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Der Alperer (auch Wilder Alber, wilder Ochsner, Almerer, Alperl) ist ein Fabelwesen aus dem Alpenraum, das teilweise als Drache erscheint. Er soll vor allem an den Hängen des berges Wendelstein gesichtet worden sein.

Aussehen[]

Er erscheint je nach Sage in unterschiedlichen Gestalten. Manchmal hat er eine menschliche Gestaltals Wilder Mann oder furchteinflösender Senner. In diesen Fällen wird er meist als Wiedergänger angesehen, der für seine Sünden büßen muss, indem er ewig auf Erden wandeln muss.

In anderen Sagen ist er ein großer Hund mit feurig glühendem Schwanz. Eine andere Variante ist ein fliegender Drache mit feurigen Augen, brennendem Rachen und einem funkensprühenden Schweif. In dieser Form hält man ihn sogar für eine Erscheinungsform des Teufels.

Verhalten[]

Das ganze Jahr über sammelt der Alperer die Sünden, auch die, die während des Sommers auf den Almen begangen wurden. Am Martinstag oder Laurentiustag kommt er dann, dick und unförmig von seiner schweren Ladung, ins Tal und fährt in die Hölle. Ein Bauer berichtete, ihn dabei gesehen zu haben und fast mitgerissen worden zu sein.

Eine andere Version erzählt, dass der Alber seine Diener an diesen Tagen einsammelt, die er im Frühling in den Sennhütten verteilt hat, um alles von den Sennern weggeworfene einzusammeln, als Beweise gegen sie beim jüngsten Gericht[1].

Der Sage nach ernährt sich der Alber, auch "Erzdrach" oder "Luftdrach", nur von Erz, das er durch seine Hitze zu reinem Gold schmilzt. Aus diesem soll auch sein Drachenhort bestehen[2].

Bräuche[]

In Tirol verkleidet sich beim Almabtrieb am Michaelistag ein junger Mann mit Tierfellen als Alperer. Deshalb wurde der Almabtrieb früher auch als Alberer oder Almerfahren bezeichnet. Hier bestehen Ähnlichkeiten zu den Perchtenläufen des Alpenraumes.

Erklärung[]

Teilweise wird der Alperer, ähnlich Hausdrachen wie dem Gluhschwanz oder auch den Pilatusdrachen, mit Sternschnuppen in Verbindung gebracht. Wie diese hat er einen feurigen Schweif, er könnte also ursprünglich eine Erklärung für diese Himmelserscheinung gewesen sein. Dafür spricht auch die Häufigkeit von Sternschnuppen um den Laurentius- und Martinstag.

Als Alberfleck bezeichnet man in Tirol einen meist halbkreisförmigen, verbrannten Fleck auf einer sonst grünen Wiese. Man erzählt sich, dort habe der Alber gesessen. Nach sieben Jahren soll das Gras wieder nachwachsen, länger und dichter als ringsumher[2]. Auch Hexenringe sollen so entstanden sein[3].

Trivia[]

  • "Alperer" (umgangssprachlich "Olperer") nennt sich ein aus dem Salzkammergut und Chiemgau stammender Jodler, der in den Berggebieten von Österreich und Bayern häufig gesungen wird.
  • "Olperer" ist auch der Name eines 3.476 Meter hohen markanten Berges in den Zillertaler Alpen (Tirol).
  • Möglicherweise war der Alperer eine Inspiration für das Pokémon Mega-Glurak X[4].
  • Der Schweizer Historiker Otto Henne am Rhyn vermutet, dass der Elbst mit dem Alperer gleichzusetzen ist[5].

Quellen[]

  • Norbert Borrmann (2000), Lexikon der Monster, Geister und Dämonen, Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN 3-89602-233-4
  • Anton Dörrer (1949), Tiroler Fasnacht innerhalb der alpenlandischen Winter- und Vorfrühlingsbräuche, Österreichische Volkskultur, Band 5, ÖBV
  • Leander Petzoldt (1995), Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister, C.H. Beck Verlag (2003, 3. Auflage), S. 18, ISBN 3-406-49451-X

Einzelnachweise[]

  1. Der Alber in Ignaz von Zingerle (1891), Sagen aus Tirol, Verlag der Wagnerschen Buchhandlung
  2. 2,0 2,1 Der Alberfleck (Lindwurm) in Dr. Hermann v. Tschiggfrey (1932), Nauders am Reschen-Scheideck
  3. Walter Philip Kennedy Findlay (1982), Fungi: Folklore, Fiction, & Fact, Mad River Press, ISBN 9780855462000
  4. Charizard's Unlikely Cultural Origin in Pokemon! - Gaijin Goombah
  5. Otto Henne am Rhyn (1879), Die deutsche Volkssage im Verhältnis zu den Mythen aller Zeiten und Völker, Hartleben, S. 122-123
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