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Ritter Georg Frankenstein

Das Grabmal des Ritters, der auf dem Drachen steht

Der Lindwurm auf Frankenstein war ein Drache, der einen Brunnen nahe der Burg Frankenstein in Hessen bewachte.

SageBearbeiten

Der Sage nach soll unter der Burg im Dorf Nieder-Beerbach ein Lindwurm gehaust haben, der den hiesigen Brunnen bewachte. Immer wenn ein Bauer aus dem Dorf oder ein Bewohner der Burg Wasser holen wollte, musste dem Lindwurm ein Tier geopfert werden, das mindestens die Größe eines Schafes oder Hundes hatte. Solange der Lindwurm fraß, konnte man problemlos zum Brunnen[1]. Andere Quellen erzählen, dass der Drache sogar Jungfrauen verlangte[2].

Einer der Bewohner der Burg war ein Ritter, je nach Quelle hieß er Georg oder Hans. Dieser beschloss eines Tages, den Drachen zu töten. Nach den Versionen der Sage, nach denen der Drache Jungfrauen verlangte, war seine Geliebte Anne-Marie als Opfer auserkoren worden[2]. Der Lindwurm wehrte sich mit Feuer, aber es gelang dem Ritter ihn zu köpfen. Noch im Todeskampf (laut den Brüdern Grimm versuchte der Ritter noch, die Lanze in den Körper des Drachen zu rammen[3]) bohrte der Drache die Spitze seines Schweifs in die Kniekehle des Ritters, die nicht durch die Rüstung geschützt war. Da der Wurm am ganzen Körper, innen und außen, giftig war, konnte er so den Ritter ebenfalls töten[1].

Der Ritter wurde in der Kirche in Nieder-Beerbach (vielleicht auch Ober-Beerbach) begraben. Sein Grab wird geziert von einer Statue des Ritters mit Schwert und Streithammer, der auf einem Lindwurm steht[1].

HintergrundBearbeiten

Noch heute erinnert eine Statue des Lindwurms in der Nähe des Steinbruchs unter der Burg an die Sage[4]. Tatsächlich basiert die Sage selbst auf dem Grabmal des Ritters Georg von Frankenstein, welches wesentlich älter ist als die Sage[5]. Möglicherweise basiert die Darstellung auf dem Grabmal auf der Namensgleichheit des Ritters mit St. Georg, berühmten Drachentöter und Heiligen.

Anne-Marie, die Geliebte des Ritters, entstammt vermutlich einer anderen Sage. Nach dieser nutzten Anne-Marie und Georg drei Lichter in einem verlassenen Haus als Zeichen für ihre heimlichen Treffen. Nach Georgs Tod sollen die Lichter weiterhin in der Adventszeit zu sehen sein. Man soll sogar Anne-Maries bleiches Gesicht im Fenster erkennen[2].

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 Der Lindwurm auf Frankenstein in Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853
  2. 2,0 2,1 2,2 Heinrich Eduard Scriba, Geschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein und ihrer Herrn, 1853
  3. Jacob und Wilhelm Grimm (1816), Der Lindwurm am Brunnen, in Deutsche Sagen, Band 1
  4. GG Online: Burg Frankenstein
  5. Das Mühltal im Odenwald: Ritter Georg und der Lindwurm, archiviert am 31. Oktober 2007
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