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Der Lindwurm im Maltatal war ein Drache, der einst das Dorf Malta in Kärnten terrorisierte.

SageBearbeiten

Der Sage nach befand sich einst im Maltatal eine Felswand, die einen Bergsee zurückhielt. In diesem See lebte ein Drache, der zu Beginn seines Lebens kleine Fische, Kaulquappen und Insekten jagte. Als er größe wurde, fielen ihm Murmeltiere und Schneehasen zum Opfer. Als dann sogar Schafe verschwanden, vermuteten die Bauern einen Bären oder ein Wolfsrudel in der Nähe. Ein Jäger legte sich darum mit einer Ziege als Köder auf die Lauer[1].

Plötzlich kroch der Lindwurm aus dem Gebüsch hervor und verschlang die Ziege. Der erschrockene Jäger rannte zurück zum Wirtshaus in Malta und erzählte, was er gesehen hatte[1].

Die Bewohner von Malta überlegten, dass es vermutlich keine gute Idee war, den Lindwurm zu erschießen. Darum beschlossen sie, ein totes Kalb mit ungelöschtem Kalk zu füllen und es als Köder zu verwenden. Der Drache fraß es und begann sich vor Schmerzen zu winden[1].

Dabei durchbrach er die große Felswand, und der gesammte Bergsee stürzte ins Tal. Das gesamte Maltatal wurde überflutet, und das alte Dorf Malta wurde restlos fortgespült[1].

Ähnliche SagenBearbeiten

Die Taktik, einen Drachen mit Ätzkalk zu vergiften, ist in Drachensagen nicht unüblich. Andere Sagen, in denen sie angewendet wird, sind z.B. der Drache von Brno oder St. Mang und der Drache. Auch in der Bibel Bel und der Drache und dem persischen Schāhnāme (Rostam, Alexander der Große) kommt sie vor.

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Wilhelm Kuehs (2013), Kärntner Sagen, Tyrolia, ISBN 978-3702233143
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