Drachen Wiki
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The Boy and the Dragon

Der Junge zieht die Schuhe an, die ihm der zweite Mann gab, Darstellung von Marcia Lane Jarret Foster

Der Junge und der Drache ist ein kanadisches Märchen, das in vorkolumbianischer Zeit spielt. Es wurde 1922 von Cyrus Macmillan in seinen Canadian fairy-tales gesammelt, jedoch ist nicht bekannt, welcher Kultur die Geschichte entstammt.

Sage[]

Vor langer Zeit lebte ein Junge am Meer, der keine Geschwister hatte. Deshalb sehnte er sich nach Gefährten und Abenteuer. Während er überlegte, in die Welt hinaus zu ziehen, hörte er, dass nicht weit entfernt ein Drache sein Unwesen treiben soll. Der Drache zerstörte das Land und entführte Frauen und Kinder, um sie zu fressen.

Man erzählte sich auch, dass der Drache menschliche Gestalt annehmen kann. In dieser gutaussehenden und freundlichen Form mischte er sich unter die Menschen, bevor diese wussten, dass er in ihrem Land angekommen war.

Der Häuptling rief nach Kriegern, die den Drachen erlegen sollen. Doch alle Krieger des Stammes, die keine Furcht vor menschlichen Kriegern zeigten, fürchteten den Drachen.

Als der Junge von dem Drachen hörte, sah er seine Chance, sich zu beweisen. Er zog los und reiste einen Tag lang durch den Wald, als er an einen Hügel kam. Diesen erklomm er, um das Land zu überblicken. Auf dem Hügel gesellte sich ein freundlicher Mann zu ihm, und die anfänglichen Sorgen des Jungen, es könnte sich um den Drachen handeln, verflogen schnell im Gespräch.

Der Mann fragte ihn, wohin er ging, und der Junge teilte mit, dass er im Inland nach Abenteuern suchte. Er erzählte aber nicht davon, dass er den Drachen suchte. Da lud der Mann ihn in sein Haus ein. Vor dem Haus wunderte der Junge sich über einen Haufen Knochen, sagte aber nichts und trat ein.

Im Haus des Mannes traf der Junge eine alte Frau, die einen Fleischeintopf kochte. Sie bot ihm etwas davon an, doch der Junge lehnte ab und fragte stattdessen nach Mais, den er auch erhielt.

Nach dem Mahl ging der Mann hinaus, um Feuerholz zu sammeln. Die alte Frau blieb mit dem Jungen in der Hütte und warnte ihn, dass es sich bei dem Mann um den gefürchteten Drachen handelt. Dieser könne nicht im Kampf besiegt werden. Am nächsten Tag würde der Drache versuchen, den Jungen zu töten. Darum gab sie ihm ein Paar Mokassins, mit denen er in nur einem Schritt den Hügel in der Ferne erreichen könne.

Sie gab ihm außerdem ein Stück Birkenrinde mit einem Symbol darauf, das er an dem Hügel einem Mann geben sollte. Außerdem warnte sie ihn noch einmal, dass der Drache ihn am nächsten Abend sicher töten würde, egal wie weit er weglief.

Außerdem bat sie ihn noch, sie am Morgen zu töten bevor er wegläuft. Ihre Leiche solle er mit ihrem Mantel bedecken, damit sie vom Bann des Drachen befreit würde. Sie könnte dann aus eigener Kraft ins Leben zurückkehren.

Als sie zu Bett gingen, legte sich der Drachenmann zu dem Jungen, damit dieser nachts nicht fliehen könne. Als der Drache aber morgens ging, um Wasser zu holen, führte der Junge die Anweisungen der alten Frau aus.

Nachdem er die Frau getötet hatte und am Hügel angekommen war, gab er dem Mann dort das Symbol auf der Birkenrinde. Dieser gab ihm ein weiteres Paar Mokassins und ein anderes Stück Birkenrinde mit einem anderen Symbol. Damit schickte er ihn zu einem weiteren Hügel, auf dem noch ein Mann warten sollte.

Das gleiche passierte ihm auf dem nächsten Hügel, doch der Mann dort gab ihm neben neuen Mokassins ein Ahornblatt mit einem anderen Symbol. Dieses trug er widerum zu seinem neuen Ziel, wo er einen sehr alten Mann traf. Dieser schickte ihn in einen großen Strom, den er betreten sollte als würde er über trockenes Land gehen. Dann würden die Symbole auf der Birkenrinde ihn verwandeln in wasimmer er wünscht und ihn schützen.

Der Junge tat wie ihm geheissen und folgte dem Strom bis er an einen See kam. Dort suchte er, da es abend wurde, nach einem Platz für die Nacht, als er den Drachen in seiner wahren Form sah.

Der Junge schwang die Birkenrinde und wurde zu einem kleinen Fisch. Der Drache sah den Fisch und fragte, ob er den Jungen gesehen hatte. Der Fisch log, dass er geschlafen hatte und niemanden gesehen hatte.

Als nächstes fragte der Drache eine Kröte, die sich aber nicht für sein Anliegen interessierte. Dann kam er an einen großen Fisch, der ihm sagte, dass der Drache bereits mit dem Jungen gesprochen hatte. Wütend suchte der Drache die Kröte, traf aber nur eine Bisamratte. Da seine Geduld am Ende war, beschuldigte er diese, der Junge zu sein. Da brach die Ratte in Tränen aus und erzählte, dass der Junge hier durchkam und ihr Haus zertreten hatte.

So suchte der Drache weiter und traf auf eine Schildkröte. Er schmeichelte der Schildkröte, die er als alt und weise bezeichnete, um die Informationen aus ihr herauszulocken. Da riet die Schildkröte, dass er den Fluss überqueren solle, um den Jungen zu treffen. Doch er solle vorsichtig sein, denn wenn er seinen Feind nicht sofort erkennt, würde dieser ihn sicher töten.

Zur Sicherheit verwandelte der Drache sich in eine Schlange und schwamm über den Fluss. Doch der Junge, noch immer als Fisch, schwamm unter ihm im Kreis und löste einen Strudel aus. Wie die Schildkröte vorausgesehen hatte, übersah er so seinen Feind und wurde von dem Strudel eingesaugt und getötet.

Der Junge tauchte nach dem toten Drachen, schnitt dessen Kopf ab und kehrte zu der Hütte zurück, um die alte Frau zu treffen. Doch er fand die Hütte leer vor. Da kehre er nach Hause zurück und wurde vom Häuptling mit Geschenken überhäuft. Doch seitdem wurden die Schlangen gehasst, da ihre Gestalt dem Drachen dienlich war.

Quellen[]

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