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Alexander und seine Männer bekämpfen eine Horde Drachen, Abbildung aus dem Le livre et la vraye hystoire du bon roy Alixandre

Alexander der Große (griechisch Ἀλέξανδρος ὁ Μέγας Aléxandros ho Mégas, arabisch/persisch Iskandar oder Iskander) war von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes.

Im Laufe seines zehnjährigen Eroberungsfeldzuges, des Alexanderzuges, bereiste er den nahen Osten bis Indien und begründete damit das Alexanderreich, welches Makedonien, Ägypten und das Altpersische Reich vereinte. Dabei hinterließ er einen bleibenden Eindruck bei vielen Völkern, denen er begegnete, wodurch ihm in der Mythologie und Literatur zahlreiche Taten angedichtet wurden, zu denen auch das Töten von Drachen gehört.

Römische LiteraturBearbeiten

Der römische Sophist Aelian (175 - 235) beschreibt, dass Alexander der Große in Indien auf einen 70 Ellen (ca. 31m) langen Drachen traf, der in einer Höhle von Menschen angebetet wurde. Die Inder flehten Alexander an, den Drachen nicht zu töten. Er erhörte ihre Bitte, dennoch versetzte der Drache die Männer des Königs mit seinem Fauchen in Angst und Schrecken. Seine Augen sollen die Größe makedonischer Schilde gehabt haben[1].

Laut Maximus Tyrius fütterten die Inder zur Zeit Alexanders einem Drachen, es ist nicht sicher ob es sich um den gleichen handelt, täglich mehrere Ochsen und Schafe. Für ein Tier, das sich normalerweise von Elefanten ernährt, scheint diese Menge angemessen[2].

Persische LiteraturBearbeiten

TanninRabbit

Der Tannin und der gehörnte Hase

Abū l-Qāsem-e Ferdousī erzählt im Schāhnāme (1010), wie Alexander auf einem Berg einen Drachen tötete, indem er ihm fünf Ochsenhäute, gefüllt mit Gift und Naphtha, fütterte. Eine syrische Alexander-Geschichte hingegen beschreibt den Inhalt des Pakets als Ätzkalk, Bitumen, Blei und Schwefel. Theodor Nöldeke merkt hier die Ähnlichkeit zu der Geschichte von Daniel aus der Bibel an. Auch Rostam, ein anderer Held aus dem Schāhnāme, verwendet diese Methode[3].

Al-miraj and Serpent

Der Drache verschlingt den Köder. Darunter ist der gehörnte Hase abgebildet.

Der persische Autor Zakariya al-Qazwini (1203 - 1283) beschreibt, dass Alexander einst von den Einwohnern der Tannin-Insel um Hilfe gebeten wurde, weil ein feuerspeiender Drache alle ihre Rinder und Kamele fraß. Jeden Tag opferten sie ihm zwei Rinder, die der Drache, der einer schwarzen Wolke glich, verschlang[4].

Ähnlich der Beschreibung im Schāhnāme füllte er die Häute der Rinder mit Fichtenharz, Schwefel, Kalk und Arsenik, außerdem spickte er das ganze mit eisernen Haken. Diese Pakete legte er dort nieder, wo sonst die Rinder geopfert wurden, und der Drache verschlang sie ebenfalls. Da bohrten sich die Haken in seinen Magen und sein Feuer flammte im Körper auf, woraufhin der Drache starb. Voller Dankbarkeit schenkten die Menschen Alexander viele Geschenke, darunter einen gehörnten Hasen (arab.: المعراج, al-mi'raj)[4].

Mittelalterliche LiteraturBearbeiten

Die Le livre et la vraye hystoire du bon roy Alixandre (1420), ein mittelalterlicher Bildband über die Abenteuer Alexanders des Großen, enthält diverse Abbildungen von Alexander und seinen Männern, wie sie gegen Gruppen von Drachen kämpfen.

Die griechische Legende, nach der Alexander von Zeus in Gestalt einer Schlange gezeugt wurde, wurde in vielen Werken verarbeitet. In der Les faize d’Alexandre wird Zeus als Westlicher Drache dargestellt.

Nach einer alternativen Legende handelt es sich bei dem Drachen um den ägyptischen Zauberer Neptanabus, welcher sich für Amun ausgibt, den obersten ägyptischen Gott, den die Griechen mit Zeus gleichsetzten[5].

QuellenBearbeiten

  1. Friedrich Tiedemann (1811), Anatomie und Naturgeschichte des Drachen
  2. Edward Topsell (1607), History of four-footed beasts and serpents, S. 703
  3. Ehsan Yarshater, Aždahā in Encyclopædia Iranica, Band 3, Fasc. 2, S. 191-205
  4. 4,0 4,1 Zakariya al-Qazwini (1203), Zakarīyā b. Muḥammad al-Qazwīnī's Kosmographie: nach der Wüstenfeldschen Textausgabe, mit Benutzung und Beifügung der reichhaltigen Anmerkungen und Verbesserungen des Herrn Prof. Dr. Fleischer in Leipzig, aus dem Arabischen zum ersten Male vollständig übersetzt von Dr. Hermann Ethé, Fue's Verlag (1868)
  5. The History Blog: Celebrate St. George’s Day with an orgy of dragons
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