Frankreich erhielt ihren Namen, da sie sieben Eingänge hatte, die mit Waffen besetzt waren, also "Feuer spuckten"[1].
  • Allgemein scheint die Assoziation von Satan mit Drachen in der christlichen Mythologie u.a. auf dem Drachen der Apokalypse zu basieren.
    • In Dante's Göttlicher Komödie ist der Name eines Dämons Draghignazzo, was als Großer böser Drache übersetzt werden kann.
    • Das Grimoire Lemegeton aus dem 17. Jahrhundert beschreibt in seinem Abschnitt Ars Goetia die Dämonen, die einst von König Salomo beschrieben wurden. Darunter sind drei Drachenreiter (Astaroth, Asmoday und Volac) und ein Dämon in Drachengestalt (Bune)[2].
    • Der Drache Zhaitan aus Guild Wars ist vermutlich nach Shaitan, dem arabischen Wort für Satan, benannt.
    • In der Sage Des Teufels Drache ist der Drache das Lieblingstier des Teufels.
    • In Monster Hunter gibt es den Wyvern Diablos, dessen Name auf dem spanischen Wort für Teufel basiert, aber auch auf seine zwei Hörner (griechisch di-, Vorsilbe für zwei) anspielt.
    • In Cuphead nimmt der Teufel in der zweiten Phase des Kampfes eine sechsbeinige Drachengestalt an.
    • In allen christlichen Versionen des Chaoskampfes und anderen christlichen Drachentöter-Sagen symbolisieren Drachen Satan und das Heidentum.
    • In Tim Thaler ist der Drache Forcas ein Diener des Teufels.
The Great Red Dragon and the Woman Clothed with the Sun

William Blake, The Great Red Dragon and the Woman Clothed in Sun (Offenbarung. 12: 1-4), ca. 1803-1805

  • The Great Red Dragon ist eine Reihe von Gemälden von William Blake, die verschiedene Szenen der Offenbarung darstellen. Die Bilder selbst kommen häufig in der Populärkultur vor.
    • Das Gemälde The Great Red Dragon and the Woman Clothed with the Sun spielt eine große Rolle im Roman Roter Drache und dessen Film- und TV-Adaptionen. Der Bösewicht Francis Dolarhyde ist besessen von dem Bild und tötet Familien, um selbst zum Drachen zu werden.
    • In Godzilla: King of the Monsters ist The Great Red Dragon and the Woman Clothed with the Sun eine von vielen historischen Drachendarstellungen, die in Zusammenhang mit King Ghidorah gebracht werden.

QuellenBearbeiten

  1. Chemin des Dames: Découvrez l'Histoire de la Caverne du Dragon (Französisch)
  2. S. L. MacGregor Mathers, Aleister Crowley (1904), The Goetia: The Lesser Key of Solomon the King, Red Wheel (1995), ISBN 0-87728-847-X
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