Drachen Wiki
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Der Drachetödter ist eine Sage aus dem Kanton Graubünden, die von Dietrich Jecklin in seiner 1874 erschienen Sammlung Volksthümliches aus Graubünden veröffentlicht wurde. Laut der Beschreibung wurde sie "in Crestas bei Trons erzählt"[1], wobei bei Trans kein Ort namens Crestas existiert.

Handlung[]

Der Sage nach kamen einst drei junge Ritter an eine Höhle im Wald, in der eine Prinzessin von drei Drachen gefangen gehalten wurde. Am Eingang der Höhle band sich der Jüngste der Ritter ein Seil um den Körper und die anderen ließen ihn in die Höhle hinab, um den Drachen zu töten. Sie hatten vereinbart, dass sie ihn auf sein Signal hin zusammen mit der Prinzessin wieder hochziehen würden[1].

In der Höhle traf der junge Ritter die wunderschöne Prinzessin, die ihn flüsternd vor den drei Drachen warnte. Der erste hatte einen Kopf, der zweite drei Köpfe und der letzte sogar sieben Köpfe[1].

Kurz darauf kam unter Heulen der erste Drache in die Höhle und griff den Ritter an. Dieser konnte mit seiner Klinge den Kopf des Drachen spalten. Nur wenig später stürzte sich auch der dreiköpfige Drache auf den Ritter, und es gelang ihm, alle drei Köpfe in einem Hieb abzuschlagen[1].

Da erbebte die Höhle und ein Donnergrollen erklang aus den Tiefen der Höhle. Nun erschien der siebenköpfige Drache, um seine Kameraden zu rächen. Er schlug mit dem Schwanz um sich, doch innerhalb kürzester Zeit hatte der Ritter auch ihn getötet und die Höhle war vom Blut des Drachen getränkt[1].

Erleichtert schwor die Prinzessin dem Drachentöter ewige Treue und gab ihm einen goldenen Ring als Beweis ihrer Verlobung. Glücklich zog der Ritter am Seil, um seine Kameraden zu rufen. Diese hatten allerdings einen bösen Plan ersonnen, um den Ruhm des Sieges für sich zu erlangen. Sie zogen zuerst die Prinzessin hoch, hatten aber vor, den jungen Ritter dann auf halbem Wege in die Tiefe stürzen zu lassen[1].

Der Drachentöter allerdings ahnte den Verrat und band das Seil an einen Baumstamm. Die anderen Ritter zogen diesen halb hoch und ließen ihn dann fallen. Dann erzählten sie der Prinzessin, dass es ihnen nicht gelungen sei, ihren Verlobten zu retten, und forderten sie auf, einen von ihnen zu heiraten. Die Prinzessin forderte dafür jedoch drei Tage Bedenkzeit, um sich für einen zu entscheiden[1].

Indeß saß der junge Ritter verzweifelt in der Höhle, als ihm ein alter, grauer Fuchs erschien. Dieser führte ihn, der sich am Schwanz des Tieres festhielt, schon bald ans Tageslicht. Dort verschwand das Tier plötzlich wieder[1].

Der Drachentöter ging daraufhin in die Königsstadt, wo gerade die Hochzeitsfeierlichkeiten der Prinzessin und des falschen Drachentöters vorbereitet wurden. Er ging also in die Küche des Palastes und bewarb sich dort als Küchengehilfe. So konnte er den Ring der Prinzessin in dem Hochzeitskuchen verstecken, und durch eine Fügung des Glücks fand die Prinzessin selbst das Kleinod in ihrem Kuchenstück[1].

Sofort verlange sie, denjenigen zu sehen, der den Ring im Kuchen versteckt hatte. Als der junge Ritter auftauchte, erschraken seine verräterischen Kameraden. Die Prinzessin führte den jungen Ritter vor ihren Vater und bezeugte, dass er der wahre Drachentöter war. Daraufhin erkor der König ihn zu seinem Nachfolger, und die anderen beiden Ritter wurden von vier Pferden in Stücke gerissen[1].

Quellen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Der Drachentödter in Dietrich Jecklin (1874), Volksthümliches aus Graubünden, Zenodot Verlagsgesellschaft (2014), ISBN 978-3843039864
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