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Der Drache und der Prinz ist ein serbisches Märchen, gesammelt von A. H. Wratislaw in Sixty Folk-Tales from Exclusively Slavonic Sources.

HandlungBearbeiten

Ein Kaiser hatte drei Söhne. Als der älteste Sohn eines Tages auf der Jagd einem Hasen in eine Wassermühle folgte, verwandelte dieser sich in einen Drachen und verschlang ihn. Kurze Zeit darauf passierte dem zweiten Sohn das gleiche.

Der jüngste Sohn jagte ebenfalls den Hasen, folgte ihm aber nicht in die Mühle sondern suchte nach anderer Beute. Als er wieder zur Mühle kam, traf er dort eine alte Frau, die ihm von dem Drachen erzählte. Er bat die Frau, den Drachen nach seiner Schwachstelle zu fragen und die Stelle dann zu küssen.

Als der Drache zurückkam, fragte sie ihn, und er gab die Feuerstelle als Schwachstelle an. Sie küsste sie, aber der Drache lachte nur und gab den Baum vor dem Haus an. Sie küsste auch diesen, und der Drache nannte ihr einen See in einem fernen Reich, in dem ein Drache lebte, in dem sich ein Eber befand, in dem sich eine Taube befand, die die Stärke des Drachen hatte.

Der Junge reiste in das ferne Reich und wurde vom dortigen Kaiser als Schäfer angestellt. Der Kaiser warnte ihn, nicht zu nahe an den See zu gehen. Er ging los mit den Schafen, zwei Hunden, einem Falken und einem Dudelsack und forderte den Drachen auf, aus dem See zu kommen.

Er rang den ganzen Tag mit dem Drachen, und als es nachmittags sehr heiß wurde, bat ihn der Drache, sich im Wasser ausruhen zu dürfen, dann könnte er ihn in die Luft werfen. Der Junge aber sagte, wenn die Tochter des Kaisers ihn küssen würde, dann würde er den Drachen in die Luft werfen können. Der Drache floh daraufhin in den See.

Der Junge kehrte mit seinen Tieren zurück und spielte dabei den Dudelsack, und die Leute wunderten sich, dass ein Hirte heil vom See zurückgekehrt war. Am nächsten Tag folgten sie ihm, und es geschah das selbe wie am Vortag und wieder floh der Drache in der Nachmittagshitze in den See.

Die Leute berichteten dem Kaiser davon und er sandte am Tag darauf seine Tochter mit dem Prinz zum Drachen. Alles passierte wieder wie an den Tagen zuvor, doch als der Prinz sagte, dass er den Drachen noch höher werfen könnte, wenn die Tochter des Kaisers ihn küssen würde, tat sie genau das und er warf den Drachen hoch.

Als der Drache herunterfiel und am Boden aufschlug, platze er auf und ein Eber kam heraus. Die Hunde rissen den Eber, und eine Taube flog heraus. Der Falke fing die Taube und der Prinz fragte sie, wo seine Brüder seien. Sie gab an, dass sich hinter der Wassermühle in seiner Heimat drei Stöcke befanden, die er ausgraben müsse. Wenn er die Wurzel schlägt, öffnet sich eine Tür zu einem Gefängnis, in dem unter anderem auch seine Brüder zu finden seien. Nachdem die Taube dies erzählt hatte, drehte der Prinz ihr den Hals um.

Der Prinz köpfte den toten Drachen und kehrte mit seinen Tieren, Dudelsack spielend zurück. Der Kaiser selbst hatte alles aus sicherer Entfernung beobachtet und gab ihm seine Tochter zur Frau. Sie heirateten und feierten für eine ganze Woche.

Als der Prinz in seines Vaters Reich zurückkehrte, gab ihm der Kaiser eine große Eskorte mit. Als er an der Wassermühle vorbeikam, riss er die Stöcke aus, schlug die Wurzeln und öffnete das Gefängnis seiner Brüder, woraus nicht nur seine Brüder kamen, sondern genug Leute, um ein Reich zu bevölkern. Die Leute kehrten nach Hause und der Prinz und die Prinzessin lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

In der PopulärkulturBearbeiten

  • Das Märchen wurde von der Band KeyDragon auf ihrem Album Dragon Mythos unter dem Titel The Prince and the Dragon vertont.

QuellenBearbeiten

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