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Nezha contra Ao Guang

Nezha kämpft gegen Ao Guang

Ao Guang (chin. 敖廣[1] bzw. 敖光[2], auch Ao Kuang) ist in der chinesischen Mythologie der Drachenkönig des Östlichen Meeres. In der Astrologie wird er mit dem Azurdrachen identifiziert. Er kommt in den klassischen chinesischen Romanen Die Reise nach Westen und Fenshen Yanyi vor.

Die Reise nach WestenBearbeiten

Der König der Affen, Sun Wukong, begab sich einst an den Hof Ao Guangs, da er eine Waffe benötigte. Da ihn die Bitte des Affen verärgerte, bot Ao Guang ihm, auf Rat seiner Frau, einen Zauberstab namens Ruyi Jingu Bang an, der 13.500 Pfund wog. Doch Sun Wukong durchschaute den Drachen und nahm den Zauberstab an, da er wusste, dass er die Größe des Zauberstabes beliebig verändern konnte, da er der auserwählte Besitzer des Stabes war. Bevor der Drache den Schwindel bemerkte, machte sich der Affenkönig aus dem Staub.[1]

Fengshen YanyiBearbeiten

Ao Guang brachte viele Jahre lang Chaos über die Welt, indem er Dürren, Stürme und Katastrophen auslöste. Da die Leute den mächtigen Drachenkönig fürchteten, erzählten sie dem Jadekaiser nicht von seinen Untaten und brachten Ao Guang weiterhin Opfer dar.

Als der Gott Ne Zha sich in einem Nebenfluss des Östlichen Meeres wusch, störte er damit den Drachenkönig, dessen Palast im Ostmeer liegt. Dieser sandte erst seinen Ermittler Lǐ Gèn und dann seinen Sohn Áo Bǐng, welche beide von Nezha getötet wurden.

Daraufhin wandte sich Ao Guang an Nezhas Vater Li Jin, mit dem er aber zu keinem Ergebnis kam. Wütend stieg er daraufhin in den Himmel auf, um dem Jadekaiser das Problem zu melden. Nezha folgte ihm in den Himmel und griff ihn an, wobei er ihn schwer verletzte. Um sich zu schützen, verwandelte Ao Guang sich in eine Schlange und floh.

Später kehrte Ao Guang mit drei anderen Drachen (vermutilch den anderen Drachenkönigen) zurück, um Li Jin und dessen Frau zu entführen. Nezha flehte Ao Guang daraufhin an, seine Eltern freizugeben, und bot ihm im Austausch alle seine inneren Organe an. Der Drache nahm den Vorschlag an und gab die Organe an den Jadekaiser weiter.[2]

Lu Ban und der DracheBearbeiten

Einer Sage nach wollte der legendäre Zimmermann Lu Ban (chin. 鲁班) einst eine Villa bauen. Dazu fragte er Ao Guang, ob er sich seinen Palast leihen könne, um ihn als Vorlage für sein Haus zu verwenden. Ao Guang stimmte zu, ihm den Palast drei Tage lang zu leihen.

Obwohl Lu Ban Tag und Nacht arbeitete, hatte er am dritten Tag noch immer nur eine Grundstruktur fertig, ohne jegliche Details und Ornamente. Damit er den Palast noch länger behalten und seine Arbeit fertig stellen konnte, nagtelte er ihn am Boden fest, so dass Ao Guang ihn nicht zurückholen könne.

In der dritten Nacht brach ein Gewitter aus und Ao Guang sandte mehrere kleinere Drachen und eine Armee aus Krabben, Garnelen und Fischen, um den Palast zurückzuholen. Doch da er festgenagelt war, konnten sie ihn nicht vom Boden lösen. Die Drachen versuchten die Säulen aus dem boden zu reißen, jedoch ohne Erfolg. Als der Morgen des vierten Tages anbrach, starben die Meerestiere unter den heißen Strahlen der Sonne.

Als Lu Ban sah, was mit den Drachen passiert war, wurde der inspiriert. Die Leichen der Drachen, die über den Palast verteilt waren, formten ein wunderschönes Gesamtbild. Deshalb baute er dieses auf seinem Haus nach. Die Drachen stellte er jedoch nicht tot, sondern lebendig in ihrer ganzen Schönheit und Macht dar. Dies ist der Grund, warum Tempel und Paläste in China meist mit Drachen verziert sind[3].

TriviaBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. 1,0 1,1 Wu Cheng’en, Xī Yóu Jì (chin. 西遊記, Die Reise nach Westen)
  2. 2,0 2,1 Xu Zhonglin und Lu Xixing, Fengshen Yanyi
  3. Onmark Productions: Dragon in Taiwan
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